Wien (OTS) – Der jüngste PV-Fördercall hat aus Sicht des
Bundesverbands
Photovoltaic Austria (PV Austria) deutlich gezeigt: Das aktuelle
Fördersystem funktioniert nicht mehr. Gerade einmal 33 Sekunden haben
diesmal darüber entschieden, welche Projekte eine Förderzusage
erhalten und welche leer ausgehen. Das schafft vor allem eines:
Frust. Dabei bräuchte es dringend einen Systemwandel.
PV Austria unterstützt daher die heute vorgebrachte Kritik der
Bundesinnung der Elektrotechniker und deren Forderung nach einem
grundlegenden Neustart des Fördersystems. Eine Förderung, bei der
innerhalb weniger Sekunden über die Realisierung von Projekten
entschieden wird, schafft keine Planungssicherheit für den Ausbau von
Photovoltaik und Batteriespeichern.
Förderabsagen bedeuten oft auch Auftragsabsagen
Der Unmut in der Branche war am Freitag deutlich zu spüren. Den
Branchenverband erreichten zahlreiche Anrufe und Zuschriften von
Betrieben sowie wütenden Endkund*innen. Für viele Unternehmen
bedeutet eine Förderabsage gleichzeitig, dass bereits vorbereitete
Projekte schlussendlich nicht umgesetzt werden.
„Wir haben zahlreiche Rückmeldungen aus der Branche erhalten und
uns unmittelbar an das Energieministerium und die Verantwortlichen
gewandt. Es braucht jetzt einen Round Table, bei dem auch offen und
ehrlich über alternative Investitionsanreize gesprochen wird. Wir
stehen für Gespräche jederzeit bereit. Denn was es jetzt braucht, ist
ein rasche unkomplizierte Lösung und nicht nur Ankündigungen für die
Zukunft“ , sagt Vera Immitzer , Geschäftsführerin von PV Austria.
Neustart statt Förderung ohne Planungssicherheit
„Eine Förderung, bei der 33 Sekunden über Zu- oder Absagen
entscheiden, verfehlt ihren Zweck. Unter diesen Rahmenbedingungen
wäre keine Förderung besser als eine Förderung, die Verunsicherung
schafft und in weiterer Folge Projekte verhindert“ , sagt Herbert
Paierl , Vorstandsvorsitzender von PV Austria.
PV Austria fordert daher einen Round Table mit den zuständigen
Entscheidungsträgern, um rasch Lösungen auf den Weg zu bringen.
Langfristig braucht es ein Fördersystem, das Investitionen
tatsächlich ermöglicht und die Kombination von Photovoltaik und
Batteriespeichern sowie deren netz- und systemdienlichen Betrieb
stärker berücksichtigt. Andernfalls droht auch die Wirksamkeit der
kürzlich beschlossenen Energiewendegesetze –
Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und Erneuerbaren-Ausbau-
Beschleunigungsgesetz (EABG) – konterkariert zu werden. Moderne
Marktregeln und beschleunigte Genehmigungsverfahren entfalten nur
dann ihre Wirkung, wenn Projekte auch tatsächlich realisiert werden.
Weiters braucht es eine ernsthafte Diskussion über steuerliche
Investitionsanreize für Photovoltaik und Batteriespeicher. Die
Energiewende und der Wirtschaftsstandort Österreich benötigen
verlässliche Rahmenbedingungen. „Die Branche steht bereit, gemeinsam
Lösungen zu entwickeln. Jetzt braucht es offene Ohren und rasches
Handeln, damit Photovoltaik und Batteriespeicher weiter einen
zentralen Beitrag zur Energiewende und für leistbaren heimischen
Strom leisten können“ , so Paierl abschließend.