Pflegende Angehörige: ÖGB fordert endlich echte Entlastung

Wien (OTS) – „Pflegende Angehörige leisten enorm viel Arbeit,
erhalten aber wenig
Anerkennung“, betont Martina Lackner, Pflegeexpertin im ÖGB.
„Hunderttausende Berufstätige – vor allem Frauen – übernehmen neben
Job und Haushalt oft eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.“ Deshalb fordert
der ÖGB erneut echte Entlastung – und begrüßt, dass das Thema endlich
Fahrt aufnimmt: Das Familienministerium und das Hilfswerk haben heute
Lösungen vorgelegt, um Unternehmen und Beschäftigte bei der
Vereinbarkeit von Angehörigenpflege und Beruf zu unterstützen.

Mehr Entlastung, bessere Rahmenbedingungen

„Es braucht die Errichtung regionaler Servicestellen für Beratung
und Koordination, einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf die volle
Dauer von Pflegekarenz und Pflegeteilzeit sowie erweiterte
Möglichkeiten der Weiter- und Selbstversicherung in der
Pensionsversicherung für pflegende Angehörige“, so Lackner konkret.
Zudem sind mehr Entlastungsdienste – auch abends, nachts und am
Wochenende –, bessere Urlaubsregelungen, Beratung, Schulungen,
psychosoziale Begleitung und Ersatzpflege notwendig.

Viele wohnen mit der pflegebedürftigen Person zusammen oder sind
täglich verfügbar. Die Folge: Starke Überlastung, viele geben ihre
Berufstätigkeit auf oder schränken sie ein. „Besonders zu Beginn
einer Pflegesituation steht enormer Druck im Raum. Betroffene
Angehörige dürfen nicht allein gelassen werden, sie brauchen
Unterstützung”, betont Lackner abschließend.