Wien (OTS) – Auch in der kalten Jahreszeit wird in der ganzen Stadt
entsiegelt,
begrünt und gekühlt, denn der nächste Sommer kommt bestimmt. So auch
in Ottakring, wo mit dem Klimaboulevard Thaliastraße heuer schon ein
Groß-Projekt abgeschlossen wurde. Und es geht munter weiter: Das
umgestaltete Hippviertel beim Brunnenmarkt wurde heute von
Mobilitätsstadträtin Ulli Sima, Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky,
Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp und NEOS Wien Klubvorsitzender Selma
Arapović offiziell eröffnet. Das klimafitte Hippviertel ist ein
Projekt des Wiener Klimateams.
„Mit unserer Raus aus dem Asphalt Offensive haben wir bereits
mehr als 340 Projekte in ganz Wien umgesetzt, dabei 3.300 Bäume
allein im Straßenraum und auf Plätzen gepflanzt und zigtausende qm
entsiegelt. Und gerade in Ottakring haben wir heuer große Schritte in
Sachen klimafitte Umgestaltung gemacht, auf den Klimaboulevard
Thaliastraße folgt nun das Hippviertel: 27 neue Bäume sorgen hier für
zusätzliche Begrünung, 500 qm neue Grünflächen gibt es insgesamt. Ein
echtes Highlight sind auch die bunten Sitzwürfel und die
Bodenbemalung, die witterungsbedingt im Frühling folgt, und dem
Grätzl einen einzigartigen Charme verleihen“, so Planungsrätin Ulli
Sima.
„Die Umgestaltung des Grätzls rund um die Hippgasse ist ein gutes
Beispiel, wie wirkungsvoll Bürger*innenbeteiligung ist. Angestoßen
von Ideen des Wiener Klimateams verändert sich nun ein ganzes Grätzl
zum Positiven. Neue Bäume, drei Trinkbrunnen und ein Wasserspiel
kühlen das Viertel im Sommer, mehr Sitzgelegenheiten schaffen Platz
fürs Beieinandersitzen und Plaudern. Das ist sozialer Klimaschutz:
gut fürs Klima und gut für die Menschen“, sagt Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky.
Gemeinsam mit neuen Sträuchern und Gräserbeeten bringen die 27
neuen Bäume frisches Grün in das dicht bebaute Gebiet rund um den
bekannten Brunnenmarkt. Insgesamt entstanden fast 500 Quadratmeter
neue Grünfläche. Bunte Sitzmöbel, ein Wasserspiel und drei
Trinkbrunnen erhöhen die Aufenthaltsqualität weiter.
Die Brunnengasse wurde im Abschnitt von der Thaliastraße bis zur
Menzelgasse zur Fußgängerzone. Die Begrünungsoffensive zieht sich
weiter in die angrenzende Menzelgasse sowie die Hippgasse. Damit
bekam das Hippviertel ein völlig neues, klimafittes Gewand.
Bürger*innenbeteiligung für Herzensthemen
Entstanden ist die Idee für ein klimafittes Hippviertel im Rahmen
des Wiener Klimateams, bei dem Bürger*innen Vorschläge für ein
nachhaltiges Grätzl einbringen konnten. Gemeinsam mit Expert*innen
der Stadt wurden die Ideen zu Projekten weiterentwickelt und
schließlich von einer repräsentativen Bürger*innen-Jury bestehend aus
Bezirksbewohner*innen ausgewählt. So konnte dafür gesorgt werden,
dass genau jene Punkte umgesetzt wurden, die den Ottakringer*innen
besonders am Herzen liegen: Kühlung, Begrünung,
Aufenthaltsmöglichkeiten.
„Als Bezirksvorsteherin ist es mir ein zentrales Anliegen die
Wünsche und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner genau zu
kennen, denn Sie wissen meist ganz genau, was es im Grätzl braucht.
Beim Projekt „Wiener Klimateams 2022“ konnten wir als Pilotbezirk
dabei sein und hier ist jetzt mit den Ideen der Ottakringerinnen und
Ottakringern ein klimafittes und zukunftsweisendes Viertel im dicht
besiedelten Gebiet Ottakrings entstanden, das zum Verweilen und zum
Miteinander im Öffentlichen Raum einlädt. Das zusätzliche Grün trägt
außerdem zur Verbesserung der Lebensqualität bei, leistet einen
wertvollen Beitrag zur Klimaanpassung und zur Schaffung einer
nachhaltigen und lebenswerten Umgebung für alle“, betont Lamp.
Brunnengasse wird Fußgängerzone
Von der Thaliastraße bis zur Menzelgasse wurde die Brunnengasse
in eine Fußgängerzone verwandelt. Hier wurden neun neue Bäume in
großzügigen Grünflächen gesetzt und sorgen somit im kommenden Sommer
für ein besseres Klima im dicht bebauten Grätzl. Ein Wasserspiel und
drei Trinkbrunnen bieten zusätzlich Kühlung.
Bunte Würfel können als Sitzgelegenheit oder Tisch genutzt werden
und verpassen der Gasse eine hübsche, farbenfrohe Optik.
Zum Einsatz kam eine helle Pflasterung, wie sie auch in der
kreuzenden Thaliastraße eingesetzt wurde. So kann einerseits
Regenwasser besser versickern und gelangt an die Wurzeln der Bäume,
die besonders in der heißen Jahreszeit viel Wasser benötigen.
Gleichzeitig heizen sich die hellen Pflastersteine nicht so stark
auf, was sich positiv auf das Mikroklima der Gasse auswirkt.
„Die Umgestaltung des Hippviertels zeigt, wie wir unsere Grätzl –
gerade rund um den Brunnenmarkt – behutsam weiterentwickeln können:
historisch gewachsen und klimafit für die Zukunft. Mit über 100.000
Besucher*innen pro Woche ist der Brunnenmarkt der meistbesuchte Markt
Wiens. Daher spürt man hier den Mehrwert der Veränderung sofort.
Möglich wurde das, weil die Menschen im Rahmen des Wiener Klimateams
ihre Ideen eingebracht und mitgestaltet haben. Das zeigt uns, wenn
Beteiligung gelingt, profitieren alle“, betont Selma Arapović.
Hippes Viertel: Auch Menzelgasse und Hippgasse wurden aufgewertet
Fünf Bäume wurden in der kreuzenden Menzelgasse und 13 Bäume in
der Hippgasse gepflanzt. Auch hier gibt es viele Sitzgelegenheiten.
Ein Schachtisch in der Menzelgasse und ein Mühletisch in der
Hippgasse runden das Angebot ab. Zwölf zusätzliche Radbügel im
Projektbereich erschließen den Brunnenmarkt und das Hippviertel noch
besser für die klimafreundliche Mobilität.
Brunnenmarkt boomt
Von der Umgestaltung des Hippviertels profitieren auch die über
hunderttausend Personen, die den Brunnenmarkt jährlich besuchen. Sie
können nun gemütlich durch die Stände flanieren und im Anschluss in
Hippgasse und Co. in klimafitter Umgebung entspannen.
Der Brunnenmarkt ist der längste Straßenmarkt Wiens. Auf bis zu
170 Ständen von der Thaliastraße bis zur Ottakringer Straße gibt es
ein buntes Angebot an regionalem Obst und Gemüse bis hin zu Wiener
Kaffeespezialitäten und Blumen. Der Brunnenmarkt ist mit 101.274
Besucher*innen in der Woche die Nummer 1 der meistbesuchten Märkte in
Wien. Das hat die letzte Erhebung 2024 ergeben.
Raus aus dem Asphalt-Rekordbilanz
Seit dem Start der großen Entsiegelungs- und Begrünungsoffensive
wurden in ganz Wien bereits 344 Projekte umgesetzt, dabei mehr als
3.300 Bäume gepflanzt, über 2.700 Sitzmöglichkeiten errichtet und
knapp 2.000 Quadratmeter Wasserspiel geschaffen. Mit der historischen
Begrünungsoffensive Wiens haben die Grätzl eine massive Verbesserung
des Mikroklimas und damit eine Aufwertung der Lebensqualität
erfahren.
Alle Projekte gibt es auf der interaktiven Wien-Karte zum
Entdecken https://wienwirdwow.at/
Wiener Klimateam
Das Wiener Klimateam hat 2022 gestartet. Seither wurden über
4.000 Ideen in neun Bezirken eingebracht. Wiener*innen und Expert*
innen der Stadt Wien haben daraus gemeinsam 75 Projekte entwickelt.
Eine große Bandbreite an Projekten ist bereits umgesetzt: Dazu zählen
etwa die Umgestaltung des Vorplatzes der U3-Endstation Ottakring oder
des Schlingermarkts, ein familienfreundlicher Naturlehrpfad in
Simmering, Fahrradreparatur-Angebote, Fassadenbegrünungen sowie
Infoabende für Energiegemeinschaften. 2025/26 sind die Josefstadt und
Penzing Klimateam-Bezirke.
Alle Infos unter https://klimateam.wien.gv.at/
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/