Religionsunterricht: Aktuelle Schülerstatistik zeigt hohe Akzeptanz

Wien (OTS) – „Der katholische Religionsunterricht ist weiter sehr
gefragt und die
aktuelle Schülerstatistik belegt seine hohe Akzeptanz.“ Das hat
Andrea Pinz, Leiterin des Schulamts der Erzdiözese Wien, am Mittwoch
im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress betont. So zeige
die aktuelle Schülerstatistik für 2025/26 der Schulämter der
österreichischen Diözesen, dass die Teilnahmequote am
Religionsunterricht in den Pflicht- und höheren Schulen im Vergleich
zum Vorjahr nahezu konstant bei rund 92 Prozent der katholischen
Schülerinnen und Schüler liege. Insgesamt nehmen 57 Prozent aller
Schülerinnen und Schüler am katholischen Religionsunterricht teil.

Hintergrund für die Kathpress-Anfrage an Pinz ist eine aktuelle
„Market“-Umfrage, die im Auftrag des „Standard“ durchgeführt und am
Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach soll der Religionsunterricht
unter 800 Befragten als am wenigsten sinnvoll bewertet worden sein,
gefolgt von Latein und der zweiten Fremdsprache. Konkret hält mehr
als die Hälfte der Befragten den Religionsunterricht für weniger oder
gar nicht sinnvoll, 39 Prozent stehen dem Religionsunterricht positiv
gegenüber. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen wird der
Religionsunterricht noch am sinnvollsten erachtet.

Jugendliche an Religion interessiert

Dass die Akzeptanz des Fachs bei jungen Menschen, „also bei
jenen, die den Religionsunterricht aus eigener Erfahrung kennen“,
höher ist als bei anderen, „deckt sich mit unseren Erfahrungen“, so
Pinz. „In den letzten Jahren ist sogar ein steigendes Interesse an
Religion bei Kindern und Jugendlichen festzustellen“, führte die
Geschäftsführende Vorsitzende der Konferenz der Schulamtsleiterinnen
und Schulamtsleiter der österreichischen Erzdiözesen und Diözesen (
SALK) aus. Das schlage sich in den geringen Abmeldungen (8 Prozent)
vom Religionsunterricht ebenso nieder wie in den steigenden
Anmeldungen von Kindern und Jugendlichen ohne Bekenntnis zu Religion
als Freigegenstand. „Die Teilnahme am Religionsunterricht ist
teilweise mit der Implementierung des Ethikunterrichts noch
angestiegen“, hielt Pinz fest.

„Religion ist aktuell mehr denn je ein gesellschaftlich
relevantes und präsentes Thema, in der Schule wird es sachgerecht und
unter öffentlicher Aufsicht kompetent bearbeitet, somit
Fundamentalismus und Vorurteilen gegengesteuert“, betonte Pinz im
Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Wert des Religionsunterrichts.
Auf die sich ändernde religiöse Landschaft in Österreich hätten die
kirchlichen Schulverantwortlichen schon länger reagiert. „Der
konfessionelle Religionsunterricht kennt seit mehr als einem
Jahrzehnt innovative kooperative Formen, die das Gemeinsame der
Religionen ins Zentrum stellen und Dialog und gesellschaftliche
Verantwortung fördern“, führte Pinz dazu aus.

Schülerstatistik 2025/26

Im Schuljahr 2025/26 besuchen 616.864 Schülerinnen und Schüler
eine Pflichtschule in Österreich. 344.052 Kinder (55,77 Prozent) sind
katholisch, 88.408 (14,33 Prozent) ohne Bekenntnis. Abgemeldet vom
katholischen Religionsunterricht haben sich in den Pflichtschulen
4,54 Prozent bzw. 15.608 katholische Schülerinnen und Schüler.
Allerdings nehmen auch 26.935 Kinder und Jugendliche ohne Bekenntnis
am Religionsunterricht teil. Somit besuchen mehr als 57,61 Prozent
aller Schülerinnen und Schüler der österreichischen Pflichtschulen
den katholischen Religionsunterricht.

Aufgeschlüsselt nach Schularten in den höheren Schulen nehmen in
den AHS an die 55 Prozent, in den BMS über 44 Prozent und in den BHS
rund 59 Prozent der jungen Menschen am Religionsunterricht teil; in
den Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen fast 89 Prozent. Über
alle Schularten hinweg machen rund 57 Prozent der Schülerinnen und
Schüler beim katholischen Religionsunterricht mit.

Insgesamt gibt es heuer 1.010.776 Schülerinnen und Schüler in
Österreichs Schulen. Davon sind 58,27 Prozent katholisch, was
deutlich höher ist als der Prozentsatz der Katholikinnen und
Katholiken in Österreich (knapp 50 Prozent, Stand Ende 2024).

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