Petition zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit: Stoppt generationenübergreifende Kinderarmut – jetzt, europaweit

Wien (OTS) – Anlässlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit
startet die
Kinderhilfsorganisation CONCORDIA Sozialprojekte heute eine Petition
mit dem Titel „Stoppt generationenübergreifende Kinderarmut – jetzt,
europaweit“ . Die Petition richtet sich an die Europäische Kommission
und fordert verbindliche, zweckgebundene Investitionen in die
Prävention von Kinderarmut im nächsten EU-Finanzrahmen.

Der Hintergrund ist alarmierend: Fast jedes vierte Kind in Europa
wächst in Armut oder sozialer Ausgrenzung auf. Wer in Armut geboren
wird, hat ein deutlich höheres Risiko, sein Leben lang in Armut zu
bleiben. Mangelnde Bildungschancen, unzureichende
Gesundheitsversorgung und soziale Ausgrenzung setzen einen Kreislauf
in Gang, der sich über Generationen fortsetzt.

„ Kein Kind entscheidet sich für Armut. Sie wird ihm aufgezwungen
– durch mangelnde Chancen und unzureichende politische Priorisierung
“, sagt Dr. Bernhard Drumel, Geschäftsführer von CONCORDIA
Sozialprojekte . „ Wenn wir soziale Gerechtigkeit ernst nehmen,
müssen wir jetzt in Prävention investieren – strukturell, verbindlich
und europaweit .“

Zwtl.: EU-Parlament fordert 20 Milliarden Euro für Kinder – jetzt
sind die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten am Zug

Das Europäische Parlament hat ein starkes Signal gesetzt, indem
es einen Bericht über die künftige EU-Strategie zur Armutsbekämpfung
verabschiedet und einen separaten Finanzrahmen von mindestens 20
Milliarden Euro für die Europäische Kindergarantie im nächsten
mehrjährigen Finanzrahmen (2028–2034) gefordert hat. Darüber hinaus
hat das Europäische Parlament eine zweckgebundene Mittelzuweisung aus
dem Europäischen Sozialfonds+ und anderen ähnlichen Instrumenten
gefordert. Konkret sieht der Standpunkt des Parlaments Folgendes vor:

– Mindestens 25 % der ESF+-Mittel für soziale Eingliederung

– Mindestens 5 % für Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderarmut in
allen Mitgliedstaaten

– Mindestens 10 % in Ländern, in denen die Kinderarmut über dem EU-
Durchschnitt liegt

– Ein Sonderbudget von 20 Milliarden Euro für die Europäische
Kindergarantie

Diese Forderungen spiegeln das Ausmaß der Krise wider: Rund jedes
vierte Kind in der EU ist davon betroffen.

In ihrer Petition fordert CONCORDIA die Europäische Kommission
und die Mitgliedstaaten auf, diesen Standpunkt im kommenden
Finanzrahmen verbindlich umzusetzen – und die Prävention in den
Mittelpunkt der europäischen Sozialpolitik zu stellen. Darüber hinaus
fordert CONCORDIA das Europäische Parlament auf, den Prozess der
Verabschiedung und Umsetzung seiner Zustimmung zu überwachen – und
die Prävention in den Mittelpunkt der europäischen Sozialpolitik zu
stellen.

Zwtl.: Prävention statt Reparatur: Drei konkrete Forderungen

Die Petition formuliert drei zentrale Handlungsfelder:

– Verbindliche und zweckgebundene EU-Mittel für Prävention

Prävention darf nicht projektabhängig oder optional sein. Es
bedarf mehrjähriger, stabiler Finanzierungsmechanismen und einer
klaren Zweckbindung im ESF+ und in anderen Instrumenten wie IPA III
für Kandidatenländer.

Priorisierung der Prävention von Kinderarmut und gemeindenahen
Diensten im Rahmen von IPA III (Instrument für Heranführungshilfe –
EU-Finanzmittel zur Unterstützung von Ländern, die sich auf den EU-
Beitritt vorbereiten).

Die Kindergarantie muss mit mindestens 5 % der Mittel pro
Mitgliedstaat gesichert werden – mit höheren Anteilen in Ländern mit
besonders hohen Kinderarmutsquoten.

– Prävention als strukturelle Säule der Europäischen Kindergarantie

Gemeindenahe Dienste – wie Tageszentren, Familienunterstützung
und Sozialarbeit – müssen zu einem integralen Bestandteil nationaler
Aktionspläne werden, mit messbaren Zielen und eigenen
Haushaltslinien.

Anerkennung bewährter Modelle wie des CONCORDIA-
Tageszentrumsmodells , das Bildung, psychosoziale Unterstützung,
Familienarbeit und Gemeindeorientierung integriert, als bewährte
Praxis, Sicherung der Finanzierung für diese Modelle und Ausweitung
auf ganz Europa.

– Investitionen in Sozialarbeiter

Über 13 Millionen Menschen arbeiten in der EU im sozialen
Bereich, doch 85 % der Anbieter berichten von Personalmangel. Ohne
ausreichend ausgebildete Fachkräfte bleiben finanzielle
Verpflichtungen wirkungslos. Eine starke Prävention erfordert starke
Strukturen und ausreichend qualifizierte Fachkräfte.

Zwtl.: Das CONCORDIA-Wirkungsmodell: Bewährte Prävention in Ost- und
Südosteuropa

CONCORDIA Sozialprojekte arbeitet seit über 30 Jahren in
Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Kosovo und Österreich mit von Armut
betroffenen Kindern und Familien.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das CONCORDIA-
Tageszentrumsmodell – ein gemeindebasierter, integrierter
Präventionsansatz. Tageszentren bieten pädagogische Unterstützung,
psychosoziale Betreuung, Elternberatung und eine enge Zusammenarbeit
mit Schulen und Gemeinden. Ziel ist es, Kinder schon in jungen Jahren
zu stärken, Familien zu stabilisieren und sozialer Ausgrenzung
vorzubeugen.

Generationenübergreifende Armut wird nicht nur durch mangelndes
Einkommen verursacht, sondern auch durch strukturelle Hindernisse
beim Zugang zu Bildung, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Deshalb
konzentriert sich CONCORDIA auf frühzeitige, ganzheitliche
Unterstützung im Lebensumfeld der Kinder.

„ Wir sehen jeden Tag, wie es funktioniert: Kinder kehren in die
Schule zurück, Eltern gewinnen Selbstvertrauen, Gemeinden entwickeln
Perspektiven “, sagt Drumel. „ Diese Modelle sind skalierbar – wenn
die EU die richtigen Prioritäten setzt.“

Zwtl.: Ein Appell zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Der 20. Februar erinnert uns daran, dass soziale Gerechtigkeit
kein abstraktes Ideal, sondern eine politische Verpflichtung ist.
Kinderrechte sind Menschenrechte. Jedes Kind in Europa hat das Recht
auf Bildung, Schutz und ein Leben in Würde. Mit dieser Petition ruft
CONCORDIA die Bürgerinnen und Bürger in Österreich dazu auf, ein
klares Signal an die Europäische Kommission zu senden:

Generationenübergreifende Kinderarmut kann nicht länger toleriert
werden. Europa kann und muss es besser machen.

Die Petition ist jetzt online unter:
https://www.concordia.or.at/petition/breaking-the-cycle/

Weitere Informationen zur Arbeit und zum Wirkungsmodell von
CONCORDIA können hier im Policy Report heruntergeladen werden:
https://www.concordia.or.at/report/day-centre-model/

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CONCORDIA Sozialprojekte ist eine 1991 gegründete internationale
und unabhängige Hilfsorganisation, die Kinder, Jugendliche und
Familien in Not in den Projektländern Rumänien, Bulgarien, Moldawien,
Kosovo und Österreich auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben
unterstützt und begleitet. Im Mittelpunkt der Programme steht die
Stärkung und Wahrung der Kinderrechte. Das übergeordnete Ziel der
Arbeit von CONCORDIA ist es, Kinder und Familien dabei zu
unterstützen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und ihnen ein
selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Organisation hat Standorte
in Österreich (Wien), Deutschland (Stuttgart) und der Schweiz (Zug)
und finanziert ihre Arbeit durch Spenden. https://concordia.or.at