Schallmeiner: „Katastrophenschutz muss Menschen mit Behinderungen von Anfang an mitdenken“

Wien (OTS) – „Christine Steger hat vollkommen recht: Wenn Menschen
mit
Behinderungen im Katastrophenschutz nicht von Anfang an mitgedacht
werden und Warnungen oder Maßnahmen sie daher nicht rechtzeitig
erreichen, kann das lebensgefährlich sein“, unterstützt der Sprecher
der Grünen für Menschen mit Behinderungen, Ralph Schallmeiner, die
heutigen Forderungen der Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für
Menschen mit Behinderungen.

Wie dramatisch die Folgen sein können, zeigte die Flutkatastrophe
im deutschen Ahrtal 2021. In Sinzig starben zwölf Menschen mit
Behinderungen in einer Einrichtung der Lebenshilfe. „Sinzig muss uns
eine Mahnung sein. Wenn Warnungen nicht alle erreichen, Evakuierungen
nicht auf unterschiedliche Unterstützungsbedarfe vorbereitet sind
oder Menschen nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können,
dann reden wir nicht über Komfort oder Bürokratie. Dann reden wir im
schlimmsten Fall über Leben und Tod“, so Schallmeiner.

Deshalb müssten Warnsysteme, Evakuierungspläne, Transporte und
Notunterkünfte durchgehend barrierefrei geplant werden. Menschen mit
Behinderungen und ihre Selbstvertretungsorganisationen müssten dabei
von Beginn an eingebunden sein. „Menschen mit Behinderungen sind
keine Fußnote im Katastrophenschutz, die vernachlässigbar ist. Sie
sind Expert:innen in eigener Sache. Bund, Länder und Gemeinden müssen
deshalb gemeinsam mit ihnen verbindliche Standards für einen
inklusiven Katastrophenschutz entwickeln und bestehende Krisenpläne
auf ihre tatsächliche Barrierefreiheit überprüfen“, fordert
Schallmeiner.

„Die UN-Behindertenrechtskonvention gilt auch bei Hochwasser,
Hitzewellen oder einem Blackout. Christine Steger legt hier zu Recht
den Finger in die Wunde. Österreich muss aus Katastrophen wie jener
im Ahrtal lernen, bevor wir selbst feststellen müssen, dass Menschen
in unseren Krisenplänen vergessen wurden“, hält Schallmeiner fest.