Samariterbund Wien startet „Soziale Landwirtschaft“ am Rosenhügel

Wien (OTS) – Mit dem Projekt „Soziale Landwirtschaft am Rosenhügel“
verbindet der
Samariterbund Wien soziale Verantwortung mit gesundheitlicher
Förderung und ökologischer Landwirtschaft. Im Rahmen des offiziellen
Projektstarts pflanzte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker
symbolisch einen Baum.

„Frische, gesunde Nahrungsmittel stehen jedem Menschen in unserer
Stadt zu. Gerade bei armutsgefährdeten Menschen wissen wir, dass die
Ernährung häufig einseitig ist und Fertiggerichte den Speiseplan
dominieren. Mit diesem Projekt kann ein wichtiger Beitrag geleistet
werden, um die Ernährungssituation von Menschen mit kleiner Geldbörse
nachhaltig zu verbessern“, streicht Gesundheits- und Sozialstadtrat
Peter Hacker hervor.

Arabel Bernecker-Thiel, Sozialsprecherin der NEOS Wien: „Mit
Soziale Landwirtschaft hat der Samariterbund Wien ein wichtiges
Bildungsprojekt für Jung und Alt geschaffen, das nicht nur
informiert, sondern gleichzeitig auch zum sozialen Engagement
motiviert. Das Projekt zeigt, dass soziale Gerechtigkeit und
Nachhaltigkeit auch Hand in Hand gehen können.“

Frische Lebensmittel für armutsbetroffene Menschen

Kern des Projekts ist eine nachhaltige Marktgärtnerei mit
Gemüseackern, die neben einer revitalisierten Streuobstwiese
aufgebaut wurden. Hier wird frisches, nährstoffreiches Obst und
Gemüse produziert, das armutsbetroffenen Menschen zugutekommt –
insbesondere über Sozialmärkte sowie Einrichtungen der Wohnungslosen-
und Flüchtlingshilfe. Insgesamt 40 Schafe beweiden das weitläufige
Areal.

Darüber hinaus entsteht am Rosenhügel im Rahmen einer Kooperation
zwischen dem Samariterbund und dem Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV)
ein lebendiger Erlebnis- und Lernraum mit sozialpädagogischer
Ausrichtung. Kinder und Jugendliche – aus dem Schulbetrieb und aus
der Kinder- und Jugendpsychiatrie – werden aktiv eingebunden. Der
wachsende Naturerlebnisgarten wird als Ort der Selbstwirksamkeit,
Stabilisierung und des gemeinschaftlichen Handelns etabliert.

„Mit der Sozialen Landwirtschaft am Rosenhügel schaffen wir einen
direkten Zugang zu frischen, hochwertigen Lebensmitteln für jene
Menschen, die diese am dringendsten brauchen. Gesunde Ernährung darf
keine Frage des Einkommens sein. Gerade in Zeiten steigender
Lebenshaltungskosten ist es daher besonders wichtig, armutsbetroffene
Menschen mit gesunder Nahrung zu unterstützen“, sagt Dr. Susanne
Drapalik, Präsidentin und Landeschefärztin des Samariterbundes Wien.

Der Bedarf nach Obst und Gemüse in den Sozialmärkten wächst
stetig, da immer mehr Menschen aufgrund steigender Armut auf diese
Unterstützung angewiesen sind. Auch unter diesem Gesichtspunkt kommt
der Initiative eine wesentliche Bedeutung zu, da sie zur Abdeckung
dieses steigenden Bedarfs beiträgt.

Bildung und ehrenamtliches Engagement

Das Projekt bietet auch für Privatpersonen und Firmen die
Möglichkeit, aktiv mitzuwirken: Von der Aussaat über das Pflanzen und
Pflegen bis zur Ernte können sich Ehrenamtliche unter fachmännischer
Anleitung aktiv einbringen. Ziel ist es, Umwelt- und Klimabewusstsein
durch praktisches Erleben zu stärken sowie Wissen über Biodiversität
und nachhaltige Ernährung zu vermitteln. Gleichzeitig wird ein
niederschwelliger Zugang zu Naturerfahrungen geschaffen und ein
langfristig offener, vielfältig nutzbarer Raum etabliert.

Zur Verfügung gestellt wird das weitläufige Areal am Rosenhügel
von der „Nathaniel Freiherr von Rothschild´sche Stiftung für
Nervenkranke“. Stiftungsvorständin Mag. Agnes Berlakovich hält fest:
‚‚Als Stiftungsverwaltung der Abteilung für Soziales, Sozial- und
Gesundheitsrecht (MA 40) tragen wir die Verantwortung für die
Vertretung und Verwaltung der gemeinnützigen Stiftung mit
historischer Bedeutung und klarem gemeinwohlorientiertem Auftrag. Die
geplante Rekultivierung und therapeutische Erweiterung des Rosenhügel
Areals bietet eine wertvolle Gelegenheit, soziale und gesundheitliche
Aspekte auf innovative sowie nachhaltige Weise zu vereinen. Es ist
sehr erfreulich, dass durch diese Kooperation vielfach Sinnstiftendes
geschaffen werden konnte: Patient:innen profitieren von den
erweiterten Therapiemöglichkeiten, und armutsbetroffene Menschen
erhalten unmittelbare Unterstützung aus den Erträgen der
landwirtschaftlichen Nutzung. Damit leistet die Stiftung gemäß ihrem
Zweck weiterhin einen wertvollen Beitrag im Wiener Sozial- und
Gesundheitssystem.‘‘

„Wir bedanken uns herzlich bei der Nathaniel Freiherr von
Rothschild’sche Stiftung für Nervenkranke für die großzügige
Zurverfügungstellung des Areals und ihre großartige Unterstützung –
ohne dieses Engagement wäre die Realisierung des Projekts nicht
möglich gewesen. Ebenso gilt unser besonderer Dank dem Wiener
Gesundheitsverbund für die wertvolle Kooperation und ihre
Unterstützung zum Gelingen des Projekts“, sagt Mag. Oliver Löhlein,
Geschäftsführer des Samariterbundes Wien.

Mit der „Sozialen Landwirtschaft“ am Rosenhügel ist ein
zukunftsweisendes Modellprojekt angelaufen: Es vereint ökologische
Nachhaltigkeit, soziale Inklusion und Verantwortung mit
gesundheitlicher Förderung und schafft einen offenen und vielfältig
nutzbaren Raum in Wien.

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Fotocredit: Samariterbund/G. Pall