Osnabrück (OTS) – Mit der Bitte um Berücksichtigung:
Diese Pressemitteilung geht Ihnen anlässlich des Internationalen
Tages der älteren Menschen, auch bekannt als Weltaltentag zu. Dieser
findet jedes Jahr am 1. Oktober statt und wurde 1990 von den
Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Bedeutung älterer
Menschen für die Gesellschaft zu würdigen, ihre Beiträge
hervorzuheben und die Solidarität zwischen den Generationen zu
fördern
Auf der 60. Session des Menschenrechtsausschusses der Vereinten
Nationen, die noch bis zum 08. Oktober in Genf veranstaltet wird,
haben die Mitgliedsstaaten eine Resolution mit dem Ziel beschlossen
eine staatenübergreifende Arbeitsgruppe zu etablieren, die damit
beauftragt sein wird, eine international rechtlich bindende
Konvention zu den Rechten älterer Menschen zu erarbeiten.
“ Eine globale Konvention über die Rechte älterer Menschen ist
ein Rettungsanker. Sie ermöglicht uns den Übergang von jahrelangen
Versprechen hin zu Schutz und Inklusion. Jeder ältere Mensch,
überall, verdient es, in Würde zu altern“ , so Andrew Kavala,
Vorsitzender der malawischen Dachorganisation MANEPO. Kavala steht
auf der Shortlist zur Wahl des Chefberaters („Independent Expert“)
bei den Vereinten Nationen für die Rechte älterer Menschen. Im Falle
seiner Wahl wäre der weltweit anerkannte Experte eine wichtige und
laute Stimme für die Bedarfe älterer Menschen, nicht nur in Afrika,
sondern weltweit.
Eine dezidierte und rechtlich bindende Weltaltenrechtkonvention
ist der einzige Weg, die Fragmentierung und Schwächen des
internationalen Menschenrechtssystem hinsichtlich der Rechte älterer
Menschen zu beheben. Eine solche Konvention hat eine positive Wirkung
auf das Leben sowohl der heutigen Generation Älterer als auch auf
nachfolgende Generationen. Staaten erhalten klare Vorgaben und
Hilfestellungen, wie sie die Rechte älterer Menschen fördern und
schützen können. Ältere Menschen hingegen erhalten einen bindenden
Rechtsrahmen, innerhalb dessen sie Verletzungen ihrer Menschenrechte
wirkungsvoll bekämpfen und ihre Rechte verbindlich einfordern können.
Insbesondere die Corona-Pandemie hat wie ein Brennglas gewirkt und
aufgezeigt, wie die älteren Menschen in Deutschland und weltweit
diskriminiert wurden, weil ihnen ein international verbindlicher
Rechtsrahmen fehlte.
Die Resolution des UN-Menschenrechtsrat ist ein wichtiger Schritt
hin zur Ausarbeitung einer Weltaltenrechtskonvention. Diesem
Meilenstein ging jahrelange Advocacy-Arbeit unter anderem des HelpAge
-Netzwerkes voraus, dem weltweit über 200 Partnerorganisationen
angehören. Auf nationaler wie internationaler Ebene, insbesondere bei
den Jahresversammlungen der Vereinten Nationen, hat HelpAge
Deutschland seine Stimme erhoben und die Notwendigkeit eines
international rechtsverbindlichen Rechtsrahmens zum Schutz älterer
Menschen eingefordert.
Doch zivilgesellschaftliche Arbeit muss weitergehen:
Altenrechtsorganisationen dürfen keine passive Zuschauerrolle
einnehmen, sondern müssen den Prozess aktiv begleiten und ihre
Perspektiven und Forderungen bei der Ausarbeitung einer
Weltaltenrechtskonvention einbringen. Inhaltlich sind die Forderungen
vielfältig: Die Konvention muss klare und rechtlich bindende Vorgaben
machen, Schutz vor Altersdiskriminierung bieten und einen Fokus auf
Pflege, Rechtsschutz und Lebensqualität Älterer legen. Die Einhaltung
der Altenrechtskonvention muss durch ein transparentes Monitoring
überprüfbar sein. Für den Erfolg der Konvention ist eine aktive
Einbindung älterer Menschen in den Entstehungsprozess zwingend
notwendig.
HelpAge Deutschland wird den Entwicklungsprozess der
Weltaltenrechtskonvention gemeinsam mit seinen internationalen
Partnerorganisationen weiterhin eng begleiten und seine Stimme
vehement einbringen. Die gemeinnützige Organisation unterstützt
deshalb auch die Kandidatur von Andrew Kavala.
Dr. Jürgen Focke, Referent für Policy & Advocacy bei HelpAge
Deutschland, appelliert an die Bundesregierung, die Verabschiedung
einer Weltaltenrechtskonvention und die Kandidatur Kavalas zu
unterstützen: „Wir rufen die Bundesregierung auf, sich verstärkt in
die Verhandlungen zur Verabschiedung einer Weltaltenrechtskonvention
bei den Vereinten Nationen einzubringen und diese aktiv zu forcieren.
Die Unterstützung der Kandidatur von Andrew Kavala wäre zudem ein
wichtiges Zeichen, das auch die „Stimme Afrikas“ gehört wird und dass
alle Menschen weltweit ein Leben in Würde und frei von
Diskriminierung jeglicher Art führen können.“
Zu HelpAge Deutschland e.V.
HelpAge Deutschland wurde 2005 in Osnabrück gegründet und ist ein
entwicklungspolitisches und humanitäres Hilfswerk für ältere Menschen
weltweit. HelpAge setzt sich für die Förderung der gesundheitlichen,
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Rechte
älterer Menschen ein. Als Teil der Netzwerkorganisation engagiert
sich HelpAge mit seinen über 200 Partnerorganisationen in über 100
Ländern für ein Leben ohne Altersarmut und Diskriminierung in
sämtlichen Lebenssituationen. Damit ist HelpAge die einzige
Hilfsorganisation in Deutschland, die sich weltweit schwerpunktmäßig
auf die Förderung älterer Menschen konzentriert. Unsere fachliche
Expertise bringen wir zudem durch unseren Beraterstatus bei UN-
Organisationen wie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und ECOSOC (
Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen) ein.
HelpAge Deutschland e.V.
Spendenkonto 55517
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Sparkasse Osnabrück