Wien (OTS) – Die führenden Wissenschaftler des Weltklimarats (IPCC)
haben im
Rahmen des neuen CMIP7-Prozesses eine fundamentale Korrektur
vorgenommen: Bisherige Extremszenarien – insbesondere das viel
zitierte Pfadmodell SSP5-8.5 – gelten nicht länger als plausible
Zukunftspfade für das 21. Jahrhundert. Dennoch bildet genau dieses
Worst-Case-Szenario weiterhin die primäre Grundlage für weitreichende
politische Regulierungen wie den europäischen „Green Deal“, für
wirtschaftspolitische Maßnahmen wie die Stresstests im Bankensektor
oder für nachgelagerte wissenschaftliche Folgestudien.
Hans Harrer , Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft,
betont: „Die Wissenschaft gesteht die fehlende Plausibilität ihrer
Extremszenarien ein, doch die Politik verharrt im kollektiven
Panikmodus. Wer aber die Zukunft unseres Mittelstands auf
dramatisierten Geistergeschichten aufbaut, betreibt keine seriöse
Wirtschaftspolitik, sondern fahrlässige Standort-Sabotage.“
Zwtl.: Vom Worst Case zur politischen Realität: Das
Plausibilitätsproblem
Der Senat der Wirtschaft kritisiert eine langanhaltende
Krisenpsychologie, die eine Politik der Verbote und staatlichen
Überregulierung befeuert hat, anstatt auf Effizienz und
technologische Innovation zu setzen.
„Was uns jahrelang als extremes, aber angeblich plausibles
Zukunftsszenario präsentiert wurde, entpuppt sich nun als
wissenschaftlich völlig unrealistisch. Dieses Modell ging unter
anderem davon aus, dass auch sämtliche Kohlevorkommen der Antarktis
verheizt würden – ein Szenario, das nie auch nur ansatzweise
realistisch war“ , erklärt Harrer .
Weiter betont er: „Kritiker, die in den letzten Jahren diese
offensichtlichen Rechenfehler hinterfragten, wurden allzu oft in die
Ecke der Klimaleugnung gedrängt. Das war intellektuell hochgradig
bequem, trieb aber die Spaltung unserer Gesellschaft voran und kostet
uns jetzt realen Wohlstand.“
Zwtl.: Vier konkrete Forderungen an die Wirtschaftspolitik
Angesichts der neuen wissenschaftlichen Faktenlage formuliert der
Senat der Wirtschaft die Notwendigkeit einer klaren Kurskorrektur:
– Rückkehr zu wissenschaftlicher Plausibilität: Forschungsgrundlagen
müssen transparent sein. Worst-Case-Szenarien dürfen nicht länger als
Prognosen für den politischen Alltag missbraucht werden.
– Stopp des „Goldplatings“: Österreichs nationales
Klimaneutralitätsziel 2040 ist im Vergleich zu internationalen
Standards (EU 2050, China 2060, Indien 2070, USA keine) ein massiver
Wettbewerbsnachteil. Staaten wie China und Indien bauen ihre
wirtschaftliche Basis umfassend aus und setzen auf pragmatische
Industriepolitik. Österreichs überambitionierte Alleingänge wirken
hierbei existenzgefährdend für den heimischen Standort.
– Technologieoffenheit statt Ideologie: Klimaschutz darf die
industrielle Basis nicht zerstören. Instrumente der ökosozialen
Marktwirtschaft, wie Kostenwahrheit und Eigenverantwortung, müssen
planwirtschaftlichen Eingriffen vorgezogen werden, um die heimische
Wettbewerbsfähigkeit in globalen Märkten zu wahren.
– Verantwortung statt Angstpolitik: Die Politik ist gefordert, den
Weg für Innovation und technologischen Fortschritt freizumachen,
statt die Gesellschaft durch Überregulierung und Verbote weiter zu
spalten.
Die Bilanz der bisherigen Verbotspolitik sei laut Analysen des
Senat ernüchternd: Eine überstürzte Transformation habe phasenweise
zu Rekord-CO2-Emissionen statt Reduktionen geführt (Energiewende),
während die dem Green Deal geschuldete Deindustrialisierung Europas
Emissionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze lediglich in Drittstaaten
mit wesentlich geringeren Umweltstandards verlagert hat.
Harrer unterstreicht abschließend: „Europa rettet das globale
Klima nicht, indem es seine eigenen Fabriken zusperrt. Die
Verlagerung der Industrie verschiebt lediglich den CO2-Ausstoß und
gefährdet gleichzeitig unseren hart erarbeiteten Wohlstand. Wir
müssen die lähmende Angstrhetorik durch einen vernünftigen
Klimarealismus ersetzen, der auf Innovation vertraut und den Kräften
der Marktwirtschaft den nötigen Freiraum gibt. Deshalb muss die
vernünftige politische Mitte jetzt das Steuer herumreißen und dieses
existenzielle Thema den Klima-Apokalyptikern auf der einen sowie den
Klimaleugnern auf der anderen Seite entziehen.”