Schönheit

Österreichische Nektarinen: „Da muss man ein bisserl verrückt sein“

Wien, am 26.08. (OTS) – Seit 2018 experimentiert der gelernte
Obstbauer Matthias Lammer aus
Albersdorf-Prebuch an der steirischen Apfelstraße mit Nektarinen.
Heute ist er der einzige Bauer in Österreich, der die Frucht in
größerer Menge für den Lebensmittelhandel produziert. „Man muss ein
bisserl verrückt sein und kreativ, wenn man sich ausgerechnet an die
sensible Nektarine heranwagt. Auch finanziell ist es ein großes
Risiko“, sagt Lammer, der bisher mehrere hunderttausende Euro in die
Steinobstproduktion investiert hat. Die Bedingungen sind auf den
ersten Blick nicht günstig: Mehr als 90 Prozent der in Österreich
verkauften Nektarinen kommen aus dem Ausland, die Trockenheit hat ihm
heuer bis zu 60 % der Ernte vernichtet und die Nektarine ist
insgesamt sehr sensibel. „Wir schauen dennoch optimistisch in die
Zukunft, weil unser regionales Obst sehr stark nachgefragt ist“,
erzählt Lammer, dessen Nektarinen bei BILLA und BILLA PLUS erhältlich
sind.

Gesündere Pflanzen, weniger Pestizide

Seit vielen Jahren arbeitet Lammer mit der
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 an gesunden Pflanzen. Das
Pestizid-Reduktionsprogramm setzt in Kooperation mit der Billa-Mutter
REWE auf strenge Grenzwerte. „Wir möchten, dass gesundes Obst und
Gemüse mit wenig bis gar keinen Rückständen in den Supermarktregalen
landet und arbeiten intensiv mit den Bauern und Bäuerinnen zusammen.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen“, berichtet Kurt Stockinger,
Agrartechniker im Pestizid-Reduktionsprogramm von GLOBAL 2000.

Lammer setzt dabei stark auf vorbeugende und natürliche Methoden:
„Wir wollen die Pflanze fit und vital durch die Saison begleiten. Es
ist wie bei den Menschen: Wenn man ein gesundes Immunsystem hat, wird
man nicht immer Medikamente brauchen.“ Dem stimmt auch Stockinger zu:
„Gesunde Pflanzen brauchen einen gesunden Boden. Und genau den haben
die Nektarinen hier und sind daher weniger anfällig für Schädlinge
wie die Reiswanze oder die gefleckte Baumwanze. Da steckt viel Arbeit
und Wissen dahinter und ein für Nektarinen gesunder Bodenaufbau.“

Regional gegen Spanien und Italien

Für den Handel ist die steirische Nektarine eine wertvolle
Nische, denn die Nachfrage nach regionalem Obst steigt. „Ich mache
das aus Leidenschaft zur Landwirtschaft und aus Leidenschaft zu dem,
was wir regional produzieren können. Nektarinen gibt es bei uns in
größerer Menge nicht. Wir wollen etwas anbieten, was keine weiten
Transportwege hat und gut schmeckt. Also haben wir uns das in den
Kopf gesetzt“, sagt Lammer. Die größte Konkurrenz kommt aus Spanien
und Italien. In der Verkaufsstatistik werden Pfirsiche und Nektarinen
gemeinsam gezählt.

– 33.500 Tonnen Pfirsiche und Nektarinen werden pro Jahr in
Österreich verspeist

– Über 90 % davon kommen aus dem Ausland

– In guten Jahren kann Lammer über 250 Tonnen pro Jahr produzieren

Über das PRP

Das Pestizid-Reduktions-Programm (PRP) von GLOBAL 2000 arbeitet
eng mit Bäuerinnen und Bauern sowie dem Handelsunternehmen REWE
zusammen, um den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Das PRP-Team
kontrolliert weltweit Obst- und Gemüsesorten auf die Einhaltung
strenger Pestizid-Richtlinien. In über 20 Jahren hielten mehr als 90
% der Proben die strengen Kriterien des PRP ein.