Innsbruck (OTS) – Nach dem Unglück im Großarltal waren Experten der
Abteilung Bergsport
des Österreichischen Alpenvereins vor Ort, um sich ein Bild von der
Situation zu machen. Die Tourengruppe befand sich im Aufstieg
Richtung Throneck (2.214m) im untersten Abschnitt des Gipfelhangs,
als sich im oberen Bereich eine 120 bis 150 Meter breite
Schneebrettlawine löste und die gesamte Gruppe erfasste. Dabei wurden
alle sieben Personen verschüttet. Ein Verschütteter konnte sich
selbstständig und unverletzt aus den Schneemassen befreien. Er begann
umgehend mit der Kameradenrettung und setzte die Rettungskette in
Gang. Im Zuge des koordinierten Rettungseinsatzes konnten alle
weiteren Verschütteten geborgen werden, für vier von ihnen kam jedoch
jede Hilfe zu spät. Zwei weitere Personen, darunter die Bergführerin,
wurden leicht verletzt geborgen.
Unfallursache wird erhoben und entsprechend aufgearbeitet
Alle Beteiligten waren erfahrene Tourengeher, die den Kurs zur
Weiterbildung besuchten. Sie waren alle standardmäßig mit
entsprechender Lawinennotfallausrüstung unterwegs. Zum Zeitpunkt des
Unglücks herrschte im Bereich der Unfallstelle Lawinenwarnstufe 2,
also mäßige Lawinengefahr.
„Wir sind dabei, das Geschehene aufzuarbeiten und genau zu
erheben, wie es zu dem Unglück gekommen ist. Wie immer bei Unfällen
mit Personenbeteiligung im alpinen Gelände wurden von Seiten der
Alpinpolizei die Erhebungen eingeleitet und von Seiten der
Staatsanwaltschaft zur fachlichen Befundaufnahme ein Sachverständiger
bestellt. Das ist ein Standardablauf“, erklärt Jörg Randl, Leiter der
Abteilung Bergsport im Alpenverein, und fügt eine Bitte hinzu: „Wir
möchten dafür plädieren, das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten und
von voreiligen Beurteilungen oder Kritiken abzusehen.“
Bei aller Erfahrung und Vorbereitung: Restrisiko bleibt bestehen
„Dieses Unglück macht uns als Alpenvereinsfamilie zutiefst
betroffen. Wir werden alles daransetzen, die Umstände umfassend
aufzuklären“, betont Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl. „Wir
müssen uns eingestehen, dass trotz aller Erfahrung, bester
Vorbereitung und höchstem Ausbildungsstandard solche Ereignisse nicht
vollständig auszuschließen sind. Selbst wenn alle Sicherheitsaspekte
beachtet werden, bleibt ein Restrisiko, das sich nicht kontrollieren
lässt. Dafür Menschen zu verlieren, die wie wir die Berge geliebt
haben, schmerzt unsagbar. Wir möchten den Angehörigen und
Hinterbliebenen unser tiefes Mitgefühl ausdrücken“, so der
Alpenvereinspräsident.