Wien (OTS) – Die Verkehrswirtschaft macht in einem offenen Brief an
Bundeskanzler
Christian Stocker auf die hohe Betroffenheit der Branche aufmerksam:
Trotz der neuerlich verlängerten Spritpreisbremse sind die
Unternehmen mit Preisanstiegen konfrontiert, die beim Diesel seit
Jahresbeginn bereits 58 Cent betragen. Dies trifft die Unternehmen
der Verkehrswirtschaft unmittelbar und hat in der Folge Auswirkungen
auf die gesamte Lieferkette.
Die Preissteigerungen gefährden dadurch nicht nur die
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sondern auch die Versorgung der
Bevölkerung. Dabei geht es nicht nur um die Anlieferung von Gütern,
sondern ebenso um die gewerbliche Personenbeförderung. Aus diesem
Grund wenden sich der Fachverband Güterbeförderung der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der Fachverband Autobus-,
Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen sowie der Fachverband
Beförderungsgewerbe mit PKW und die Arbeitsgemeinschaft der
Internationalen Straßenverkehrsunternehmen Österreichs (AISÖ)
gemeinsam an den Bundeskanzler, um Maßnahmen zur Abfederung der
Kostenbelastung einzufordern.
Der offene Brief im Wortlaut:
Treibstoffkosten belasten Verkehrswirtschaft massiv – JETZT
handeln
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Dr. Stocker,
die jüngsten Anstiege der Treibstoffpreise treffen die
österreichische Verkehrswirtschaft mit voller Härte. Jede
Preissteigerung wirkt sich unmittelbar auf die Kosten unserer
Unternehmen aus und belastet die gesamte Wirtschaft entlang der
Lieferkette. Trotz der zuletzt beschlossenen Spritpreisbremse ist der
Netto-Dieselpreis seit Jahresbeginn um rund 58 Cent je Liter
gestiegen. Die Entlastung von 1,9 Cent je Liter fällt angesichts der
tatsächlichen Kostenentwicklung kaum ins Gewicht und vermag die
massiven Mehrbelastungen der Verkehrsunternehmen nicht annähernd
auszugleichen.
Die österreichischen Straßenverkehrsunternehmer sichern täglich
die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft. Dazu zählen nicht nur
der Gütertransport und die Logistik, sondern auch die gewerbliche
Personenbeförderung mit PKW und Bussen und daher zahlreiche
Beförderungsleistungen im öffentlichen Interesse. Gerade in diesen
Bereichen können Treibstoffkosten vielfach nicht oder nur
eingeschränkt weiter-gegeben werden, da behördlich festgelegte
Tarife, öffentliche Aus-schreibungen oder langfristige Verträge eine
kurzfristige Anpassung verhindern. Die aktuelle Kostenentwicklung
gefährdet daher nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen,
sondern auch die Aufrechter-haltung wichtiger Mobilitäts- und
Beförderungsleistungen.
Besonders deutlich wird die Belastung am Beispiel eines
durchschnittlichen LKW bzw. Busses: Bei einer Jahresfahrleistung von
100.000 Kilometern entstehen durch die aktuelle
Treibstoffpreisentwicklung Mehrkosten von rund 17.400 Euro pro
Fahrzeug und Jahr . Für Unternehmen mit größeren Fuhrparks
vervielfacht sich dieser Betrag entsprechend.
Wer eine stabile Versorgung, wettbewerbsfähige Unternehmen und
leistbare Preise sicherstellen möchte, muss daher jetzt rasch
wirksame Maßnahmen setzen.
Wir fordern daher die Entlastung der Verkehrswirtschaft durch
Einführung eines Gewerbediesels:
· Zur raschen und treffsicheren Entlastung der
Transportwirtschaft ist ein Gewerbediesel umzusetzen, insbesondere
durch eine befristete Aussetzung des CO2-Preises auf Diesel sowie
eine Reduktion der Mineralölsteuer auf EU-Mindestniveau.
· Die Abwicklung soll transparent unbürokratisch erfolgen, etwa
über eine pauschale Gutschrift je 1.000 Liter gewerblich getanktem
Diesel.
Diese Maßnahmen würden zielgerichtet dort wirken, wo die
Belastung entsteht, und gleichzeitig einen Beitrag zur Stabilisierung
von Preisen, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit leisten.
Die Bundesregierung ist gefordert, rasch zu handeln. Die
österreichische Verkehrswirtschaft braucht jetzt wirksame Entlastung
bei den Treib-stoffkosten.
Freundliche Grüße
Armin Manutscheri, LL.M.
(Geschäftsführer FV Güterbeförderung)
Mag. Paul Blachnik
(Geschäftsführer FV Autobus-, Luftfahrt-und Schifffahrt-
unternehmungen)
Mag. Markus Fischer, BA
(Obmann FV Güterbeförderung)
Gunter Mayrhofer
(Obmann FV Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen)
Martin Horvath
(Obmann FV Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen)
Ing. Mag. Alexander Klacska
(Obmann AISÖ)