Wien/Leoben (OTS) – Die Sozialistische Jugend Österreich verurteilt
die jüngsten Vorfälle
rund um die Leobener Burschenschaft Leder aufs Schärfste. Die
Burschenschaft hatte mit dem AfD-Politiker Matthias Helferich, der
sich selbst als „freundliches Gesicht des Nationalsozialismus“
bezeichnete, einen bekannten Rechtsradikalen als Festredner
eingeladen. Im Vorfeld der Veranstaltung soll zudem ein Taxilenker
nach NS-Parolen und rassistischen Beschimpfungen von mehreren
Burschenschaftern brutal attackiert worden sein.
„Die Vorfälle rund um die Burschenschaft Leder zeigen einmal
mehr, dass deutschnationale Burschenschaften keine harmlosen
Traditionsvereine, sondern rechtsextreme Netzwerke sind. Wer einem
Politiker wie Matthias Helferich eine Bühne bietet und wenige Stunden
davor mit rassistischen Übergriffen und brutaler Gewalt in Verbindung
gebracht wird, schadet nicht nur dem Ansehen der Montanuniversität,
sondern tritt unsere demokratischen Grundwerte mit Füßen“ , erklärt
die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich, Larissa
Zivkovic.
Zivkovic richtet deshalb auch deutliche Worte an die
Bundesregierung: „Seit Jahren sorgen deutschnationale
Burschenschaften an österreichischen Universitäten mit rechtsextremen
Vorfällen für Schlagzeilen, ohne dass die zuständigen Ministerien die
notwendigen Konsequenzen ziehen. Wegschauen und beschwichtigen reicht
nicht mehr aus. Die Bundesregierung und Wissenschaftsministerin
Holzleitner muss endlich handeln und gemeinsam mit den Universitäten
sicherstellen, dass rechtsextreme Netzwerke keinen Platz an unseren
Hochschulen haben.“
„Öffentliche Universitäten dürfen kein Ort für rechtsextremes
Gedankengut sein. Wer immer wieder durch NS-Verharmlosung, Rassismus
und Gewalt auffällt, hat an Universitäten nichts verloren. Die
Burschenschaft Leder muss daher umgehend von sämtlichen universitären
Veranstaltungen und Strukturen ausgeschlossen werden“ , erklärt der
Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Steiermark, Constantin Benga.
Für die Sozialistische Jugend steht jedoch fest, dass es
weitreichendere Konsequenzen braucht. „Wie viele rechtsextreme
Vorfälle braucht es eigentlich noch, bis gehandelt wird?
Deutschnationale Burschenschaften sind seit Jahren ein ideologisches
Vorfeld der extremen Rechten. Deshalb fordern wir ein generelles
Verbot deutschnationaler Burschenschaften in Österreich.
Faschistische Netzwerke dürfen weder öffentliche Räume noch
staatliche Legitimation erhalten“ , so Benga und Zivkovic
abschließend.