Schilling/Grüne zu Renaturierungsplan: „Totschnig blamiert Österreich“

Wien (OTS) – Am 1. September hat Umweltminister Norbert Totschnig
(ÖVP) den
österreichischen Entwurf für den nationalen Wiederherstellungsplan an
die EU-Kommission übermittelt. Die Reaktionen der Fachwelt lassen an
Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Nach dem WWF und dem
Naturschutzbund haben auch Expert:innen von der Uni Wien und der BOKU
das Vorgehen der Regierung harsch kritisiert.

EU-Abgeordnete Lena Schilling kommentiert: „Expert:innen lassen
keinen Zweifel daran: Dieser Plan reicht nicht. Das ist nicht nur die
Einschätzung von uns Grünen, sondern das sagen uns Wissenschaft und
Naturschutzorganisationen, die seit Jahren an diesem Thema arbeiten.
Wenn sie unisono sagen, dass konkrete Maßnahmen, verbindliche Ziele
und eine gesicherte Finanzierung fehlen, kann der zuständige Minister
diesen Befund nicht einfach abtun.“

Totschnig hatte zusätzliche Maßnahmen von einer ausreichenden
Finanzierung durch die EU abhängig gemacht. Schilling dazu: „Minister
Totschnig schiebt die eigene Verantwortung nach Brüssel ab. Das ist
billig und kostet unnötig Zeit. Die Natur wartet nicht, bis sich Bund
und Länder über Zuständigkeiten und Fördertöpfe geeinigt haben.
Dieser Hitzesommer mit Dürre, Waldbränden und Hochwassergefahr hat
das klar gezeigt.“

Schilling erinnert daran, dass Österreich mit der Grünen
Regierungsbeteiligung und Leonore Gewessler maßgeblich dazu
beigetragen hat, die EU-Renaturierungsverordnung überhaupt zu retten:
„Österreich, das das Renaturierungsgesetz ermöglicht hat, liefert
einen Plan ab, der von den eigenen Fachleuten zerpflückt wird. Das
ist eine Blamage – nicht nur für Totschnig, sondern für unser Land,
das sich gerne als Vorreiter in Sachen Naturschutz sieht. Was wir
dringend brauchen, sind überprüfbare Ziele und ein verbindlicher
Zeitplan.“