„Pension Overshoot Day“: Junge Wirtschaft NÖ fordert Reform des Pensionssystems

St. Pölten (OTS) – Der heurige „Pension Overshoot Day“ fiel
österreichweit auf den 12.
August. Seit gestern sind alle Einnahmen aus den
Sozialversicherungstöpfen für Pensionen ausgeschöpft, danach
finanziert ausschließlich der Staat die Ruhegehälter, auch in
Niederösterreich. Der jährliche Zuschuss zur Pensionsversicherung
beläuft sich österreichweit auf rund 20 Milliarden Euro – rechnet man
die Beamtenpensionen hinzu, entsteht eine Lücke von knapp 33
Milliarden Euro. Das entspricht rund einem Viertel des
Bundeshaushalts oder 230 Millionen Euro pro Tag bis zum Jahresende.

Für die Junge Wirtschaft Niederösterreich (JW NÖ) stehen alle
Zeichen auf Veränderung. „Das Pensionssystem stammt aus einer Zeit,
in der das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Pensionistinnen und
Pensionisten deutlich ausgewogener war. 230 Millionen Euro pro Tag,
insgesamt 33 Milliarden Euro bis zum Jahresende. Das ist viel Geld,
das uns in zentralen Zukunftsbereichen fehlt“, warnt Katharina
Alzinger-Kittel, Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft NÖ. Der
„Pension Overshoot Day“ mache deutlich, wie lange das aktuelle
Pensionssystem noch leistbar ist. Bedenklich dabei ist: Vor zwei
Jahren lag der Tag noch am 19. August. Heuer war er bereits eine
Woche früher erreicht.

Alzinger-Kittel ergänzt: „Wir müssen ehrlich und transparent
anerkennen, dass die Finanzierungslücke stetig wächst.
Niederösterreich braucht eine mutige Neuausrichtung, damit wir in
Zukunft wieder Spielräume für Investitionen in zentrale
Lebensbereiche wie Bildung und Innovation schaffen. Die
Entscheidungen von heute legen die Basis für morgen.“

Die Junge Wirtschaft NÖ fordert Reformen in allen drei Säulen der
Altersvorsorge :

In der gesetzlichen Vorsorge soll das Pensionsantrittsalter
automatisch mit der Lebenserwartung steigen, um die Finanzierung
langfristig zu sichern.

Die betriebliche Vorsorge gilt es zu modernisieren und zu
stärken.

Die private Vorsorge wiederum soll mit der Wiedereinführung der
KESt-Behaltefrist attraktiver werden, um den Kapitalmarkt zu beleben
und langfristige Investitionen anzuregen.

„Niederösterreich kann stolz auf sein Sozialsystem sein. Gerade
deshalb müssen wir es konsequent weiterentwickeln und an die
demografischen Realitäten anpassen. Wer heute klug entscheidet, sorgt
morgen für Stabilität und echte Zukunftschancen“, betont die
Landesvorsitzende.