Schallmeiner/Grüne zu Sanitäter:innen-Gesetz: Qualität stärken statt System schwächen

Wien (OTS) – „Was hier am Tisch liegt, entscheidet darüber, ob wir
unser
Gesundheitssystem stabilisieren – oder weiter unter Druck setzen“,
reagiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, auf
die aktuellen Debatten rund um die Reform des Sanitäter:innen-
Gesetzes. „Die Analyse der AK Wien und der Initiative Zukunft
Rettungsdienst ist klar und sie deckt sich mit dem, was wir seit
Langem sagen: Der Rettungsdienst ist ein zentraler Teil der
Gesundheitsversorgung. Wer hier an der Ausbildung spart oder das
Einstiegsalter senkt, läuft Gefahr, die Probleme zu verschärfen statt
sie zu lösen.“

„Wir wollen, dass Menschen unabhängig vom Wohnort und Einkommen
die bestmögliche Versorgung bekommen. Genau hier besteht
Handlungsbedarf: bei Qualität, Ausbildung und klaren Strukturen“, so
Schallmeiner. „Ein moderner Rettungsdienst ist kein Nice-to-have, er
ist ein zentraler Baustein eines funktionierenden öffentlichen
Gesundheitssystems.“

Gerade in einem System, das bereits jetzt unter Personalmangel
und steigenden Anforderungen leidet, sei es fahrlässig, auf
Deprofessionalisierung zu setzen: „Sanitäter:innen sind keine bloßen
Ausführenden. Sie treffen täglich Entscheidungen unter Zeitdruck mit
enormer Verantwortung. Diese Realität muss sich endlich auch in
Ausbildung und Kompetenzen widerspiegeln“, erläutert Schallmeiner.

Die Diskussion über den Einsatz von 16-Jährigen im Rettungsdienst
bezeichnet Schallmeiner als völlig falsches Signal: „Wir reden hier
über hochbelastende Einsätze, über medizinische Entscheidungen und
über Verantwortung gegenüber Patient:innen. Hier ist Professionalität
gefordert.“

Die Bundesregierung habe sich zur Reform bekannt, jetzt brauche
es endlich konkrete Schritte: „Was fehlt, ist nicht die Erkenntnis,
sondern der politische Wille zur Umsetzung. Statt immer neuer
Ankündigungen braucht es jetzt eine klare gesetzliche Grundlage für
ein modernes Berufsbild mit echten Entscheidungskompetenzen“, fordert
Schallmeiner und verweist darauf, dass eine echte
Qualifikationsoffensive nicht nur eine Frage der Qualität sei,
sondern auch der Systemeffizienz: „Besser ausgebildete
Sanitäter:innen entlasten Spitäler, vermeiden unnötige Transporte und
sorgen für schnellere, zielgerichtete Versorgung. Das ist gut für die
Patient:innen und wäre für das Gesamtsystem sinnvoll.“

Abschließend hält Schallmeiner fest: „Jetzt ist der Moment für
eine echte Reform. Alles andere wäre ein Rückschritt auf Kosten der
Beschäftigten, der Patient:innen und letztlich des gesamten Systems.“