Salzburg: Kundgebung für verhungernde Stadttauben

Wien (OTS) – Über 40 Tierschützer:innen des VEREIN GEGEN
TIERFABRIKEN, der ARGE
Stadttauben Salzburg und des Vereins RespekTier e versammelten sich
heute vor dem Schloss Mirabell, dem Sitz der Stadtregierung, zu einer
Kundgebung, um auf die dramatische Situation der Salzburger
Stadttauben aufmerksam zu machen, insbesondere hinsichtlich des
alarmierend schlechten Ernährungszustandes.

Eisiger Kälte trotzend, harrten die Tierschützer:innen mit Schildern
vor dem Schloss Mirabell aus, die Taubenfotos und Aufschriften wie
„Legale Fütterungsplätze jetzt“, „Ich habe Hunger“ oder „Ich bin
verhungert“ zeigten. Die Botschaft ist ein klarer Appell an die
Salzburger Stadtregierung, nicht mehr wegzuschauen und den Tauben
artgerechtes Futter, zuerst in Form einer Notfütterung, und
anschließend an legalen und von der Stadt kontrollierten
Fütterungsplätzen, zur Verfügung zu stellen. Der Winter ist
eingebrochen. Für die ohnehin schon ausgehungerten Tiere bedeutet
dies eine noch größere Belastung, da mehr Energie benötigt wird, um
sich warmzuhalten.

Hans Lutsch, Obmann und Experte der ARGE Stadttauben Salzburg: “
Durch Fütterungsverbote erleiden Straßentauben zusätzlichen Stress.
Ein chronischer Mangel an hochwertigem Körnerfutter verschlechtert
das Allgemeinbefinden und führt zur Aufzehrung von Fettreserven und
der Muskulatur. Zusätzlich wird die Körpertemperatur empfindlich
herabgesetzt. In den Wintermonaten führen diese Beeinträchtigungen,
Hunger und der Verlust von körperlichen Reserven, zu einem
schnelleren (stillen) Sterben.“

Am 2. Oktober 2025 wurde bei einem Runden Tisch der Stadtpolitik die
Umsetzung des sogenannten Augsburger Modells mit Taubenschlägen,
artgerechter Fütterung im Taubenschlag und Eieraustausch beschlossen.
Doch die ersten Taubenschläge sollen laut Bürgermeister Bernhard
Auinger (SPÖ) erst in einem Jahr eröffnet werden. Bis dahin ist
keinerlei Fütterung vorgesehen, wie das Büro vom zuständigen
Bürgermeisterstellvertreter Florian Kreibich (ÖVP) auf Anfrage
mitteilte, obwohl das Augsburger Modell von der Stadt betreute
Fütterungsplätze dezidiert als Teil des erfolgreichen
Taubenmanagementkonzepts vorsieht.

Georg Prinz, Obperson-Stellvertreter des VGT: „Wir begrüßen es sehr,
dass sich die Salzburger Stadtregierung einstimmig für die Umsetzung
des Augsburger Modells mit betreuten Taubenschlägen entschieden hat.
Nun müssen wir jedoch mahnen, dass dieses auch so umgesetzt wird, wie
es in so vielen Städten schon erfolgreich passiert ist: MIT
kontrollierten Fütterungsplätzen, an denen die Tauben mit
artgerechtem Körnerfutter versorgt werden, bis sie in einen
Taubenschlag einziehen können. Das Augsburger Modell ist ein
Erfolgskonzept, das jedoch nicht gelingen wird, wenn man nur halbe
Sachen macht. “

Pressefotos (Copyright: VGT.at)