SOS Mitmensch: Einbürgerungsrate weiterhin extrem niedrig

Wien (OTS) – SOS Mitmensch sieht in den heute von der Statistik
Austria
veröffentlichten Einbürgerungszahlen trotz leichten Anstiegs keine
Trendwende beim Staatsbürgerschaftserwerb. Die Einbürgerungsrate
befinde sich mit 0,8 Prozent nach wie vor auf extrem niedrigen Niveau
und weit unter dem EU-Durchschnitt von 2,6 Prozent, so die
Menschenrechtsorganisation, die einen besseren Zugang zur
österreichischen Staatsbürgerschaft fordert.

„Im vergangenen Jahr ist von 100 in Österreich lebenden Personen
ohne österreichische Staatsbürgerschaft nur weniger als eine
eingebürgert worden. Damit bleibt ein immer größer werdender
Bevölkerungsanteil ohne Staatsbürgerschaft und ohne volle
demokratische Rechte. Darunter sind mehr als 280.000 hier geborene
junge Menschen, denen die Anerkennung als Österreicherinnen und
Österreicher verweigert wird“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS
Mitmensch. Laut Pollak würden jeden Tag durchschnittlich 50 weitere
Kinder in Österreich zur Welt kommen, die nicht die österreichische
Staatsbürgerschaft erhalten, obwohl ihre Eltern zumeist schon viele
Jahre hier leben.

SOS Mitmensch kritisiert die im internationalen Vergleich sehr
hohen Hürden beim Staatsbürgerschaftserwerb, wie etwa die
Einkommenshürde, die selbst für hier geborene Kinder gilt. Die
Menschenrechtsorganisation fordert eine Staatsbürgerschaftsreform,
die einen fairen Zugang zur Staatsbürgerschaft schafft, insbesondere
für im Land geborene Personen. „Die Staatsbürgerschaft ist ein
wichtiges Gut für die Zugehörigkeit zum Land und für unsere
Demokratie. Deshalb ist ein realistischer und fairer Zugang wichtig,
ganz besonders für hier geborene Menschen. Nur so werden
Zugehörigkeit und gleiche Rechte und Chancen gestärkt und unsere
Demokratie langfristig gesichert“, betont SOS Mitmensch-Sprecher
Pollak.