Ruf nach Bundeskompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe wird immer lauter!

Österreich (OTS) – Der Dachverband der Österreichischen Kinder- und
Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ) erneuert am Tag der Kinderrechte in
Österreich seinen dringenden Appell an die Bundesregierung, wieder
mehr bundesweite Verantwortung in der Kinder- und Jugendhilfe (KJH)
zu übernehmen.

Seit Jahren warnt die gesamte Fachwelt davor, dass die
vollständige „Verländerung“ der Kinder- und Jugendhilfe zu massiven
Qualitätsunterschieden, ungleichen Chancen und strukturellen
Schieflagen geführt hat. Dennoch hält der Bund weiterhin daran fest,
sich aus der Verantwortung zurückzuziehen.

Obwohl schon bei ihrer Einführung vor fünf Jahren die Kritik aus
Wissenschaft, Praxis und Interessensvertretungen massiv war, wurde
die Zuständigkeit für KJH trotzdem an die Länder übertragen. Das
Ergebnis: ein Flickenteppich unterschiedlicher Praxis und Regelungen,
die weder fair noch zukunftsfähig sind.

Bereits im Regierungsprogramm wurde eine Harmonisierung der
Kinder- und Jugendhilfe klar zugesagt – passiert ist praktisch
nichts. Der Sozialausschuss des Nationalrats hat Bundesministerin
Claudia Plakolm zuletzt aufgefordert , endlich zu handeln. Auch die
Grünen verlangen die Rücknahme der „Verländerung“. Und die aktuelle
Diskussion über freiheitsbeschränkende Maßnahmen in der KJH braucht
ebenfalls eine bundesweite Lösung.

Weitere Stimmen zeigen die Dringlichkeit des Anliegens:
– Tirols Landeshauptmann Anton Mattle sprach sich für ein
Bundesmandat bei den Kollektivvertragsverhandlungen in der
Sozialwirtschaft aus.
– Die Volksanwaltschaft mahnte mehrfach und auch jüngst wieder die
Einführung bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards in der Kinder-
und Jugendhilfe ein.

„Wie viele Signale braucht es noch, um die Notwendigkeit
stärkerer bundesweiter Steuerung endlich anzuerkennen?“ , fragt
Gerald Herowitsch-Trinkl , Obmann des DÖJ. „ Der DÖJ wie auch FICE-
Austria, die Volksanwaltschaft, Netzwerk Kinderrechte, die Kinder-
und Jugendanwaltschaften, die Bundes-Jugendvertretung und viele
anderen Expert*innen setzen uns immer wieder für eine österreichweit
koordinierte und qualitätsgesicherte Kinder- und Jugendhilfe ein .“

Von SPÖ und NEOS ist in dieser Frage kein Gegenwind zu erwarten.
Daher richtet der Dachverband einen deutlichen Appell an
Bundesministerin Claudia Plakolm und die ÖVP, offene Gespräche über
die Rückkehr zu mehr Bundeskompetenz und Verantwortung aufzunehmen .

„Kinder- und Jugendhilfe darf nicht vom Wohnort abhängen. Gleiche
Chancen und gleiche Qualität für alle Kinder in Österreich müssen
unser gemeinsames Ziel sein“, betont der DÖJ abschließend – und das
besonders am Tag der Kinderrechte, den 20.Nov. 2025.