Wien (OTS) – „Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen,
die sich für
sie einsetzen“, betonte PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer bei der
Sozialkonferenz des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) in Wien.
Rund 220 Sozialexpert * innen aus ganz Österreich, die Präsident*
innen aller neun PVÖ-Landesorganisationen sowie zahlreiche weitere
Gäste nahmen an der Konferenz im ÖGB-Catamaran teil. Im Mittelpunkt
standen Verteilungsgerechtigkeit, die Zukunft des Sozialstaates und
die Verteidigung der Demokratie. ****
Gerstorfer: Gerechtigkeit schafft Vertrauen
Für Gerstorfer hängen soziale Gerechtigkeit und eine stabile
Demokratie unmittelbar zusammen. Während wenige enorme Vermögen
anhäufen, kämpfen viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten.
Besonders Pensionist*innen sind von höheren Kosten für Energie,
Lebensmittel und Pflege betroffen. Wenn Menschen das Gefühl haben,
dass es nicht mehr gerecht zugeht, schwindet auch das Vertrauen in
Politik, Institutionen und Demokratie. „Eine gerechte Gesellschaft
ist stabiler. Sie ist widerstandsfähiger gegenüber extremen
Strömungen“, so Gerstorfer. Die PVÖ-Präsidentin unterstrich in ihrer
Rede die zentralen PVÖ-Forderungen nach Pensionen, die ein gutes
Leben im Alter ermöglichen, ein für alle zugängliches
Gesundheitssystem, leistbares Wohnen und bedarfsgerechte Pflege.
Gleichzeitig müssten große Vermögen, Milliarden-Erben, Online-Riesen
und der KI-Sektor einen fairen Beitrag leisten.
„Verteilungsgerechtigkeit ist keine Frage des Alters – sie ist eine
Frage der Zukunft“, betonte Gerstorfer. Der PVÖ tritt damit nicht nur
für die heutige Generation der Pensionist*innen, sondern auch für
Kinder und Enkelkinder ein.
Beiträge zu Vermögen, Demokratie und Krisen
Eröffnet wurde die Konferenz von PVÖ-Präsidentin Birgit
Gerstorfer und PVÖ-Bundessozialreferent und Landespräsident des PVÖ-
Vorarlberg Manfred Lackner. Grußworte kamen von Korinna Schumann,
Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz.
Jakob Kapeller, Professor für Sozioökonomie, sprach über
Vermögenskonzentration und Verteilungsgerechtigkeit. Tamara Ehs,
Politikwissenschafterin und Demokratieberaterin, ging unter dem Titel
„Verteidigung der Demokratie. Wessen Stimme zählt?“ der Frage nach
demokratischer Teilhabe nach. Erik Händeler, Wirtschaftsjournalist
und Zukunftsforscher, zeigte anhand früherer Wirtschaftskrisen
Parallelen zur Gegenwart auf und unterstrich die Bedeutung einer
Kultur der Zusammenarbeit für gesellschaftliche Stabilität. Der
internationale Poetry-Slam-Meister und Bestsellerautor Lars Ruppel
begleitete die Konferenz mit poetischen Interventionen und fasste den
Tag abschließend in einem „Poetic Recording“ zusammen.
„Unsere Stimme erheben“
Gerstorfer appellierte abschließend an die Teilnehmer*innen, sich
aktiv für sozialen Zusammenhalt und Demokratie einzusetzen: „Lasst
uns den Mut haben, unsere Stimme zu erheben – klar, sachlich und
solidarisch. (Schluss)