Schoko-Osterhasen-Check: Das sind die Nachhaltigkeits-Sieger

Wien (OTS) – Ein Osternest ohne Schokohase ist wie der Frühling ohne
Sonne –
einfach nicht das Wahre. Am besten schmeckt die Schokolade, wenn sie
fair und nachhaltig ist. Rechtzeitig zum Fest veröffentlichen die
Menschenrechtsorganisation Südwind und die Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 mit dem Osterhasen-Check wieder ihren öko-sozialen
Wegweiser durch den Gütesiegel-Dschungel. Insgesamt haben die
Organisationen heuer 30 Schoko-Hasen unter die Lupe genommen. Neu
dabei in der Bewertung ist die Chocolate-Scorecard . Gerade für
Schokohasen, bei denen mit konzerneigenen Siegeln gearbeitet wird,
dient sie als zusätzliche Orientierungshilfe.

Zwtl.: Stabile Testsieger

Fünf Testsieger, die sich bereits in den letzten Jahren als
Vorreiter für soziale und ökologische Standards etabliert haben,
gewinnen in diesem Jahr erneut das Rennen. Der “EZA-Schokohase” aus
den Weltläden, der “Billa Bio Schokohase”, der vegane “Billa Vegavita
Bio Schoko Osterhase”, der “Spar Natur Pur Bio-Osterhase” und der
“BIO Osterhase Fairtrade” von Hofer. Sie alle tragen sowohl das
FAIRTRADE als auch das EU-Biosiegel. Im Ampelsystem des Osterhasen-
Checks bekommen sie deshalb eine doppelt grüne Bewertung.

“Der Osterhasen-Check zeigt, dass faire und soziale Schokolade im
Supermarkt schon lange kein Einzelfall mehr ist. Gleichzeitig gibt es
immer noch Ausreißer, die keine unabhängigen Zertifizierungen
aufweisen. Mit unserem Check bieten wir Orientierung, damit die
Schokolade im Osternest nachhaltig ist”, so Gudrun Glocker,
Lieferketten-Expertin bei Südwind und Anna Leitner, Ressourcen-
Sprecherin bei GLOBAL 2000.

Zwtl.: Branchenriese Lindt setzt auf Zertifizierung

Auch in diesem Jahr trägt die Mehrheit der Schokohasen mindestens
ein unabhängiges Gütesiegel, mit 87 Prozent sind es deutlich mehr als
im Vorjahr, als der Anteil zirka bei 75 Prozent lag. Nur vier Hasen
erhalten eine doppelt rote Bewertung: Sie haben weder für ökologische
noch für soziale Standards ein unabhängiges Siegel.

„Eigene Nachhaltigkeits-Programme, auf die vor allem große
Unternehmen setzen, sind kein Ersatz für unabhängige
Zertifizierungen. Konsument:innen können sich nicht darauf verlassen,
dass selbst definierte Kriterien bei der Herstellung der Schokolade
eingehalten werden. Konzern-Initiativen sind oft intransparent und es
wird nicht unabhängig kontrolliert“, sagt Gudrun Glocker von Südwind.
“Umso erfreulicher ist es, wenn Branchenriesen wie Lindt umdenken.“
Diese lassen seit Anfang des Jahres 100% ihres Kakaos zusätzlich zum
eigenen Nachhaltigkeits-Programm von Rainforest Alliance
zertifizieren.

“Konsument:innen dürfen im Siegel-Dschungel nicht auf sich allein
gestellt bleiben. Die Regierung muss Unternehmen zu Maßnahmen gegen
Kinderarbeit und Umweltzerstörung verpflichten. Das EU-
Lieferkettengesetz gibt dafür einen ersten Rahmen. Jetzt ist die
Bundesregierung am Zug, ein nationales Gesetz zu schaffen, das
Menschen und Umwelt effektiv schützt – damit in Zukunft jeder
Schokohase unbeschwert genossen werden kann”, fordert Leitner von
GLOBAL 2000.

Zwtl.: Waldzerstörung und Kinderarbeit im Kakao-Anbau

Die weltweiten Kakaopreise sind zuletzt wieder stark gesunken.
Preisschwankungen setzen Kakaobäuer:innen, die ohnehin schon mit
klimabedingten Ernteausfällen zu kämpfen haben, unter zusätzlichen
Druck. Besonders jetzt ist es wichtig, den fairen und sozialen Anbau
zu unterstützen, der ein menschenwürdiges und sicheres Auskommen
ermöglicht.

“Kinder- und Zwangsarbeit und sehr niedrige Bezahlung sind nach
wie vor große Probleme. Waldzerstörung für Kakao-Anbauflächen schaden
wiederum indigenen und anderen lokalen Gemeinschaften”, so Gudrun
Glocker von Südwind . “Dagegen können auch wir in Europa etwas tun:
Die EU-Entwaldungsverordnung soll verhindern, dass Produkte in
Zusammenhang mit Waldzerstörung auf den europäischen Markt kommen.
Sie steht aber gerade massiv unter Beschuss vieler Mitgliedsländer.
Österreich muss sich hier endlich seiner Verantwortung bewusst
werden.”

Zwtl.: Zum Osterhasen-Check

Dieser Check bezieht sich auf Schokoladen-Hohlfiguren, die bis
17.03.2026 in österreichischen Supermärkten erhältlich waren und
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Hase wurde nur
einmal aufgenommen – auch wenn er im Handel in unterschiedlichen
Varianten erhältlich ist.