Wien (OTS) – Die PROPAK-Industrie, das sind die industriellen
Hersteller von
Produkten aus Papier und Karton, kämpft auch 2025 mit Gegenwind. Laut
aktueller Auswertung für das erste Halbjahr 2025 erzielte die Branche
einen Umsatz von 1,13 Milliarden Euro, das ist ein Rückgang um 4,4
Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen sind
Papierprodukte außerhalb des Verpackungssegments (-7,5 Prozent),
während sich Verpackungen mit einem Minus von 2,0 Prozent etwas
stabiler halten. Ein ernstes Warnsignal kommt aus dem Export: Der
Wert der Ausfuhren sank um 6,6 Prozent, das ist für eine stark
exportorientierte Branche ein ernstzunehmendes Alarmzeichen.
Eine Branchenumfrage unter den Top 30 PROPAK-Betrieben zur
Einschätzung des Gesamtjahres unterstreicht dieses Bild: Die Stimmung
in der österreichischen papierverarbeitenden Industrie ist sehr
gedämpft, die Erwartungen für das Gesamtjahr 2025 bleiben negativ.
Die ersten Anzeichen für 2026 zeigen derzeit auch keine Verbesserung
der derzeitigen Auslastungslage. Besondere Sorge bereiten die
anhaltend schwache Nachfrage und die steigenden Kosten, die die
Wettbewerbsfähigkeit weiter unter Druck setzen.
„Unsere Betriebe beweisen mit ihren Mitarbeiter:innen tagtäglich
Qualität und Innovationskraft, aber die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen setzen uns massiv unter Druck“, sagt PROPAK-Obmann
Marko Bill Schuster. „Wenn die Auslandsnachfrage sinkt und
gleichzeitig die Kosten im Inland weiter so überproportional zum
Ausland steigen wie in den letzten Jahren, wird es eng für den
Standort Österreich.“
Beschäftigung noch stabil, aber Kostendruck wächst
Laut Branchenumfrage dürfte der Beschäftigtenstand in den PROPAK-
Betrieben heuer trotzdem noch relativ stabil bleiben; erwartet wird
ein leichter Rückgang von rund zwei Prozent. „Die Absatzmenge liegt
heute auf dem Niveau von 2017, die Kosten sind aber auf dem Niveau
von 2025 und höher als im europäischen Ausland. Das zeigt, wie groß
der Druck inzwischen geworden ist“, betont Schuster.
Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen prüfen der Umfrage
zufolge bereits Maßnahmen wie Outsourcing oder Verlagerungen
bestimmter Segmente im Konzern. „Diese Entwicklung muss uns zu denken
geben. Wenn wir unsere Industrie zukunftsfähig halten wollen, müssen
Lohnkosten wettbewerbsfähiger, Bürokratie spürbar reduziert sowie
Innovation und Investitionen gezielt unterstützt werden“, sagt der
Branchenobmann.
„Mehr wirtschaftliche Realität in der Lohnpolitik“
Mit Blick auf die Lohnpolitik fordert Schuster ein stärkeres
Bewusstsein für die wirtschaftliche Lage der hoch exportorientierten
Branche: „In einer stagnierenden Wirtschaft können Löhne und Gehälter
nicht dauerhaft steigen, wenn der Konsum gleichzeitig nicht zunimmt.
Wir müssen die Lohnunterschiede auf den Exportmärkten ausgleichen und
die dortigen Wettbewerbsfaktoren stärker in die Arbeitskostenfindung
einbeziehen.“
Das sind der Fachverband PROPAK und die Vereinigung PROPAK
Austria:
Der Fachverband PROPAK und die Vereinigung PROPAK Austria
repräsentieren die industriellen Hersteller von Produkten aus Papier
und Karton in Österreich. 86 Unternehmen verarbeiten und veredeln mit
rund 8.500 Mitarbeiter:innen jährlich rund 1,1 Mio. Tonnen Papier und
Karton zu Wellpappe, Verpackungen, Papierwaren für Hygiene und
Haushalt, Büro- und Organisationsmitteln, Büchern, Broschüren,
Tipping Paper sowie sonstigen Papierwaren. www.propak.at
Ein Foto von PROPAK-Obmann Marko Bill Schuster (© PROPAK/M.
Hörmandinger) steht dort als Download zur Verfügung:
https://bit.ly/MarkoSchuster (PWK466/JHR)