Wien (OTS) – „Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen leider einmal
mehr das, was
wir seit Jahren von Betroffenen hören und politisch thematisieren.
Wenn Menschen den Begutachtungsprozess als respektlos, voreingenommen
oder gar willkürlich erleben, dann ist das für einen Sozialstaat
schlicht inakzeptabel. Wer krank oder pflegebedürftig ist, darf nicht
zusätzlich das Gefühl bekommen, sich rechtfertigen zu müssen oder
unter Generalverdacht zu stehen“, zeigt sich Ralph Schallmeiner,
Gesundheitssprecher der Grünen, entsetzt über die heute
veröffentlichte Studie von „foresight“ im Auftrag der Arbeiterkammer
Oberösterreich.
„Besonders problematisch ist auch, dass vorhandene fachärztliche
Befunde offenbar immer wieder ignoriert oder Diagnosen schlicht in
Zweifel gezogen werden. Alarmierend ist zudem, wie oft Entscheidungen
erst vor Gericht korrigiert werden müssen. Es kann nicht sein, dass
Menschen erst vor Gericht ziehen müssen, um zu ihrem Recht zu kommen.
Deshalb braucht es dringend eine unabhängige Beschwerde- und
Prüfstelle, an die sich Betroffene niederschwellig wenden können“,
fordert Schallmeiner.
„Unser Anspruch muss sein, dass Begutachtungen sowohl menschlich
korrekt als auch nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft erfolgen.
Gerade bei Erkrankungen wie ME/CFS erleben wir noch viel zu oft, dass
sie zur Glaubensfrage gemacht werden oder schlicht unbekannt sind.
Das ständige Abwiegeln und Schönreden der PVA muss endlich ein Ende
haben. Hier ist auch die zuständige Ministerin gefordert, wegducken
geht sich schlicht und einfach nicht aus“, sagt Schallmeiner.