Österreichs Holzindustrie: Stabilität trotz schwacher Konjunktur

Wien (OTS) – Österreichs Holzindustrie hat sich im Jahr 2025 stabil
und
widerstandsfähig gezeigt. „ Trotz der schwachen Konjunktur und des
unsicheren politischen Umfelds haben sich unsere Mitgliedsunternehmen
behauptet. Unsere Betriebe haben möglichst viele Arbeitsplätze
gesichert und den Wirtschaftsstandort Österreich gestützt “, erklärt
Erlfried Taurer, Obmann des Fachverbands der Holzindustrie
Österreichs. Der Absatz der produzierten Waren der 1.256
Mitgliedsunternehmen lag 2025 bei rund 10 Milliarden Euro.
Traditionell ist die österreichische Holzindustrie stark
exportorientiert. Der Außenhandelsüberschuss betrug im Jahr 2025 rund
1,95 Milliarden Euro. „Trotz dieser nominell stabilen Kennzahlen
besteht kein Anlass zum Jubeln. Die höheren Umsätze sind vielfach auf
gestiegene Preise zurückzuführen und sagen wenig über die
tatsächliche Ertragslage der Unternehmen aus. Die Kosten für Energie,
Personal und Logistik sind deutlich gestiegen, insbesondere seit der
militärischen Eskalation am Persischen Golf“, betont Taurer.

Zwtl.: Marktausblick von Unsicherheit geprägt

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung bleibt von großer
Unsicherheit geprägt. „ Verlässliche Planungen sind derzeit kaum
möglich. Das politische Umfeld bleibt höchst unsicher. International
folgt eine Krise auf die nächste; meist noch bevor die vorherige
gelöst wurde. Besonders der Konflikt um den Iran treibt die Kosten
nach oben und verringert bei Unternehmen und Privathaushalten die
Bereitschaft zu investieren “, bilanziert Taurer. Die Rezession hält
an, eine spürbare Konjunkturerholung lässt weiter auf sich warten.
Vor allem der Hochbau leidet weiterhin unter einer schwachen
Investitionsdynamik und hohen Finanzierungskosten. Gleichzeitig
belasten steigende Kosten und eine zunehmende Regulierungsdichte die
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

„Viele Unternehmen würden gerne investieren. Dafür müssen die
Rahmenbedingungen aber passen. Genau daran hapert es derzeit oft“,
sagt Taurer und fordert: „ Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung
setzt voraus, dass Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wieder in den
Mittelpunkt der politischen Agenda rücken. Gerade beim
Bürokratieabbau sind den großen Ankündigungen – insbesondere auf EU-
Ebene – bislang nur wenige konkrete Maßnahmen gefolgt. Wenn unsinnige
Vorhaben lediglich um zwei Jahre verschoben werden, ist das kein
Bürokratieabbau. Dann handelt es sich nur um Bürokratie auf
Wiedervorlage. Asien und die USA haben bei Wettbewerbsfähigkeit und
Wachstum deutlich an Tempo gewonnen. Europa muss nun aufholen und die
richtigen Prioritäten setzen. “

Zwtl.: EU-Entwaldungsverordnung bleibt Belastung

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) bleibt für die
österreichische Forst- und Holzwirtschaft eine erhebliche
Herausforderung. „Zum Jahresende 2025 konnten wichtige Anpassungen
erreicht werden, die die schlimmsten bürokratischen Exzesse
verhindert haben. Dennoch wird die EUDR zusätzliche Nachweis- und
Dokumentationspflichten für Millionen von Waldbesitzern mit sich
bringen“, erklärt Taurer.

Aus Sicht der Holzindustrie werden Ländern ohne relevantes
Entwaldungsrisiko wie Österreich damit zusätzliche bürokratische
Anforderungen auferlegt, obwohl die nachhaltige Waldbewirtschaftung
bereits durch bestehende nationale Regelungen sichergestellt ist. „
Bei der Umsetzung der EUDR braucht es daher praktikable und
rechtssichere Lösungen. Ziel muss sein, den Verwaltungsaufwand auf
das unbedingt notwendige Maß zu beschränken und die
Versorgungssicherheit entlang der Wertschöpfungskette Holz nicht zu
gefährden “, fordert Taurer. Die Politik sei nun gefordert, die neuen
Vorgaben möglichst einfach, effizient und praxisnah umzusetzen.

Zwtl.: Holzverwendung und aktive Waldbewirtschaftung stärken den
Klimaschutz

Die österreichische Holzindustrie betont die zentrale Rolle von
Holz für den Klimaschutz. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der
während seines Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre aufnimmt und
Kohlenstoff langfristig speichert. Durch die Verwendung von Holz in
langlebigen Produkten und Gebäuden bleibt dieser Kohlenstoff über
Jahrzehnte gebunden. Gleichzeitig ersetzt Holz energie- und
emissionsintensive Materialien aus endlichen Rohstoffquellen. „Holz
ist einer der wirksamsten Hebel für den Klimaschutz. Wer Holz
verwendet, speichert Kohlenstoff und vermeidet gleichzeitig
Emissionen, die bei der Herstellung anderer Materialien entstehen
würden“, erklärt Taurer.

Ebenso wichtig sei eine aktive und nachhaltige
Waldbewirtschaftung. Durch die Verjüngung der Waldbestände werden die
Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels und
können weiterhin große Mengen CO₂ aufnehmen. „ Klimaschutz,
nachhaltige Holznutzung und aktive Waldbewirtschaftung gehören
zusammen. Nur ein bewirtschafteter und klimafitter Wald kann seine
ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen
langfristig erfüllen “, betont Taurer.

„Der Baustoff Holz ist ein Teamplayer. Jedes Baumaterial hat
seine Stärken – und genau diese gilt es zu nutzen. Durch den
optimalen Einsatz der verschiedenen Materialien wird Bauen
wirtschaftlicher und nachhaltiger. Holz kann dazu einen
entscheidenden Beitrag leisten“, so Taurer abschließend.

Zwtl.: Aktueller Branchenbericht

Weitere Informationen zur Holzindustrie Österreichs finden Sie im
aktuellen Branchenbericht .

ÜBER UNS

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs vertritt die
Interessen von mehr als 1.250 holzverarbeitenden Unternehmen in der
Bauprodukt-, Möbel-, Platten-, Säge- und Skiindustrie sowie in
weiteren holzverarbeitenden Betrieben wie der Palettenherstellung.
Die Unternehmen der Holzindustrie stellen mit rund 25.200
Beschäftigten Produkte im Wert von circa 10 Milliarden Euro her und
erwirtschaften einen Außenhandelsüberschuss von 1,95 Milliarden Euro.
Innerhalb der Wertschöpfungskette Holz ist die Holzindustrie ein
Schlüsselsektor und Ausgangspunkt für viele weitere
Verwendungsmöglichkeiten für Holz. Entlang der Wertschöpfungskette
Forst- und Holzwirtschaft sind mehr als 444.000 Menschen beschäftigt,
besonders in den ländlichen Regionen. Die Holzindustrie ist ein
unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Wirtschaft.