Wien (OTS) – Passend zum heutigen Schulstart übte die Vorsitzende der
Sozialistischen Jugend Österreich, im Rahmen einer Medienaktion,
scharfe Kritik am österreichischen Bildungssystem: “In weiten Teilen
Österreichs startet heute wieder die Schule, damit kehren
hunderttausende Jugendliche in ein Bildungssystem zurück, das seit
Jahren einer Baustelle gleicht. Denn die Zufriedenheit
österreichischer Schüler*innen mit dem Bildungssystem sinkt seit
Jahren rapide. Studien zeigen: Notenstress und Leistungsdruck führen
zunehmend zu psychischen Problemen. Jeder Fortschritt wird von
konservativen und rechten Kräften blockiert oder rückgängig gemacht,
als würde man mit dem Vorschlaghammer Errungenschaften zerstören.”
Doch das muss nicht so bleiben, ist sich Zivkovic sicher und nimmt
die Politik in die Pflicht: “ Ein gerechtes Schul- und
Ausbildungssystem ist keine Träumerei, sondern eine dringende
Notwendigkeit! Die verantwortlichen politischen Akteur*innen müssen
hier endlich handeln! “
Bei der Aktion wurde eine große Baustelle dargestellt, um die
Probleme des österreichischen Bildungssystems symbolisch zu
verdeutlichen. Laut Zivkovic sollen im Rahmen der neuen Kampagne
gezielt Schüler*innen und Lehrlinge angesprochen werden: “Schüler*
innen und Lehrlinge werden zunehmend nicht mehr als wissbegierige
junge Menschen, sondern als billige Arbeitskräfte betrachtet. Dafür
gibt es unzählige Beispiele: von unbezahlten Praktika bis hin zu
Lehrlingsgehältern, die gerade in Branchen, in denen vermehrt Frauen
arbeiten, kaum zum Leben reichen.” Des Weiteren verweist Zivkovic auf
die dramatische Lage vieler junger Menschen im Ausbildungssystem:
“Eine Gewerkschaftsstudie aus den vergangenen Jahren hat gezeigt,
dass jede fünfte Person, die sich in einer Lehre befindet, mit
psychischen Problemen zu kämpfen hat. Diese Umstände sind für uns
nicht länger hinnehmbar.” Um das zu ändern, hat Zivkovic auch schon
konkrete Vorstellungen: “ Damit junge Menschen nicht länger
ausgebeutet werden, müssen unbezahlte Praktika endlich abgeschafft,
ein Mindestlehrlingsgehalt von 1500Ꞓ netto eingeführt und
psychologische Unterstützung ausgebaut werden. ”
Abschließend erklärt Zivkovic die Relevanz der neuen SJ-Kampagne:
“Als Sozialistische Jugend sind wir in den kommenden Wochen und
Monaten im ganzen Land unterwegs, um mit Lehrlingen und Schüler*innen
über ihre Probleme zu sprechen. Dabei ist es uns wichtig zu zeigen,
dass es konkrete Lösungsvorschläge gibt. Daher ist es keine Frage der
möglichen Umsetzbarkeit, sondern einzig und allein eine des
politischen Willens. Ein Schul- und Ausbildungssystem der Zukunft
muss eines sein, in dem sich junge Menschen endlich wohlfühlen – und
nicht länger durch Stress und Leistungsdruck krank werden! ”, so
Zivkovic abschließend.
Weitere Fotos der Medienaktion sind bei Nennung der Fotografin (
Asja Ahmetović) frei verfügbar: LINK