Wien (OTS) – Seit dem Jahr 2006 – und damit bereits zum 19. Mal –
prämiert der
ÖZIV Bundesverband jedes Jahr herausragende Beispiele für die
Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen – und war damit der
erste Journalistenpreis zu diesem Thema.
Es wird jeweils ein Preis in der Kategorie Print (oder Artikel in
Online-Zeitungen) und in der Kategorie Elektronische Medien (Radio,
TV, Podcast) vergeben. Bei der Auswahl der Sieger-Beiträge wurde der
ÖZIV Bundesverband auch dieses Jahr von einer prominent besetzten
Jury unter dem Vorsitz von Prof. Fred Turnheim unterstützt.
In der Kategorie „Print“ wurde Thomas Winkelmüller für seinen
Artikel „Im Spektrum, aus dem System“ – erschienen im Magazin DATUM –
mit dem ÖZIV-Medienpreis ausgezeichnet. Der Artikel befasst sich mit
den Herausforderungen und Hürden, denen Eltern mit Kindern aus dem
Autismus-Spektrum gegenüberstehen. Denn Tausende Kinder mit Autismus
bekommen in Österreich weder Kindergartenplätze noch Zugang zu
fachgerechten Therapien. Die Jury lobte, dass der Autor anhand
konkreter Beispiele sehr anschaulich die Probleme aufzeigt, mit denen
Eltern von Kindern mit Autismus zu kämpfen haben. Der Artikel
zeichnet sich durch fachliche Genauigkeit, umfassende Recherche
hervorragende gute Lesbarkeit aus.
Den Preis in der Kategorie „elektronische Medien“ holte sich ORF-
Journalistin Constanze Ertl für ihre Beiträge zum Thema ME/CFS in den
Sende-Formaten „ORF konkret“ und der ZIB 2 (TV) und im „Journal
Panorama“ (Ö1-Radio). Die Sendungen bestechen durch hohe Sachkenntnis
und gründliche Recherche und zeichnen ein eindrückliches Bild der
persönlichen Situation der von ME/CFS betroffenen Personen, zeigen
ihren „Kampf gegen das System“ und thematisieren die unrühmliche
Rolle der „Begutachtungen“. Die Jury ist sich einig: „Die Beiträge
von Constanze Ertl lassen tiefgründige Recherche und Know-How
erkennen, ebenso wie Engagement zum Thema, ohne journalistische
Objektivität vermissen zu lassen.“
Die Jury hat dieses Jahr zudem zwei Anerkennungspreise vergeben.
Der erste Anerkennungspreis geht an Caroline Bartos für die
crossmediale Verarbeitung der Lebens-Geschichte einer Frau mit Bi-
Polarer Störung. Die Preisträgerin hat dazu einen Artikel in einer
Tageszeitung KURIER verfasst mit dem Titel „Ich weiß, wie es ist,
eine Bipolare Störung zuhaben“. Darin zeichnet sie die Geschichte
einer Frau mit der Diagnose Bipolare Störung nach und bietet auch
umfangreiche Hintergrundinfos. In der dazugehörigen Podcast-Folge des
Podcasts „Ich weiß, wie es ist…“ kommt die Protagonistin aus der
Print-Geschichte in erster Linie selbst zu Wort. Die Qualität der
Podcast-Folge liegt nicht zuletzt in der qualitativen Vorbereitung
und die Sachkenntnis der Preisträgerin begründet. Die Jury findet
diese hochwertige crossmediale Bearbeitung des Themas deshalb absolut
auszeichnungswürdig!
Den zweiten Anerkennungspreis vergab die Jury an die Redaktion
des Magazins „Arbeit & Wirtschaft“ für die Ausgabe „Würde statt
Hürde“ (Ausgabe 03/2024), die sich gesamtheitlich dem Thema INKLUSION
(am Arbeitsplatz) widmet: „Wie ermöglicht man inklusives Arbeiten für
Menschen mit Behinderungen?“. Die Ausgabe greift unterschiedliche
Aspekte des Themas „Menschen mit Behinderungen und Arbeitsplatz bzw.
Arbeitsmarkt“ auf und vermittelt damit ein vielfältiges Bild eines
durchaus komplexen Themas. Dass sich ein Magazin ausschließlich und
mit hoher Qualität dem Thema Menschen mit Behinderungen und Arbeit
widmet, hat die Jury bewogen, diesen Sonderpreis zu vergeben!
„ Der ÖZIV-Medienpreis leistet seit fast zwei Jahrzehnten einen
Beitrag zur Bewusstseinsbildung zu adäquater medialer Darstellung von
Menschen mit Behinderungen in den Medien. Die Preisträger:innen sind
Vorbilder, was qualitätsvolle Berichterstattung über Menschen mit
Behinderungen betrifft. “ erklärt ÖZIV-Präsident Rudolf Kravanja.
Jury-Vorsitzender Fred Turnheim ergänzt: „ Gerade wir
Journalist:innen haben eine besondere Verantwortung: wir sollten
absolut vermeiden, dass Menschen mit Behinderungen stets nur als
Held:innen oder Opfer dargestellt werden. Die heurigen Sieger-
Beiträge zeigen, dass Journalismus auf Augenhöhe und hohem
Informationsgehalt möglich ist .“
Zwtl.: Über den ÖZIV Bundesverband – Für Menschen mit Behinderungen
Der ÖZIV ist ein seit 1962 tätiger Behindertenverein, dessen
Mitgliedsorganisationen selbständige Vereine in den einzelnen
Bundesländern sind. Der in Wien angesiedelte Bundesverband versteht
sich als Interessenvertretung, die auch inklusive Angebote im Sinne
der UN-Konvention umsetzt. Die rund 22.000 Mitglieder werden von
Landes- und Bezirksorganisationen betreut, welche je nach regionalem
Bedarf unterschiedliche Angebote haben. Der ÖZIV-Bundesverband setzt
sich mit seinen Angeboten ÖZIV SUPPORT Beratung und Coaching, ÖZIV
ARBEITSASSISTENZ Niederösterreich und ÖZIV ACCESS für eine inklusive
Gesellschaft ein. Diese Unterstützungsleistungen sollen die Lebens-
und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderungen nachhaltig
verbessern.