Wien (OTS) – Die Veranstaltung soll auf Einladung des Ersten
Präsidenten des
Nationalrats, Dr. Walter Rosenkranz, am 11. November 2025 im
Parlament stattfinden. Die Unterzeichner:innen protestieren gegen das
„Dinghofer Symposium“ und teilen die Argumente des offenen Briefes,
der von namhaften Historiker:innen verfasst und bereits medial
verbreitet wurde.
1. Wir protestieren auf das Schärfste gegen die (Ver)Ehrung von
Nationalsozialisten und Antisemiten durch den Ersten Präsidenten des
Nationalrats Dr. Walter Rosenkranz. Diese Veranstaltung stellt eine
Herabwürdigung des Ansehens des österreichischen Parlaments dar. Wir
fordern daher die sofortige Absage des Dinghofer-Symposiums im
Parlament.
2. Auch der gewählte Zeitpunkt des Symposiums (am 8. und 9.
November 1938 fanden die Novemberpogrome der Nazis statt) kann nicht
anders als eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus
interpretiert werden.
3. Wir fordern die Einhaltung bzw. Durchsetzung des §9 des
Staatsvertrags von Wien (1955) – insbesondere die Durchsetzung der
Verpflichtung, dass „Österreich auch die Bemühungen fortsetzen wird,
aus dem österreichischen politischen, wirtschaftlichen und
kulturellen Leben alle Spuren des Nazismus zu entfernen, um zu
gewährleisten, daß die obgenannten Organisationen nicht in
irgendeiner Form wieder ins Leben gerufen werden, und um alle
nazistische oder militaristische Tätigkeit und Propaganda in
Österreich zu verhindern.“ Das von Herrn Rosenkranz gewünschte
Symposium und die geplante Überreichung der Franz-Dinghofer-Medaille
und des Dinghofer-Medienpreises stellen eine Missachtung des im §9
formulierten Versprechens dar. Franz Dinghofer war Deutschnationaler,
bekennender Antisemit und ab 1940 NSDAP-Mitglied. Überdies hatte
Dinghofer eine Führungsrolle im antisemitischen und
antisozialistischen „Geheimbund Deutsche Gemeinschaft“ inne.
4. Wir fordern die im Parlament vertretenen Parteien auf,
ehestmöglich die Geschäftsordnung des Hohen Hauses so zu ändern, dass
es möglich wird, auch den ersten Präsidenten des NR zu entlassen. (
Alle anderen Personen, die Ämter der Republik Österreich bekleiden,
ob Minster:innen, die/der Zweite oder Dritte Nationalratspräsident:in
und auch Verfassungsrichter:innen können entlassen werden. Allein für
den/die Erste/n Präsident:in ist dies derzeit nicht möglich.)
unterzeichnet von BÜNDNIS 2025, #aufstehn, #zusammenHaltNÖ,
Alpine Peace Crossing (Verein für aktive Gedenk- und
Erinnerungskultur), betrifft.demokratie, Bildungs- und Kulturinstitut
bil:kult, dema!nstitut #Demokratie für alle, Demokratie & Respekt,
European Capital of Democracy, IG Autorinnen Autoren,
Integrationshaus, International Center for New Media, Ja Demokratie,
Katholische Aktion Österreich, Katholische Sozialakademie
Österreichs, Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), mehr-demokratie!
Burgenland, niemand.at, OMAS GEGEN RECHTS Steiermark, OMAS GEGEN
RECHTS Tirol, OMAS GEGEN RECHTS, OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und
Rechtsextremismus, Österreichischer PEN-Club, skug | Verein zur
Förderung von Subkultur, SOS Mitmensch, Verein für Demokratie &
Dialog, Volkshilfe Österreich, Wiener Forum für Demokratie und
Menschenrechte