Wien (OTS) – Anlässlich des Schulstarts in Österreich fordern
Greenpeace, Parents
for Future und Teachers for Future heute in einem offenen Brief an
Bildungsminister Christoph Wiederkehr einen verbindlichen Hitze-
Aktionsplan für Österreichs Schulen und Kindergärten. Durch die
Extremhitze im Sommer mit bis zu 41 Grad haben sich die großteils
unsanierten Bildungsstätten in regelrechte Backöfen verwandelt. Bei
Innentemperaturen über 30 Grad steht die Gesundheit und der
Bildungserfolg von Kindern, Lehrkräften und Elementarpädagog:innen
auf dem Spiel. Damit Schulen und Kindergärten hitzefit werden, muss
Minister Wiederkehr rasch einen Hitze-Aktionsplan verabschieden.
Dieser muss einen verbindlichen Zeitplan vorgeben für die umfassenden
Sanierungen aller Bundesschulen sowie die Begrünung und Entsiegelung
der Vorplätze von Schulen und Kindergärten.
Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace
Österreich: „Im neuen Schuljahr drohen die nächsten Hitzewellen.
Dabei gilt: Kein Kind kann bei Temperaturen von über 30 Grad im
Klassenzimmer lernen oder sich im Kindergarten gut entwickeln, keine
Lehrkraft unter solchen Bedingungen unterrichten. Deshalb ist es
unabdingbar, in den Hitzeschutz in Bildungseinrichtungen zu
investieren: mit Sanierungen, Beschattung und modernen
Lüftungssystemen. Nur so ist es möglich, dass unsere Kinder auch in
den nächsten Jahren einen sicheren und lernfreundlichen Schulalltag
haben.”
Karl Marquardt, Lehrer in Wien und Aktivist bei Teachers for
Future: „In vielen Klassenzimmern meiner Schule – innerstädtisch,
Altbau – hatte es bereits Anfang Juni 30 Grad. Von vielen
Kolleg:innen aus ganz Österreich habe ich noch deutlich höhere
Temperaturen berichtet bekommen. Es sind weitaus mehr Schulen
betroffen, als die 50 Schulen, die Minister Wiederkehr sanieren
lassen will! An Unterricht und gesundes Arbeiten ist da nicht mehr zu
denken. Wir können auch nicht ständig mit den Klassen rausgehen. Wir
brauchen dringend breite und tiefgreifende Maßnahmen – von
Klimabildung über bauliche Anpassungen bis hinein in den
Straßenraum.”
Josef Winter von den Parents for Future: „Kinder haben ein Recht
auf gesunde und sichere Lernräume. Hitzeschutz ist keine
Komfortfrage, sondern eine Frage des Kindeswohls und der
Bildungsgerechtigkeit. Wir fordern Minister Wiederkehr auf, gemeinsam
mit Ländern und Gemeinden einen verbindlichen, ausreichend
finanzierten Hitze-Aktionsplan umzusetzen – mit klaren Standards,
raschen Sanierungen und klimaverträglicher Kühlung.“
Hitze-Aktionsplan gefordert: Von der Fassadendämmung bis zur
Klimabildung
Der geforderte Hitze-Aktionsplan sieht ab Anfang 2027 eine
Sanierungsoffensive für alle Bundesschulen vor. Im Zentrum stehen
dabei Außenbeschattung, Begrünung und Fassadendämmung. Eine
verlässliche 25-Grad-Garantie soll künftig eine erträgliche
Temperatur für das Lernen und die Betreuung der Kinder sichern.
Zusätzlich fordern die Organisationen bis Ende 2026 einen bundesweit
einheitlichen Leitfaden für Schul- und Kindergartenleitungen, der
bürokratische Genehmigungen für Jalousien, Kühlgeräte & Co. verkürzt.
Auch das direkte Umfeld der Bildungseinrichtungen spielt eine
zentrale Rolle: Verkehrsberuhigte und begrünte Vorplätze verbessern
die Luft rund um die Schulen und Kindergärten. Parallel dazu fordern
Greenpeace und Teachers for Future Klimabildung, also Bildung für
nachhaltige Entwicklung (BNE), fest in den Schulentwicklungsplänen zu
verankern.
Weiterführende Infos:
Der vollständige offene Brief: https://bit.ly/4cq6sLO
Bildmaterial finden Sie unter: act.gp/46FfrFr
Unter Verwendung der im Dateinamen angegebenen Credits stehen die
Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick
Anlass: Zum Schulstart fordern Greenpeace,Teachers for Future und
Parents for Future in einem offenen Brief einen verbindlichen Hitze-
Aktionsplan für Österreichs Schulen und Kindergärten.
Basis: Sommerliche Extremhitze führt zu Raumtemperaturen von häufig
über 30 Grad und gefährdet die Gesundheit sowie die Lernfähigkeit von
Kindern, Lehrkräften und Elementarpädagog:innen.
Hauptforderung: Sanierungsoffensive für alle Bundesschulen,
Einführung einer 25-Grad-Garantie im Klassenzimmer und
Kindergartenräumen sowie Entsiegelung und Begrünung von
Schulvorplätzen und umliegenden Straßen.
Adressat: Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Bundesregierung.
Quelle/Material: Greenpeace Österreich, Teachers for Future
Österreich, Parents for Future / https://bit.ly/4cq6sLO