Schilling/Grüne: „Stocker und Totschnig verschieben unsere Zukunft in den Abgrund.“

Brüssel (OTS) – Heute früh protestierten junge Klimaaktivist:innen
gemeinsam mit der
Europaabgeordneten Lena Schilling (Grüne/EFA) vor dem Rat in Brüssel.
Anlass war die Sitzung der EU-Botschafter:innen, bei der über das EU-
Klimaziel 2040 bzw. die drohende Verschiebung davon beraten wurde.
Immer mehr Mitgliedstaaten drängen auf Verzögerungen oder
Abschwächungen. Auch Klimaminister Totschnig äußerte sich vor Kurzem
für eine Verschiebung nach einer UN-Deadline, die für Europa schon
einmal nach hinten verschoben wurde.

„Die Jugend ist wütend, und das zu Recht“, sagt Lena Schilling,
grüne Europaabgeordnete und Schattenberichterstatterin für das EU-
Klimaziel 2040. „Vor 10 Jahren haben Regierungen versprochen, dass
wir unter 1,5 Grad bleiben. Heute sehen wir Wälder brennen, Gletscher
schmelzen und Menschen ihre Lebensgrundlagen verlieren. Das lässt
sich nicht mehr verschieben. Gleichzeitig verschieben Konservative in
Brüssel die europäische Klimapolitik und versuchen, sich mit
Taschenspielertricks aus der Verantwortung zu ziehen.“

Schilling kritisiert die Bundesregierung scharf: „Verwässerungen
und Verschiebung des EU-Klimaziels bedeuten am Ende nur, dass wir
Milliarden für Verschmutzungsrechte im Ausland zahlen, statt echten
Klimaschutz in Europa umzusetzen. Das ist verantwortungslos gegenüber
Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern und ein Verrat an der jungen
Generation. Es braucht mindestens 90 % Reduktion bis 2040 in der EU.“

Mit Blick auf die Weltklimakonferenz COP30 warnt Schilling: „Wer
jetzt das 2040-Klimaziel verschiebt, gefährdet weltweit unsere
Ambitionen, die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Am 18. September
müssen die Umweltministerinnen und Umweltminister entscheiden. Wenn
Österreich bremst, sendet es das Signal an die Welt, dass Europa
Klimaschutz nicht ernst meint. Und wenn wir es nicht ernst nehmen,
warum sollte es irgendwer anders tun?“

Hintergrund:
Schon am 24. September muss die EU ihr neues Klimaziel für 2035 bei
den Vereinten Nationen einreichen. Dieses Ziel hängt direkt vom
2040er-Ziel ab. Statt das Klimaziel wie geplant am 18. September mit
qualifizierter Mehrheit der Umweltministerinnen und Umweltminister zu
beschließen, will Österreich die Entscheidung auf einen Monat nach
der UN-Deadline verschieben. Auf der Ebene der Staats- und
Regierungschefs kann dann nur einstimmig entschieden werden. Damit
bekäme ausgerechnet Viktor Orbán ein Vetorecht über Europas
Klimazukunft.