Wien (OTS) – Die heute präsentierten Ergebnisse der
Wehrdienstkommission liefern
wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Wehr- und Zivildienst.
Angesichts der nun bekannt gewordenen neuen Entwicklungen begrüßt der
Samariterbund die angestoßene Diskussion und sieht insbesondere in
der empfohlenen Ausweitung des Zivildienstes auf zwölf Monate eine
Chance, sofern sie nicht als isolierte Maßnahme umgesetzt wird.
Positiv bewertet der Samariterbund außerdem die Empfehlung, die
Anzahl der Zivildienst-Trägerorganisationen zu reduzieren – mit mehr
Fokus auf Rettungsorganisationen.
„Für uns ist das ein Startschuss für eine Debatte, die nicht im
Abstrakten bleiben darf. Zivildienstleistende sind in vielen
Bereichen eine tragende Stütze – und das muss sich auch in der
angestrebten Reform widerspiegeln“, sagt Samariterbund-Präsident
Franz Schnabl.
Chance für mehr Qualität
Grundsätzlich bewertet der Samariterbund eine Ausweitung auf zwölf
Monate positiv, vor allem im Rettungsdienst. Dazu Wolfgang Dihanits,
stellvertretender Bundessekretär des Samariterbundes: „Wer einmal
erlebt hat, wie viel Routine und Sicherheit junge Menschen nach der
Ausbildung im Einsatz gewinnen, versteht sofort: Jeder zusätzliche
Monat mit fertig ausgebildeten Zivildienstleistenden bringt
Stabilität – und damit Qualität für Patient:innen“.
Gerade im Rettungsdienst geht ein wesentlicher Teil der
Dienstzeit für die Sanitäterausbildung drauf. „Wenn mehrere Monate
Ausbildung notwendig sind, bleibt bei einer kürzeren Gesamtdauer
schlicht weniger Zeit für den produktiven Einsatz. Eine Ausweitung
verbessert dieses Verhältnis spürbar – das hilft den Organisationen
und vor allem den Menschen, die Hilfe brauchen“, betont Dihanits.
Damit die Reform trägt
So klar die Chance ist, so klar ist auch die Warnung des
Samariterbundes: Zwölf Monate Zivildienst dürfen nicht zur
Belastungsprobe werden. „Das gelingt nur, wenn der Zivildienst
attraktiv bleibt. Dafür braucht es politische Begleitmaßnahmen“, sagt
Dihanits.
„Wenn eine Ausweitung auf zwölf Monate dazu führt, dass sich
weniger junge Männer für den Zivildienst entscheiden, wäre niemandem
geholfen – im Gegenteil: Das würde Rettung, Pflege und soziale
Dienste unmittelbar schwächen“, so Dihanits. „Die notwendigen
Rahmenbedingungen müssen daher von Beginn an mitgedacht werden. Wenn
ausgeweitet wird, dann mit einem Gesamtpaket, das den Zivildienst
stärkt – nicht schwächt.“
Reformdiskussion rasch und praxisnah führen
Der Samariterbund sieht die Empfehlungen der Kommission als Grundlage
für eine konstruktive Reformdiskussion: „Wir plädieren für ein
baldiges Treffen der zuständigen politischen
Entscheidungsträger:innen mit den führenden Rettungsorganisationen,
um gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten“, so Dihanits.