Pragmatischer Schritt gibt positive Perspektive für Erneuerbare: EABG zeigt aber auch Reformprobleme unter großem Handlungsdruck auf

Wien (OTS) – Über 100 Tage Iran-Krieg und erneute Totalsperre der
Straße von
Hormus – begrüßenswerter EABG-Schulterschluss sollte Auftakt zu
weiteren, ambitionierten Energie-Reformen im Rahmen der
Versorgungssicherheit sein.

11.06.26: Mit dem heute beschlossenen EABG ist ein erster Schritt
gesetzt. In der größten fossilen Krise seit Jahrzehnten – in der
Nacht auf heute erklärte der Iran erneut die Totalsperre der Straße
von Hormus – braucht es aber weitere, echte Beschleunigung für die
Versorgungssicherheit in Richtung sauberer und unabhängig, heimischer
Energie: verbindliche Ziele, klare Vorgaben für die Flächenausweisung
von Windkraft-Projekten und eine belastbare Perspektive für die
Versorgungssicherheit Österreichs.

Zwtl.: Verbesserung der Versorgungsziele auf letzten Metern

Trotz offensichtlich fundamentalem Widerstand einiger
Bundesländer ist es nicht zuletzt durch weiterer intensiver
Verhandlungen mit den Grünen gelungen, das Versorgungsziel von 27 TWh
Zubau erneuerbarer Energie bis 2030 auf 30 TWh anzuheben. Erstmals
gibt es nun auch eine planbare Perspektive bis 2035 mit einem
Versorgungsziel von 40 TWh. Weiterhin ausständig sind jedoch
relevante Schritte bei der Verfahrensbeschleunigung und bei der
Ausbaudeckelung, die den Ausbau in Österreich künstlich limitieren.

Im Rahmen des politischen Schulterschlusses aller
Verhandler:innen der Koalition auf den letzten Metern legt die
Regierung gemeinsam mit der grünen Opposition ein Gesetz vor, das
auch einen Bund-Länder-Mechanismus beinhaltet – um das definierte
Ziel bis 2035 bis spätestens 2029 auf einzelne Beiträge der
Bundesländer zur Versorgungssicherheit aufzuteilen.

„Nach dem politischen Ringen auf Bundesebene und dem erzielten,
erfreulichen Schulterschluss, braucht es diesen jetzt auch zwischen
Bund und Ländern. Seit über 100 Tagen sehen wir den weltweiten
Umbruch von Energiemärkten durch die erneute Großkrise in den
Lieferketten fossiler Energien“, so IG Windkraft Geschäftsführer
Florian Maringer. „Wir werden der Verletzlichkeit unser Wirtschaft
und Haushalte durch drohende Preisschocks und der Erpressbarkeit
dadurch immer stärker bewusst. Die großen Schritte für eine
resiliente, heimische Energie-Souveränität und klaren
Versorgungszielen mit heimischer Energie brauchen wir noch – um hier
mit Verantwortung für weiteren Wohlstand auch der nachfolgenden
Generationen zu sorgen.“

Zwtl.: 3.500 MW für sichere, saubere Energie

Die Öffnung des künstlichen jährlichen Ausbaudeckels im EAG sowie
Straffung des UVP-G, insbesondere durch Verfahrensverschleppung, und
mehr Planungssicherheit durch den allgemeinen politischen Rahmen sind
nun notwendig. Damit können die rund 3.500 MW an heimischer
Windkraftleistung, die derzeit in Verfahren befindlich sind, bis 2030
die Windkrafterzeugung in Österreich verdoppeln.

Gerade angesichts erneut drohender Preisschocks durch die
aktuelle Gaskrise und die Lage in der Straße von Hormus ist das eine
der relevantesten Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts und
für die künftige Sicherheit unseres Landes.

Zwtl.: Über die IG Windkraft

Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der
österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon
heute rund 2,6 Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem
und günstigem Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage
befürworten 83 % der Österreicher: innen den Ausbau der Windenergie.
Die IG Windkraft repräsentiert über 200 in den Regionen verankerte,
meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten
Wertschöpfungskette der Energieform – von der Herstellung über die
Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung. Die
österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat
in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro
Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-Investitionen stärkt sie den
heimischen Wirtschaftsstandort.