Wien (OTS) – Immer häufiger werden verschreibungspflichtige
Tierarzneimittel, die
in Österreich nicht zugelassen sind, über Online-Apotheken aus dem
Ausland zum Verkauf angeboten. „Obwohl diese Medikamente nur unter
tierärztlicher Kontrolle verabreicht werden dürften, gelangen sie
oftmals durch einfache Online-Bestellungen direkt ins Haus. Dieses
Problem betrifft nicht nur den Human-, sondern zunehmend auch den
Veterinärbereich“, warnt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der
Österreichischen Tierärztekammer.
Besonders bedenklich: Viele dieser Mittel sind
Kombinationspräparate mit antibiotischer, antimykotischer und
entzündungshemmender Wirkung. Ihre Inhaltsstoffe bergen oft
erhebliche Risiken. Frühwirth betont: „Die möglichen Folgen reichen
von allergischen Reaktionen bis hin zu schweren neurologischen
Störungen – vor allem bei Katzen sehen wir immer wieder, welche
Probleme entstehen können. Die Verschreibungspflicht ist kein
bürokratisches Hindernis, sondern ein wichtiger Schutzmechanismus,
ein Sicherheitsgurt für Tiergesundheit und -wohl!“
Zwtl.: Österreichisches Gesetz wird ignoriert
Arzneimittelfälschungen und illegale Importe seien mittlerweile
an der Tagesordnung. Die Tatsache, dass Bezugsquellen aus dem EU-
Ausland österreichische Gesetze oft ignorieren, erschwert die
Kontrolle erheblich. Viele Käufer*innen nehmen dies bewusst in Kauf –
und machen sich dabei strafbar.
Die unkontrollierte Abgabe über international tätige Online-
Apotheken gefährdet nicht nur die Gesundheit von Tieren, sondern
untergräbt auch das österreichische Tierarzneimittelgesetz. Der
Verkauf verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel nach Österreich
stellt einen klaren Rechtsverstoß dar.
„Es ist inakzeptabel, dass sich bestimmte Online-Plattformen
nicht an gesetzliche Vorgaben halten – zum Nachteil jener, die wie
wir Tierärzt*innen ihrer Verantwortung und Sorgfaltspflicht
nachkommen. Ausländische Anbieter müssen stärker in die Pflicht
genommen werden. Wer mit Arzneimitteln handelt, trägt die
Verantwortung die rechtlichen Vorgaben auch einzuhalten – das gilt
unabhängig vom Herkunftsland der Produkte“, fordert Frühwirth.