Wien (OTS) – SOS Mitmensch übt scharfe Kritik an einem unter dem
Namen des
oberösterreichischen Vize-Landeshauptmanns Manfred Haimbuchner
abgesetzten Facebook-Posting, das in Österreich zur Welt gekommene
Kinder, die von im Ausland geborenen Müttern stammen, kollektiv
negativ abstemple. Haimbuchners Posting erinnere an „Blut und Boden“-
Ideologie, wie sie auch das von ihm einst bejubelte und inzwischen
erstinstanzlich wegen Nazi-Wiederbetätigung verurteilte „Aula“-
Magazin vertreten habe, so die Menschenrechtsorganisation.
„Herr Haimbuchner stempelt alle hier lebenden Menschen, deren
Mutter, so wie etwa meine Mutter, nicht in Österreich geboren wurden,
kollektiv zu unerwünschten Personen ab. Das ist eine brandgefährliche
Ausgrenzungs- und Stigmatisierungs-Ideologie, die mit demokratischen
Werten absolut unvereinbar ist“, kritisiert SOS Mitmensch-Sprecher
Alexander Pollak. Pollak verweist auf die frappanten Parallelen
zwischen Haimbuchners Abstammungsideologie und der Ausrichtung des
von Haimbuchner über Jahre unterstützten und kürzlich nicht
rechtskräftig wegen Nazi-Wiederbetätigung verurteilten „Aula“-
Magazins. Zu der Ideologie, die die „Aula“ vertrat, zählte laut
Pollak unter anderem, dass jegliche Integration und „Vermischung“ aus
rassistischen Überlegungen abgelehnt und teilweise sogar wörtlich mit
„Völkermord“ gleichgesetzt worden seien. Recherchen von SOS Mitmensch
würden zeigen, dass Haimbuchner das mit Neonazis und
Holocaustleugnern sympathisierende und im naziideologischen Spektrum
agierende Magazin nicht nur öffentlich bejubelt habe, sondern auch
als Verfasser eines Leitartikels der „Aula“ aufgetreten sei.
In seinem Posting nimmt Haimbuchner den Anteil der in Österreich
geborenen Kindern „von Müttern, die im Ausland geboren wurden“ als
Messzahl für eine negative Entwicklung, die in Oberösterreich
vermieden werden solle. Auch „Menschen mit Migrationshintergrund“
werden in Haimbuchners Postingtext als negative Kategorie erwähnt.
Dazu wird von Haimbuchner ein Bild mit der Hand eines neugeborenen
Babys eingeblendet, auf dessen Armband der Name „Mohammed“ steht.
„Wenn Menschen allein aufgrund des Geburtsorts ihrer Mutter zu
Aussätzigen erklärt werden, die man nicht im Bundesland haben wolle,
dann ist das genau jene rassistische Ideologie, die von Grund auf
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verbreitet. Von dort ist es zu
Diskriminierung, Entmenschlichung und im schlimmsten Fall auch
verbrecherischen Handlungen nicht mehr weit“, warnt Pollak.