Schiele & Peschka. Eine Familienaufstellung

Wien (OTS) – Hinter der „Sammlung Peschka“ verbirgt sich eine
Geschichte, die zwei
Künstlerfamilien miteinander verbindet – und neue Einblicke in die
Welt Egon Schieles eröffnet.

Egon Schieles Schwester Gerti heiratete den Maler Anton Peschka,
Schieles engen Freund und Künstlerkollegen. Als ihr Sohn, Anton
Peschka jun., 1997 verstarb, hinterließ er der Stadt Wien ein
außergewöhnliches Vermächtnis: einen gesamten Nachlass, der nicht nur
weltberühmte Kunstwerke umfasst, sondern eine wahre Zeitkapsel des
kreativen Wiens im frühen 20. Jahrhundert darstellt. Laut Testament
sollte der Nachlass als „Sammlung Peschka“ der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden.

„Mit sinnlicher Neugier und historischem Feingefühl öffnet die
Ausstellung ‚Schiele & Peschka‘ ein bislang unbekanntes Fenster zu
den privaten Verflechtungen zweier Künstler*innenfamilien. Die
großartige museale Forschungsarbeit und die präzise Aufarbeitung des
Hauses – sichtbar in bislang unbekannten Dokumenten, im Schiele-
Glaskabinett und im umfassenden Nachlass der ‚Sammlung Peschka‘ –
machen die Geschichte Schieles zum öffentlichen Allgemeingut. Damit
setzt das Wien Museum einmal mehr einen wichtigen Baustein unserer
Kunst- und Stadtgeschichte gekonnt in Szene“, so Kulturstadträtin
Veronica Kaup-Hasler.

Neben bedeutenden Gemälden und Zeichnungen umfasst er auch
Schieles Ateliermöbel sowie Sammlungen von Souvenirs,
Ziergegenständen, Kunstzeitschriften und Büchern. Auch Hunderte
Familienfotos und Briefe finden sich darunter – reiches Material, das
es erstmals ermöglicht, Schieles Leben in Beziehung zu seinen engsten
Angehörigen detailliert zu rekonstruieren.

„Man könnte meinen, über Egon Schiele sei bereits alles gesagt.
Doch Peschkas überraschend großer Nachlass ermöglicht es, Schieles
Leben und Werk in einigen Aspekten ganz neu zu beleuchten“, betont
Ursula Storch. Mit dieser Ausstellung verabschiedet sich die
Vizedirektorin und Kuratorin des Wien Museums nach 37 Jahren in den
Ruhestand.

Neu aufgetauchte Dokumente erhellen etwa das Leben von Schieles
erstgeborener Nichte, deren Existenz bis vor kurzem unbekannt war.
Andere Schriftstücke greifen eine der hartnäckigen Fragen der Schiele
-Forschung auf: Hat Anton Peschka jemals Werke im Stil seines
berühmten Schwagers angefertigt und als solche verkauft?

Besonders eindrucksvoll ist Egon Schieles originale Glasvitrine,
die samt Inhalt erhalten geblieben ist – ein persönliches „Kabinett
der Kuriositäten“, gefüllt mit Büchern, Objekten und
Erinnerungsstücken, die Schiele sammelte. Dieses Möbelstück ist
erstmals öffentlich zu sehen und lässt sich als typisches Beispiel
einer „Künstler-Sammlung“ des frühen 20. Jahrhunderts lesen.

Die „Sammlung Peschka“ eröffnet somit nicht nur ein tieferes
Verständnis für Schieles Welt, sondern gewährt auch einen seltenen,
intimen Einblick in das Leben und die Ambitionen zweier
Künstlerfamilien.

Die Ausstellung wird von einem Katalog und der digitalen
Aufbereitung eines Großteils der Objekte vor Ort und in der Online
Sammlung des Wien Museums begleitet und damit einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Schiele & Peschka
Eine Familienaufstellung

Wien Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien
30. April bis 27. September 2026

Kuratorin: Ursula Storch
Kuratorische Mitarbeit: Marie Gruber, Elke Wikidal
Ausstellungsarchitektur: Christian Sturminger
Ausstellungsgrafik: Büro Perndl

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