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Österreichs Exporte in Drittstaaten: 10 Jahre Büro für veterinärbehördliche Zertifizierung

Wien (OTS) – Mit einem Festakt im Marmorsaal feierte das Büro für
veterinärbehördliche Zertifizierung (BvZert) am 25. September 2026
sein zehnjähriges Bestehen. Die gemeinsame Einrichtung von
Sozialministerium, Landwirtschaftsministerium und AGES unterstützt
seit 2016 heimische Betriebe beim Export von Tieren und Lebensmitteln
tierischer Herkunft in Länder außerhalb der EU. Die Bilanz zeigt: Das
Angebot an verhandelten Veterinärzertifikaten ist von 59 auf 192
gestiegen und hat sich damit mehr als verdreifacht.

„Wenn österreichische Produkte international gefragt sind,
schafft das Wertschöpfung in den Regionen und sichert Arbeitsplätze.
Damit das gelingt, braucht es Vertrauen. Internationale Partner
müssen sich darauf verlassen können, dass unsere Standards halten,
was sie versprechen. Genau dafür steht das BvZert. Seine Arbeit
passiert oft im Hintergrund, ihre Wirkung ist aber enorm“, betont
Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Zwtl.: Milchexporte fast verdoppelt, Märkte ausgebaut

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Milch und
Milcherzeugnissen: Die Exportmenge in Drittstaaten stieg von 26.640
Tonnen im Jahr 2016 auf rund 50.000 Tonnen im Jahr 2025, ein Plus von
fast 90 Prozent. Österreichische Milchprodukte gehen heute in 97
Drittstaaten, Fleisch und Fleischerzeugnisse in 43.

Allein für Fleisch und Milch wurden 2025 rund 8.400
Exportzertifikate ausgestellt.
Das entspricht mehr als 30 pro Arbeitstag.

Zwtl.: Neue Märkte erschlossen

In zehn Jahren konnte das BvZert zahlreiche Märkte öffnen oder
wieder zugänglich machen, darunter:

– Japan: Rindfleisch nach rund 15 Jahren BSE-Sperre seit 2017 wieder
exportfähig

– China: neues Milchprotokoll 2024 und Zulassung für Schweine-
Nebenprodukte 2026

– Philippinen: Systemzulassung für Rind- und Schweinefleisch nach
erfolgreichem Audit 2025

– Saudi-Arabien: 23 heimische Milchbetriebe für den Export gelistet

Zwtl.: Kleines Team, große Wirkung

Was macht das BvZert konkret? Will ein Land außerhalb der EU
österreichisches Fleisch oder Milchprodukte kaufen, stellt es eigene
Bedingungen, etwa welche Tierkrankheiten ausgeschlossen sein müssen.
Das BvZert handelt diese Bedingungen aus und erstellt die passenden
Zertifikate. Das sind amtliche Bescheinigungen, die jede Lieferung
begleiten. Viele Länder schicken außerdem eigene Kontrolleur:innen
nach Österreich, die sich Betriebe und Behörden vor Ort ansehen,
bevor sie ihren Markt öffnen. Diese Kontrollbesuche bereitet das
BvZert vor und begleitet sie. Zudem unterstützt es die
Amtstierärzt:innen in den Bundesländern.

Auch in Krisen ist das Büro gefragt: Als 2024 die
Blauzungenkrankheit ausbrach und 2025 in Nachbarländern die Maul- und
Klauenseuche auftrat, hat das BvZert gemeinsam mit den
Handelspartnern Lösungen gefunden, damit Exporte möglichst
weiterlaufen konnten. All das stemmt ein kleines aber sehr
engagiertes Team von wenigen Kolleginnen und Kollegen.

„Zehn Jahre BvZert sind ein Grund, Danke zu sagen: allen
Mitarbeiter:innen und allen Partner:innen, die dafür sorgen, dass
österreichische Qualität weltweit Vertrauen genießt“, so Königsberger
-Ludwig.