Pfotenhilfe: Abschiebung ins Tierheim oft traumatisch

Wien/Lochen (OTS) – Wenn Tiere aus ihren Familien gerissen und ins
Tierheim abgeschoben
werden, sind das traumatische Erlebnisse, die sie oft lange nicht
verkraften. Genau wie bei Menschen gibt es auch bei Tieren seelisches
Leid, dass sich unterschiedlich, aber oft mit dramatischen
Auswirkungen zeigt. Anfang der Woche wurde Hündin Alma nach über
sechs Jahren zum Tierschutzhof Pfotenhilfe zurückgebracht, weil sie
das Baby nicht akzeptiert habe. „Alma wurde panisch, als die Familie
ohne sie unseren Hof wieder verlassen hat, sie hat richtig
geschrien!“, stellt Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler
besorgt fest. „Und die neunjährige Katze Luna will vor lauter Trauer
seit ihrer Ankunft letzte Woche kaum mehr essen. Sie wurde von ihrer
Halterin krankheitsbedingt abgegeben, bei der sie seit dem
Welpenalter war. Sie mag auch nicht mit anderen Katzen
zusammenleben.“ Alma und Luna suchen daher dringend ein dauerhaftes
Zuhause, so wie viele andere Tiere am Tierschutzhof.

Zwtl.: Vor Anschaffung möglichst alles durchdenken

Sehr vielen Tieren geht es ähnlich. Vor einer Tieranschaffung
sollte man daher möglichst alles, was passieren kann, durchdenken und
bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen. „Fragen, wie etwa, ob
ich ein ganzes Tierleben lang für das Tier sorgen kann, ob wirklich
die ganze Familie einverstanden ist, ob ich es auch – zeit- und
kostenmäßig – behalten kann, wenn ich alleinstehend bin, ob ich
vorhabe auszuwandern, ob ich dem Bewegungsbedürfnis gerecht werden
kann, aber auch, ob im Urlaub, Krankheits- oder Todesfall jemand das
Tier übernehmen kann, sind zwar nicht angenehm, aber es ist hier sehr
hilfreich, wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Wenn nämlich
ernsthafte Zweifel aufkommen, ist es wirklich besser für alle
Beteiligten, sich gegen ein Haustier zu entscheiden“, gibt Stadler zu
bedenken. Auf www.pfotenhilfe.at findet man daher ausführliche
Vermittlungskriterien, um die Schützlinge vor unzureichend überlegten
Anschaffungen und vermeidbaren Traumata zu bewahren.