Wien (OTS) – Mit der Zusammenlegung der HNO-Abteilungen sollte die
Versorgung
besser und effizienter werden. Der Stadtrechnungshof belegt nun das
Gegenteil: Die Leistungen liegen unter dem Niveau von 2019. Auf einen
ersten Ambulanztermin warten nicht dringliche Patienten mindestens
sechs Monate, auf planbare Operationen bis zu 30 Wochen. Auch Kinder
sind davon betroffen.
„Diese Reform hat versprochen, Probleme zu lösen, aber
stattdessen neue geschaffen. Die Wartezeiten sind massiv, die
Leistungen liegen unter dem früheren Niveau und die Patienten sollen
es ausbaden“, kritisiert Gemeinderätin Ingrid Korosec,
Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei.
Besonders brisant: Laut Stadtrechnungshof wichen die intern
ausgewiesenen Ambulanzzahlen aufgrund einer falschen Datenbasis um
bis zu 67 Prozent von den maßgeblichen Werten ab. So entstand der
Eindruck, die Ziele seien erreicht. Tatsächlich wurden sie deutlich
verfehlt.
„Wer seine Erfolge auf Basis falscher Daten misst, erkennt
Probleme zu spät und kann nicht rechtzeitig gegensteuern.
Gleichzeitig wurde die fachärztliche HNO-Betreuung an den betroffenen
Standorten drastisch gekürzt. So wird ein Versorgungsproblem nicht
gelöst, sondern verschärft“, so Gemeinderat Michael Gorlitzer.
Für die Wiener Volkspartei zeigt der Bericht ein grundsätzliches
Problem: „Wir brauchen eine schlanke Stadt, die effizient verwaltet,
ehrlich misst und eine funktionierende Infrastruktur sicherstellt.
Stattdessen erleben wir eine Stadtregierung, die Reformen verkündet,
sich die Zahlen schönrechnet und die Patienten warten lässt. Schlank
heißt nicht weniger Leistung für die Menschen, sondern weniger
Leerlauf im System“, so Korosec abschließend.