Polizei-Personal: Wie erwartet auch im September starke Aufnahmezahlen

Wien (OTS) – Mit 350 neuen Polizeischülerinnen und Polizeischülern
übertrifft das
Innenministerium die noch im Sommer veranschlagten Aufnahmezahlen für
den September-Turnus. Wenngleich auch das Innenministerium seinen
Sparbeitrag zu leisten hat, kann beim Thema Personal durch diesen
erneut starken Ausbildungsturnus ein durch und durch positives Signal
an die Bevölkerung gesendet werden: Die Dienstleistung „Polizei“ ist
und bleibt ohne jegliche Einschränkungen erhalten, jetzt und in
Zukunft. Insgesamt sind derzeit rund 4.000 Polizeischülerinnen und
Polizeischüler in der Grundausbildung und verstärken – je nach
Ausbildungsstart – sukzessive die uniformierte Polizei.

„Die Exekutive wird weiter gestärkt und Pensionierungen 1:1
ersetzt. Zudem werden Aufnahmen in jenen Bundesländern
vorangetrieben, wo sie aktuell besonders notwendig sind“, hielt
Innenminister Gerhard Karner fest.

Spezialfälle Vorarlberg und Wien

Österreich hat in den neun Landespolizeidirektionen mit über
32.500 Exekutivbediensteten so viele Polizistinnen und Polizisten wie
nie zuvor – in Uniform, auf Streife, im Einsatz. Zwei dieser neun
Direktionen – Vorarlberg und Wien – haben jedoch einen
außergewöhnlichen Personalbedarf, da besonders viele Abgänge zu
erwarten sind oder die Lage am Arbeitsmarkt schwierig ist. Deshalb
gibt es in diesen beiden Bundesländern auch in diesem September eine
besonders hohe Frequenz an neuen Ausbildungsklassen. In Vorarlberg
sind mit 59 Polizeischülerinnen und Polizeischülern noch nie so viele
Personen in der Grundausbildung wie derzeit.

In Wien sind seit vielen Monaten die Ausbildungskapazitäten
ohnehin erschöpft – jeder Sessel in jedem verfügbaren Klassenzimmer
wird mit einer aufgenommenen Person besetzt. Konkret sind das im
September-Turnus 235 Personen, darunter 25 sehr wichtige Plätze für
die Objektschutzpolizei, die eine wesentliche Entlastung der
Streifenpolizistinnen und Streifenpolizisten bedeuten.

Ein wichtiges Detail ist hierbei, dass in der Realität nicht
alle, die einberufen werden, auch tatsächlich ihre Ausbildung
antreten, sondern selbst kurzfristig absagen oder schlichtweg nicht
erscheinen. Diese kurzfristige Diskrepanz kann natürlich nicht durch
„Ad-Hoc-Nachnominierungen“ kompensiert werden, da es immer eine
mehrmonatige Frist zwischen Einberufung und Start der Ausbildung
gibt.

Andere Bundesländer

In allen anderen Bundesländern ist der Personalstand aktuell
gedeckt, nicht zuletzt durch die massiven Bemühungen der
Personaloffensive in den vergangenen Jahren. Im Rahmen der
Dreimonatsplanung der Personalaufnahme wird für Oberösterreich und
Niederösterreich ein Bedarf erwartet, weshalb es im September auch
dort neue Ausbildungsklassen (jeweils eine Ausbildungsklasse in
Niederösterreich und Oberösterreich) gibt.

Alle anderen Landespolizeidirektionen haben derzeit – mit
Berechnung der voraussichtlichen Lage in zwei Jahren (Dauer der
Ausbildung) – keinen besonderen Bedarf, der zum jetzigen Zeitpunkt
kompensiert werden muss. Im kommenden Jahr wird es hingegen wieder,
so die derzeitige Vorausplanung, in etlichen anderen Bundesländern
neue Klassen geben.

Wie funktioniert die Kalkulation?

Die Polizei hat immer schon anlassbezogen ausgebildet, also dann,
wenn ein Nachbesetzungsbedarf erkannt wird. Ein Nachbesetzungsbedarf
besteht hauptsächlich dann, wenn eine Person in den Ruhestand
versetzt wird. Kurzfristige Austritte von Bediensteten im Dienststand
können natürlich nicht vorausgesehen werden.

Wichtig: Die Ausbildung dauert zwei Jahre, die
Personalabteilungen müssen also immer zumindest zwei, meistens aber
vier, sechs oder zehn Jahre in die Zukunft planen. Dies ist keine
leichte Aufgabe, da es vor allem einen zeitlichen Korridor von
mehreren Jahren gibt, wann der Ruhestand angetreten werden kann.

In der Bundespolizeidirektion, wo alle Kalkulationen
zusammenlaufen, wird deshalb alle drei Monate eine Neuevaluierung
dieses antizipierten Personalbedarfs durchgeführt, wodurch sich auch
laufend Änderungen bei den tatsächlichen Aufnahmen pro Turnus
ergeben.

Das Innenressort muss seinen Beitrag zur Sparanstrengung leisten,
was in vielen Bereichen – hauptsächlich der Verwaltung – spürbar ist.
Nicht gespart wird allerdings bei den Planstellenbesetzungen der
Polizei, wo die Nachbesetzungsquote von 1:1 nach wie vor gilt (in der
Verwaltung: 1:3).

Statistik und Ausblick:

Im Jahr 2023 wurden 1.700 Polizeischülerinnen und Polizeischüler
neu aufgenommen, im Jahr 2024 waren es 2.500. Heuer werden es 1.500
sein. Aktuell befinden sich rund 4.000 Frauen und Männer in der
Polizei-Grundausbildung, wobei der Frauenanteil hier bei über 40
Prozent liegt.

Die Polizei hat immer klar kommuniziert, dass die
Aufnahmeoffensive den künftigen Abgängen gilt, der Kompensierung
starker Pensionierungswellen. Die außergewöhnlich hohen
Einstellungszahlen sind somit eine lange andauernde, aber letztlich
vorübergehende Maßnahme, die nach Abflauen der Pensionierungswellen
natürlich wieder reduziert werden muss. Deshalb sinken in einigen
Bundesländern auch die notwendigen Aufnahmen, was wiederum
Auswirkungen auf die Gesamtzahl der Auszubildenden hat.

Richtigstellung von Falschbehauptungen

Zuletzt hat es von Medien ungeprüft verbreitete
Falschbehauptungen gegeben, wonach Einberufene kurzfristig eine
Absage (oder dergleichen) bekommen hätten. Hierzu stellt das
Innenministerium noch einmal klar:

Es hat noch nie eine Einberufung einer Person zur
Polizeiausbildung gegeben, die dann später kurzfristig abgesagt
worden wäre.

Es hat auch noch nie die Zusage zu einem konkreten
Ausbildungsturnus gegeben, der dann nicht stattgefunden hätte.

Personen, die für einen konkreten Kurs zu einem konkreten
Zeitpunkt in einer konkreten Polizeischule aufgenommen werden,
erfahren dies gesetzlich verpflichtend mindestens einen Monat im
Voraus. Personen, die bereits positiv die Aufnahme absolviert haben
und im Pool für den nächstmöglichen Kurs sind, erfahren dies oftmalig
auch schon viel früher.

Nicht verantwortlich zeichnet sich das Innenministerium für die
Entscheidungen von Menschen, die ohne konkrete Zusage zu einem
konkreten Ausbildungsplatz bereits ihre Lebensumstände vorschnell
ändern.

Weiterführende Ressourcen

https://www.polizeikarriere.gv.at/Bewerbung.html