Österreichisches Bundesheer: Entminungsdienst räumt mehr als 12 Tonnen Material aus den Weltkriegen

Wien (OTS) – Auch Jahrzehnte nach Ende der Weltkriege geht von
Munition und
Blindgängern im Boden eine erhebliche Gefahr aus. Das belegen die
aktuellen Bilanzzahlen des Entminungsdienstes (EMD) des Bundesheeres
für die ersten sieben Monate des Jahres 2026: Von Jänner bis Ende
Juli gingen bei der Spezialeinheit insgesamt 624 Fund- und
Wahrnehmungsmeldungen ein. Allein der Monat Juli bildete mit 120
Einsätzen einen vorläufigen Höhepunkt. Insgesamt bargen, überprüften
und vernichteten die Einsatzkräfte in diesem Zeitraum genau 12.803,05
Kilogramm – also weit über 12 Tonnen – gefährliches Kriegsmaterial.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betont die Bedeutung der
Einheit: „Die beachtliche Menge von über 12 Tonnen geborgener
Sprengmittel führt uns vor Augen, wie präsent die verdeckten Gefahren
der Vergangenheit noch heute sind. Der unermüdliche Einsatz unserer
Entschärfungs- und Entminungsspezialisten schützt täglich
Menschenleben und Infrastruktur in ganz Österreich. Für diesen
gefahrvollen Dienst rund um die Uhr gebührt dem gesamten EMD-Team
unser vollster Dank und höchste Anerkennung!“

Der regionale Schwerpunkt der Bergungen lag in Niederösterreich,
wo die Experten im bisherigen Jahresverlauf zu 296 Einsätzen
ausrückten – mit Spitzenwerten im März (61 Einsätze) und Juli (57
Einsätze). Auch in Oberösterreich war die Dienststelle intensiv
gefordert und verzeichnete 88 Ausrückungen (davon 21 im Juni), dicht
gefolgt von der Steiermark mit 77 Einsätzen (21 davon im Mai).

In Kärnten summierten sich die Einsätze auf 46 (mit einem
Schwerpunkt von 18 Ausrückungen im Juli), während in Wien 35 Einsätze
gezählt wurden. Im Burgenland rückte der EMD 34-mal aus, in Tirol 27-
mal. Weniger Funde wurden aus Salzburg (14 Einsätze) und Vorarlberg (
7 Einsätze) gemeldet. Der ertragreichste Einzelmonat bezüglich des
Gewichtes war der Juli: In diesen vier Wochen entschärften die
Spezialisten knapp drei Tonnen (2.973,41 kg) Munitions- und
Sprengstofffundstücke.

Das Bundesheer warnt eindringlich vor dem eigenmächtigen Berühren
oder Bewegen verdächtiger Fundstücke. Alterungsprozesse machen
historische Munition extrem empfindlich und unberechenbar. Wer auf
potenziell gefährliche Gegenstände stößt, sollte den Fundort sofort
sichern, Abstand halten und die Polizei unter dem Notruf
kontaktieren. Die Polizei verständigt daraufhin umgehend den
Entminungsdienst des Bundesheeres zur gefahrlosen Bergung und
Beseitigung.

Der Entminungsdienst agiert als spezialisierte Fachstelle des
Bundesministeriums für Landesverteidigung. Seit dem Wechsel aus dem
Innenministerium im Jahr 2013 fällt die Verantwortung für alle auf
österreichischem Staatsgebiet aufgefundenen Relikte aus der Zeit vor
1955 in den Aufgabenbereich des Bundesheeres. Die Experten halten
eine lückenlose Bereitschaft aufrecht, um im Anlassfall unverzüglich
eingreifen und Gefahrenstellen entschärfen zu können.

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