ORF-„matinee“ am 13. Juli: „Kärntens schönste Adelssitze – Glanz und Pracht herrschaftlichen Wohnens“, Porträt Christine Lavant

Wien (OTS) – Anlässlich des Carinthischen Sommers lädt die „matinee“
am Sonntag,
dem 13. Juli, um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zu einem Ausflug in
Österreichs südlichstes Bundesland und präsentiert „Kärntens schönste
Adelssitze – Glanz und Pracht herrschaftlichen Wohnens“. Anschließend
stellt das Filmporträt „Christine Lavant – Wie pünktlich die
Verzweiflung ist“ (10.00 Uhr) die Kärntner Dichterin ins Rampenlicht
und zeichnet ihr Leben nach. Charakterschauspielerin Gerti Drassl
verleiht der außergewöhnlichen Literatin, deren Geburtstag sich
kürzlich zum 110. Mal jährte, eindrucksvoll Gestalt und Stimme. „Die
Kulturwoche“ (10.50 Uhr) beschließt mit aktuellen Berichten und Tipps
den von Teresa Vogl moderierten ORF-Kulturvormittag.

„Kärntens schönste Adelssitze – Glanz und Pracht herrschaftlichen
Wohnens“ (9.05 Uhr)

Prachtvolle Schlösser schmücken die pittoreske Landschaft in
Österreichs südlichstem Bundesland Kärnten. Die meisten von ihnen
wurden im 16. und 17. Jahrhundert erbaut. Mit dem Niedergang der
mittelalterlichen Gesellschaftsordnung und dem Aufbruch in ein neues,
aufgeklärtes Zeitalter verloren auch die mächtigen Burgen ihre
Bedeutung als Zufluchtsorte für die Bevölkerung. An ihre Stelle
traten prunkvoll ausgestattete Landsitze der verschiedenen
Adelsfamilien, die in erster Linie Wohnzwecken dienten und
gleichzeitig den Status ihres jeweiligen Erbauers oder seiner Familie
weithin sichtbar machen sollten. Die heutigen Besitzerinnen und
Besitzer führen in dieser Dokumentation von Gernot Stadler durch die
Prunkräume ihrer Schlösser und die sie umgebenden Parkanlagen. Sie
erzählen von den früheren Besitzern, von spukenden Ahnen und davon,
welch große Aufgabe und manchmal wohl auch Bürde es ist, diese
Kulturdenkmäler für künftige Generationen zu erhalten. Besonders
malerisch liegt das einstige Lustschloss Maria-Loretto, errichtet von
Graf Andrä von Rosenberg auf einer Halbinsel in der Ostbucht von
Klagenfurt. Die Schlösser Hallegg, Tentschach, Welzenegg oder
Ebenthal sind nur einige weitere aus dem Schlösserkranz, der
Klagenfurt umschließt. Bekannt aus der ORF-Serie „Ein Schloss am
Wörthersee“ ist das Schloss Velden, im späten 16. Jahrhundert im
Auftrag von Bartholomäus Khevenhüller, dem damaligen Klagenfurter
Burggrafen und Mitglied der Kärntner Landstände, erbaut.

„Christine Lavant – Wie pünktlich die Verzweiflung ist“ (10.00
Uhr)

Die Kärntner Dichterin Christine Lavant, am 4. Juli 1915 geboren
als Christine Thonhauser, zählt zu den bedeutendsten und zugleich
auch unbekanntesten großen Namen der deutschsprachigen Literatur des
20. Jahrhunderts. Ihr einzigartiges gesellschaftskritisches Schaffen
ist Ausdruck des ständigen Ringens um die Behauptung in der Welt. Sie
erzählt hinreißend von dem, was sie am besten kennt: Von verletzten
Kinder- und Frauenseelen, von den feinen und weniger feinen
gesellschaftlichen Unterschieden, von Armut, Krankheit und
Ausgrenzung, von erzwungener Anpassung, Bigotterie und Gewalt, aber
auch von der befreienden Kraft der Liebe und der Fantasie. So zeugen
Lavants unverwechselbare poetisch kraftvolle Lyrik ebenso wie ihre
herausragende Prosa von der existenziellen Zerrissenheit einer vom
Schicksal geprüften Frau.
Im ORF-Filmporträt, das 2023 anlässlich des 50. Todestags von
Christine Lavant entstand, sucht Regisseurin Danielle Proskar das
Wesen, das sich hinter dem Pseudonym Christine Lavant verbirgt.
Lavants Lyrik ist gut verschlüsselt, doch in Hunderten Briefen an
berühmte Zeitgenossen und Freunde schreibt sie frei heraus über ihre
Gefühle, Ängste, Hoffnungen und selten über ihr Glück. So entsteht
ein höchst persönliches, vielgestaltiges Selbstporträt einer
Künstlerin, die da behauptet: „Kunst wie meine, ist nur verstümmeltes
Leben“. Gerti Drassl verleiht Christine Lavant im Film eindrucksvoll
Gestalt und Stimme.