Sigi Maurer kritisiert ÖVP-Abgeordneten Taschner scharf: „Trump, Orbán und Kickl hätten ihre Freude an dieser Rede“

Wien (OTS) – Die stellvertretende Klubobfrau und
Wissenschaftssprecherin im Grünen
Parlamentsklub, Sigi Maurer, verurteilt jüngste Äußerungen des ÖVP-
Abgeordneten Rudolf Taschner in einer Plenarrede, in denen er ein
laufendes Forschungsprojekt der Wiener Musik und Kunst
Privatuniversität (Muk) und die Förderpraxis des Wissenschaftsfonds
FWF als „verbranntes Geld“ diffamiert. Maurer wirft Taschner vor, mit
unbegründeten Vorurteilen und ohne jegliche Sachkenntnis die Freiheit
von Forschung und Lehre anzugreifen.

„Was Herr Taschner hier im Parlament artikuliert hat, ist nichts
anderes als wissenschaftsfeindlicher Populismus auf Kosten der
Reputation unserer hervorragenden Hochschul- und
Forschungslandschaft“, erklärt Sigi Maurer verärgert. „Es ist absolut
inakzeptabel, dass ein Wissenschaftssprecher sich herausnimmt, ein
Forschungsprojekt, über das er offensichtlich keinerlei Wissen
besitzt, öffentlich zu delegitimieren und als ‘sinnlos’
abzustempeln.“

Das kritisierte Projekt, gefördert vom renommierten
Wissenschaftsfonds FWF, untersucht die Ästhetik des Schlafes und die
Funktion des Träumens für Kunst und Medientechnologie. „Herr Taschner
scheint sich an wissenschaftlich klar definierten Begriffen wie
‘Gender’ und ‘Decolonization’ zu stoßen – das ist ein klares Indiz
dafür, dass hier ideologische Scheuklappen über fundierter
Auseinandersetzung stehen“, so Maurer. „Seine Aussage, es sei
‘überflüssig, weitere Informationen über das Projekt einzuholen’,
bevor man es verurteilt, ist eine Bankrotterklärung für jede Form von
seriöser Politik und wissenschaftlichem Diskurs.“

Maurer betont die Bedeutung des FWF als Eckpfeiler der
Grundlagenforschung in Österreich: „Der FWF ist ein Garant für
wissenschaftliche Exzellenz und Unabhängigkeit. Projekte werden in
einem hochkompetitiven, internationalen Begutachtungsverfahren
ausgewählt – ein Qualitätsstandard, von dem sich Herr Taschner
offenbar keine Vorstellung macht, wenn er von ‘scheinbaren
Wissenschaften’ spricht und das Wissenschaftsministerium zum
‘Eingreifen’ auffordert. Diese Forderung ist ein direkter Angriff auf
die verfassungsmäßig verankerte Freiheit von Wissenschaft und
Forschung und zeugt von einem autoritären Denken, das wir entschieden
zurückweisen.“

Die Äußerungen Taschners schaden nicht nur dem Ansehen einzelner
Projekte, sondern auch dem Ruf Österreichs als Wissenschaftsstandort.
„Wir müssen uns als Gesellschaft klar von jenen Kräften abgrenzen,
die versuchen, Forschung und Lehre ideologisch zu instrumentalisieren
und wissenschaftliche Erkenntnisse nach Belieben zu diskreditieren“,
so Maurer. „Anstatt unsachliche und populistische Attacken zu
starten, sollte sich Herr Taschner lieber auf die Stärkung unserer
Forschungslandschaft konzentrieren. Das ist sein Job als
Wissenschaftssprecher, und dazu gehört, die Autonomie unserer
Universitäten und Forschungseinrichtungen zu verteidigen, nicht sie
aus Unkenntnis heraus anzugreifen“, so Maurer abschließend.