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Österreich konnte seinen Platz unter den Strong Innovators behaupten

Wien (PK) – Wie Österreich seine Mittel für Forschung, Technologie
und Innovation
(FTI) einsetzt und welche Wirkungen damit erzielt werden, zeigt der
jährliche Forschungs- und Technologiebericht der Bundesregierung.
Aktuell nimmt Österreich demnach im Ranking der innovativsten Länder
in der Europäischen Union demnach einen guten 8. Platz ein, stellt
der Bericht für 2026 fest. Er wurde heute im Wissenschaftsausschuss
behandelt und anschließend einstimmig zur Kenntnis genommen.

Österreich nehme mit seiner Forschungsquote weiterhin einen
internationalen Spitzenplatz ein und habe sich fest in der Gruppe der
„Strong Innovators“ etabliert, erfuhren die Abgeordneten von den
Regierungsmitgliedern, in deren Ressortzuständigkeit die
österreichische FTI-Politik fällt. Allerdings könne man mit dem
wirtschaftlichen Output, der mit den hohen Forschungsaufwendungen
erzielt werde, noch nicht völlig zufrieden sein. Hier werde man noch
weitere Schritte setzen, herrschte Einigkeit unter den
Regierungsmitgliedern.

Resilienz und technologische Souveränität in geopolitisch
herausfordernden Zeiten

Sicherheit, Stärkung der Resilienz und die Sicherstellung der
technologische Souveränität lauten die Leitlinien der
österreichischen FTI-Politik laut dem Forschungs- und
Technologiebericht 2026 ( III-345 d.B. ). Österreich handle damit in
Einklang mit den europäischen Zielen vor dem Hintergrund
gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Krisen, geopolitischer
Spannungen und tiefgreifender struktureller Veränderungen.

Detailfragen der Abgeordneten zum Bericht beantworteten
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, Innovationsminister
Peter Hanke sowie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, die
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer vertrat. Die
Regierungsmitglieder betonten den ressortübergreifenden Charakter der
FTI-Strategie der Bundesregierung und die Fortsetzung der
Anstrengungen, um Österreichs Innovationskraft zu verbessern.

Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP) sah die zentrale Herausforderung
der Industriestrategie in der Überführung von Forschungsergebnissen
in innovative Produkte. In diese Richtung zielten auch die
Anmerkungen von Gerhard Deimek (FPÖ), Elisabeth Götze (Grüne) und
Martina von Künsberg Sarre (NEOS) wollten wissen, wie Österreich das
Missverhältnis zwischen hohen Forschungsaufwendungen und dem
tatsächlichen wirtschaftlichen Output beheben könne. Heinrich Himmer
(SPÖ) erkundigte sich, wie es um das selbstgesteckte Ziel der
Erhöhung von Spin-offs stehe. Rudolf Taschner (ÖVP) wollte wissen,
wie Österreich die Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen
Intelligenz (KI) für sich nützen wolle.

Wissenschaftsministerin Holzleitner verwies auf die ausgewiesenen
Stärkefelder Österreichs, etwa im Bereich der Quantentechnologie,
deren Erfolge sich sehen lassen könnten. Bei der Einwerbung von
Mitteln des European Research Councils in Form von ERC-Grants liege
Österreich weiter an der Spitze. Österreich habe auch einen
überdurchschnittlichen Anteil an Patentanmeldungen im Bereich
nachhaltiger Technologien im EU-Vergleich. Als eine konkrete Maßnahme
nannte Holzleitner die Fortführung der Spin-off-Fellowships, die sich
als eine sehr erfolgreiche Förderschiene erwiesen hätten. Die
Universitäten würden starkes Interesse daran bekunden,
Forschungsergebnisse in praktische Anwendungen zu überführen.

Bundesminister Hanke verwies auf Schwerpunkte seines Ressorts in
der Förderung von Schlüsseltechnologien und die Erhöhung der Mittel
für die Europäische Weltraumagentur ESA. Die Beschaffungspolitik der
öffentlichen Hand könne auch eine wichtige Rolle spielen, wenn es
darum gehe, innovative Unternehmen zu fördern. Grundsätzlich sehe er
kein Zurückfallen der Innovationskraft des Landes. In internationalen
Ranking habe Österreich seine Stellung nun über mehrere Jahre hinweg
gut behaupten und bei einzelnen Indikatoren sogar verbessern können.

Staatssekretärin Zehetner hob die Rolle der Industriestrategie
2035 und der Schlüsseltechnologie-Offensive. Man verfolge die
bestehenden strategischen Ansätze der FTI-Politik konsequent weiter,
um die österreichischen Potenziale gezielt zu nutzen und
zukunftsorientiert zu gestalten. Kernstück der Industriestrategie sei
es, dass Förderungen gezielter eingesetzt werden sollen. Der Einsatz
der künstlichen Intelligenz solle die Wertschöpfung in
österreichischen Stärkefeldern verbessern. Als Beispiel nannte sie
die Materialforschung. Man sei auch auf einem gutem Weg bei der
Förderung von Spin-offs, betonte Zehetner. Sie sei optimistisch, dass
man die gesteckten Ziele erreichen werde.

Mobilisierung von Venture Capital bleibt Thema

Die Abgeordneten Deimek (FPÖ), Künsberg Sarre (NEOS) und Götze (
Grüne) thematisierten in diesem Zusammenhang die traditionelle
Schwäche des Venture Capitals in Österreich und wollten wissen, wie
man dieses mobilisieren könne.

Staatssekretärin Zehetner berichtete, dass die Umsetzung des
öffentlich-privaten Risikokapitaldachfonds für Start-ups und Scale-
ups auf dem Weg der Umsetzung sei. Ein wichtiger Schritt werde die
Ausschreibung für das Fondsmanagement sein. Diese müsse sorgfältig
vorbereitet werden, da das Vertrauen in das Fondsmanagement eine
wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Fonds sei.

Stärkung der Cyberresilienz und Antworten auf geopolitische
Herausforderungen

Für das Schwerpunktthema „Resilienz“ interessierte sich Petra
Oberrauner (SPÖ). Bundesminister Hanke verwies auf die Anstrengungen
seines Ressort im Bereich der Forschungssicherheit, um die
österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen beim
Aufbau eines institutionellen Risikomanagements zu unterstützen.

Bundesministerin Holzleitner verwies auf die Initiative zur
Verankerung der Friedens- und Konfliktforschung auf europäischer
Ebene. Damit solle Forschung zu den geopolitischen Herausforderungen
für Europa, zur regionalen und globalen Rolle Europas und zu den
verschiedenen Dimensionen von Frieden und Sicherheit gefördert
werden.

Zum Thema Wissenschaftskommunikation und Vertrauensbildung, das
FPÖ-Abgeordnete Marie-Christine Giuliani-Sterrer angesprochen hatte,
verwies Holzleitner darauf, dass das Vertrauen in die Wissenschaft
grundsätzlich sehr hoch sei. Das „Wissenschaftsbarometer“ der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften gebe ein gutes
Stimmungsbild der Einstellung der Bevölkerung zur Wissenschaft.

F&E-Quote in Österreich wieder über EU-Zielwert

Laut dem Forschungs- und Technologiebericht 2026 lag Österreich
erneut unter den Top-3-Ländern hinsichtlich Aufwendungen für
Forschung und Entwicklung im EU-Vergleich. Österreichs
Forschungsquote übertraf zum 13. Mal in Folge den europäischen
Zielwert von 3 %. Die Statistik Austria schätzte Ende April 2026,
dass sie für das Jahr 2026 bei 3,34 % liegen werde. Mit dem 4 %-Ziel
für die Forschungsquote bekenne sich die Bundesregierung in ihrem
Regierungsprogramm klar zu einem starken und international
wettbewerbsfähigen Forschungs- und Innovationsstandort, hält der
Bericht fest.

Sowohl Gerhard Deimek (FPÖ) als auch Martina von Künsberg Sarre (
NEOS) merkten an, dass die Forschungsprämie einen hohen Anteil der
Forschungsförderung in Österreich ausmache. Sie verwiesen auf das
Ergebnis einer Prüfung des Rechnungshofs, wonach es sich bei der
Forschungsprämie vor allem um eine Standortförderung handle.

Bundesminister Hanke und Staatssekretärin Zehetner verteidigten
die Forschungsprämie als erfolgreiche Maßnahme. Forschungsergebnisse
würden in Österreich ja nicht „in der Schublade verschwinden“, meinte
Hanke. Vielmehr sei es oft der Fall, dass ihre Verwertung ins Ausland
wandere, weil sich dort Investoren finden würden. (Schluss
Wissenschaftsausschuss) sox