Sicherer Schulweg – Schwerpunktaktionen der Polizei zum Schulstart im Osten Österreichs

Wien (OTS) – Rund 500 Polizisten und Polizistinnen werden zum
Schulbeginn in den
Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland für die
Schulwegsicherung im Einsatz sein. „Durch eine verstärkte Präsenz der
Exekutive wird schwerpunktmäßig der Verkehr im Bereich der Schulen
überwacht, um die Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker zu
sensibilisieren“, betont Innenminister Gerhard Karner. Zusätzlich
werden auch ältere Schüler als Schülerlotsen und Eltern, Angehörige,
Opas und Omas als Erwachsenenlotsen sowie Zivildiener die Exekutive
bei der Sicherung des Schulweges unterstützen.

In Österreich gab es im Schuljahr 2024/2025 etwa 1,19 Millionen
Schülerinnen und Schüler, davon gingen rund 376.000 in Volksschulen,
davon 165.000 in Wien, Niederösterreich und im Burgenland. Mehr als
90.000 Erstklässler werden Anfang September ihren ersten Schultag in
einer der 3.000 Volksschulen in Österreich beginnen. Für den Großteil
der Volksschulen wurden Schulwegpläne erstellt, kritische Stellen wie
Kreuzungen werden punktuell gesichert.

„Als Innenminister habe ich gemeinsam mit mehr als 32.000
Polizistinnen und Polizisten für die Sicherheit in diesem Land zu
sorgen. Dazu gehört auch die Verkehrssicherheit, zu der die
Kolleginnen und Kollegen mit ihrem konsequenten und oft nicht
ungefährlichen Einsatz auf Österreichs Straßen ihren Beitrag
leisten“, sagt Innenminister Gerhard Karner. „Angesichts des
bevorstehenden Schulbeginns in Ostösterreich in den Bundesländern
Wien, Niederösterreich und Burgenland möchte ich auf die Wichtigkeit
der Schulwegsicherheit hinweisen und an alle Autofahrerinnen und
Autofahrer appellieren, in Schulnähe besonders auf Kinder zu achten
und bremsbereit unterwegs zu sein. Die Polizei wird zu Schulbeginn
mit sichtbarer Präsenz und Kontrollen verstärkt im Einsatz sein, um
die Sicherheit auf Schulwegen weiter zu erhöhen“, sagt Karner.

Mehr als 400 Schulwegunfälle im Jahr 2024

Im Jahr 2024 ereigneten sich österreichweit 419 Verkehrsunfälle,
bei denen 451 Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis 15
Jahren am Schulweg verletzt wurden – 42 davon schwer, Todesopfer gab
es im Vorjahr keine. Der größte Anteil der verletzten Kinder war zu
Fuß unterwegs (35 Prozent). Auch am Schutzweg, wo Kinder besonders
geschützt sein sollten, kommt es immer wieder zu Unfällen. Im Jahr
2024 verunglückten 80 Kinder auf einem Zebrastreifen. Die häufigsten
Unfallursachen bei Schutzwegunfällen sind Vorrangverletzungen bzw.
Rotlichtmissachtung (73 Prozent) sowie Unachtsamkeit und Ablenkung (
zwölf Prozent).

Im laufenden Jahr 2025 musste bereits ein tödlicher
Schulwegunfall beklagt werden: Am 5. Juni 2025 wurde im Bezirk
Kufstein in Tirol ein siebenjähriger Schüler auf dem Weg zur Schule
von einem anfahrenden Lkw überrollt und getötet.

Überwachung durch die Bundespolizei

Zum Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und –
teilnehmer setzen das Innenministerium und die Polizei österreichweit
einerseits auf repressive Maßnahmen gegen Fahrzeuglenkerinnen und –
lenker:

Schulwegüberwachung durch Polizistinnen und Polizisten an
markanten Knotenpunkten und Kreuzungen, die gemeinsam mit der Schule
festgelegt werden,

Kontrollen des Geschwindigkeitsverhaltens im Nahbereich von
Schulen und Kindergärten,

Überwachung der richtigen Kinderbeförderung und der
Gurtanlegepflicht sowie

dem richtigen Verhalten sowie der Annäherungsgeschwindigkeit im
Bereich von Schul- und Schutzwegen.

Andererseits wird auf Prävention durch Bewusstseinsbildung und
Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gesetzt.

Prävention, Bewusstseinsbildung, Aufklärung

Neben den repressiven Maßnahmen, die die Polizei zum Schutz der
schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer setzen muss,
stellen Prävention, Bewusstseinsbildung und Aufklärung wesentliche
und wichtige Bestandteile der Tätigkeit der Exekutive dar. „Dabei ist
mir der Schutz unserer Kinder, als schwächste Gruppe im
Straßenverkehr, ein ganz besonderes und persönliches Anliegen“, sagt
Karner. „Ich möchte mich auch bei allen ehrenamtlichen
‚Schulwegsicherern‘ wie älteren Schülern, Eltern, Opas und Omas sowie
Zivildienern für ihre wichtige Arbeit für die Sicherheit unserer
Kinder recht herzlich bedanken.“

Verkehrserziehung und Radfahrprüfung

Das Innenministerium und die Exekutive unterstützen die
Aufklärung und Bewusstseinsbildung der Kinder auch im Rahmen der
schulischen Verkehrserziehung in den Volksschulen und Kindergärten,
bei der jährlich österreichweit etwa 300.000 Kinder erreicht werden.
Dabei lernen Kinder mit spielerischen Mitteln, die Gefahren im
Straßenverkehr zu erkennen und zu vermeiden. Beispielsweise erfahren
Kinder, dass Smartphones und Kopfhörer die Aufmerksamkeit auf den
Verkehr beeinträchtigen und somit eine große Gefahr darstellen.

Zusätzlich wird auch verstärkt Augenmerk auf die jungen
Radfahrerinnen und Radfahrer gelegt. Sie werden auf die freiwillige
Radfahrprüfung – der erste Führerschein für Kinder – in der 4. Klasse
Volksschule vorbereitet, der technische Zustand ihrer Fahrräder wird
überprüft, und sie erhalten Tipps zur richtigen Beherrschung des
Fahrrades.