PRO-GE: Gute Arbeit heißt sichere Arbeit

Wien (OTS) – Heute, Donnerstag, luden die PRO-GE Frauen und die AK
Steiermark zu
einer Veranstaltung unter dem Titel „Gewaltschutz im Betrieb“. Rund
200 Teilnehmende aus ganz Österreich informierten sich in Graz über
Möglichkeiten, wie Gewalt in der Arbeitswelt verhindert werden kann
und welche Schritte zu setzen sind, sollte es doch zu verbalen oder
körperlichen Übergriffen kommen. Der Vorsitzende der PRO-GE, Reinhold
Binder, stellte klar: „Gute Arbeit heißt auch sichere Arbeit.“ Die
Vorsitzende der PRO-GE Frauen, Elfriede Schober, betonte in ihrem
Eröffnungsstatement: „Für uns ist Gewaltprävention kein Frauenthema,
sondern eines der gesamten Organisation.“ Sie sei deshalb erfreut,
wie groß das Interesse der Betriebsrätinnen und Betriebsräte am Thema
Gewaltschutz sei.

Betriebe seien nicht nur Produktionsstätten, sondern auch soziale
Räume, so Binder. Der Druck in der Arbeitswelt sei gestiegen,
wirtschaftliche Umbrüche, Personalengpässe und die Nachwirkung der
Teuerungskrise hinterlassen Spuren, und dies wirke sich auch auf das
Betriebsklima aus. Gewalt beginne oftmals mit der Sprache, deshalb
sei es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern. „Als Gewerkschafter sehe
ich das als unsere gemeinsame Verantwortung. Prävention bedeutet,
früh hinzuschauen, Führungskräfte zu sensibilisieren, Beschäftigte zu
stärken und klare Strukturen zu schaffen, wie mit Konflikten,
Bedrohungen und Übergriffen umgegangen wird“, sagte Binder, der
weiter ausführte: „Aus politischer Sicht gilt: Betriebe, die auf
Prävention setzen, schützen nicht nur ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, sondern tragen auch zu einem respektvollen und
solidarischen gesellschaftlichen Klima bei.“

Elfriede Schober konstatierte, dass sich in den vergangenen
Jahren bereits einiges verbessert habe, dennoch gebe es immer wieder
Fälle, bei denen Opfer aus Scham oder aus Angst vor dem Jobverlust
schweigen. „Damit wir jedem Opfer, egal ob weiblich oder männlich,
die Angst nehmen können, brauchen wir ein gemeinsames Verständnis
dafür“, unterstrich die Gewerkschafterin. Hier seien Betriebsrätinnen
und Betriebsräte besonders gefragt, denn sie können die treibende
Kraft im Betrieb sein, wenn es um Schutz und Prävention gehe. Im
Rahmen dieser Veranstaltungen wolle man aufzeigen, welche rechtlichen
Möglichkeiten es gibt, wie Prävention im Betrieb aussehen kann und
wie es gelingen kann, eine Kultur zu schaffen, in der Gewalt keinen
Platz hat.

Neben Binder und Schober referierten auch Christina Poppe-Nestler
und Biljana Milanovic (beide AK Steiermark), Caroline Kerschbaumer (
Geschäftsführerin WEISSER RING), Roland Baumann (NR-Abgeordneter und
Betriebsrat der voestalpine Stahl GmbH), Erich Lehner (
Psychotherapeut und Vorsitzender des Dachverbandes der Männerarbeit
in Österreich) und Anneliese Pieber (Abteilungsleiterin im Verein
Neustart Graz).