Wien (OTS) – Das Vienna International Arbitral Centre (VIAC), die
Schiedsinstitution der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), hat mit
Franz Schwarz einen neuen Präsidenten. Er folgt auf Nikolaus
Pitkowitz. Bestätigt wurde außerdem Patrizia Netal als
Vizepräsidentin.
Beim 50-jährigen Jubiläum der Schiedsinstitution skizzierte der
neue Präsident die Prioritäten für seine Funktionsperiode. Dabei
liegt der Fokus auf Effizienz, Transparenz und Internationalisierung.
„Unser qualitativ höchstwertiges Service für Unternehmen ist unser
größtes Asset. Grundvoraussetzung dafür sind Schnelligkeit, Fairness,
Expertise, Zuverlässigkeit und ein ausgezeichnetes Kosten-Nutzen-
Verhältnis. Dafür wird VIAC weltweit in hohem Maße geschätzt.“
Zwtl. Steigende Zahl der Verfahren und Schiedsrichter:innen in
der CEE-Region
Die starke Position der WKÖ-Schiedsinstitution weiter ausbauen
will Schwarz besonders in Mittel- und Osteuropa, das er „als
natürliche Heimat von VIAC“ sieht und wo bereits mehr als 41 Prozent
aller Streitbeilegungsverfahren durchgeführt werden. „Brücken zu
bauen bedeutet für uns, hochqualifizierte Fachleute aus Ost und West
zusammenzubringen, die einander auf Augenhöhe begegnen und ihre
Perspektiven und Erfahrungen einbringen“, so Schwarz, der auf die
steigende Zahl der Verfahren und Schiedsrichter:innen in der CEE-
Region verweist, die durch VIAC ernannt werden.
Als Erfolgsgeschichte hat sich das „VIAC Community Ambassador
Network (CAN)“ erwiesen, das mittlerweile bereits in 33 Ländern aktiv
ist. Für Schwarz ist das Netzwerk „ein weiterer Baustein, mit dem wir
den Standort Wien als führendes Streitbeilegungs-Zentrum in Mittel-
und Osteuropa stärken.“
„Das 50-jährige Jubiläum ist für unsere Schiedsinstitution ein
Meilenstein und gleichzeitig ein Sprungbrett für zukünftiges
Wachstum. Mit dem Fokus auf Effizienz, Inklusivität und globale
Vernetzung möchten wir unsere Position als innovativer Vordenker und
Impulsgeber weiter stärken“, ergänzt VIAC-Generalsekretärin Niamh
Leinwather.
Die Schiedsinstitution der WKÖ verweist auf ein erfolgreiches
Jahr 2024: Im Vorjahr waren 72 Verfahren anhängig, bei denen es um
einen Streitwert von 1,94 Mrd. Euro ging. Beide Werte lagen deutlich
über jenen der vergangenen Jahre. Erfreulich ist, dass VIAC immer
mehr von Unternehmen aus der CEE-Region für die Administration von
Rechtsstreitigkeiten zwischen Firmen beauftragt wird. 93 Prozent der
Fälle wurden am Standort Wien verhandelt.
Franz Schwarz ist Partner und Vice-Chair der Praxisgruppe
Internationales Schiedsrecht bei der internationalen Anwaltskanzlei
WilmerHale und seit 1999 in London tätig. Er war als
Parteienvertreter oder Schiedsrichter in mehr als 250 Verfahren
involviert und gilt als einer der weltweit führenden Experten im
Schiedsrecht. 2020 wurde er von der Republik Österreich zum Mitglied
des International Centre for Settlement of Investment Disputes Panel
of Conciliators ernannt.
Zwtl.: VIAC unterstützt Vertragsparteien aus aller Welt
Die Wirtschaftskammer Österreich hat mit dem Vienna International
Arbitral Centre eine der führenden europäischen Schiedsinstitutionen.
VIAC unterstützt seit einem halben Jahrhundert Vertragsparteien aus
aller Welt bei der Beilegung von internationalen
Handelsstreitigkeiten durch die Administration der anhängig gemachten
Schiedsfälle nach seiner Schieds- und Mediationsordnung.
Schiedsverfahren sind die gängigste Art der Beilegung von
Handelsstreitigkeiten. Im Vergleich zu staatlichen Verfahren ist ein
Schiedsverfahren in der Regel unkomplizierter, schneller und
günstiger, zudem kann ein Schiedsspruch praktisch weltweit
vollstreckt werden. (PWK494/ST)