Wien (OTS) – Österreich bekommt eine
Mountainbike-Koordinationsstelle. Das ist der
Startpunkt für die Entwicklung einer österreichweiten Mountainbike-
Strategie. Ziel ist, der Nachfrage an Mountainbikestrecken gerecht zu
werden, Potenziale für Wirtschaftsstandort und Tourismus zu fördern,
das Bewegungs- und Erholungsangebot für die Menschen zu erweitern.
Gleichzeitig müssen unter der Einhaltung von Grund- und
Eigentumsrechten die Aspekte des Schutzes der Natur und der
österreichischen Wälder berücksichtigt werden.
Die Koordinationsstelle wird von vier zuständigen Ministerien (
Sport, Forst, Tourismus, Mobilität) und den Bundesländern finanziert
und wurde über die Bundesbeschaffungsgesellschaft öffentlich
ausgeschrieben und vergeben.
Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt: „Mein Ziel ist, den
Österreicherinnen und Österreichern Sport und Bewegung auf
vielfältige Weise zu ermöglichen, damit alle den Sport treiben
können, für den sie sich interessieren – unabhängig vom Wohnort oder
der eigenen Geldbörse. Die Begeisterung für den Mountainbike-Sport
ist ungebrochen: er vereint sportliche Herausforderung mit dem
Erlebnis der Natur. Ich freue mich, dass wir als Regierung dazu
beitragen, gerade für den Breitensport neue Angebote zu schaffen.“
Forstminister Norbert Totschnig: „Mountainbiking wie auch andere
Freizeitaktivitäten in der Natur erfordern Verantwortung und
gegenseitige Rücksichtnahme. Ich sehe die Mountainbikestrategie dabei
als große Chance, ein attraktives Angebot für Sport und Erholung zu
schaffen, die wild- und waldökologischen Aspekte zu berücksichtigen
und gleichzeitig die Regionen zu stärken. Dabei ist es oberste
Priorität, die Interessen aller Betroffenen zu berücksichtigen. Die
Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter, die unter anderem
wertvolle Arbeit bei der Anpassung der Wälder an den Klimawandel
leisten, müssen umfassend eingebunden werden. Nur so kann eine
nachhaltige Nutzung der Natur- und Kulturlandschaft gewährleistet
werden. Zum Schutz unserer Wälder muss es klare Regelungen und
Verträge geben. Mit dem ‚Vertragsmodell‘ haben wir bereits eine gute
Basis geschaffen.“
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner: „Das Mountainbiken
ist ein wichtiges Zukunftsthema für den österreichischen Tourismus.
Bereits heute kommt rund ein Drittel unserer Sommergäste zum
Radfahren nach Österreich – nach dem Wandern die zweithäufigste
Sportart überhaupt. Bemerkenswert ist auch die hohe Treue: 80 Prozent
der Radtouristen sind Stammgäste, vor allem aus Österreich,
Deutschland und den Niederlanden. Das zeigt, wie groß die Bedeutung
dieses Segments bereits ist. Das Wachstum ist eindrucksvoll: Zwischen
2014 und 2016 gab es in Sölden 50.000 Bergfahrten mit dem Rad, im
Jahr 2021 waren es bereits 232.000. Rad- und Mountainbike-Angebote
leisten nicht nur einen Beitrag zur Saisonverlängerung, sondern auch
zur regionalen Wertschöpfung. Um dieses Potenzial nachhaltig zu
nutzen, braucht es eine ausbalancierte und breit akzeptierte
Strategie, die das gesamte Spektrum – vom Mountainbiken über E-Bikes
bis hin zu Gravel Roads – abdeckt. Nur so können wir die Chancen
dieses Trends nützen und gleichzeitig Natur- und Lebensräume in
Einklang mit den Bedürfnissen der Gäste weiterentwickeln.“
Verkehrsminister Peter Hanke: „Mit der österreichweiten
Mountainbikekoordinationsstelle setzen wir einen entscheidenden
Schritt, um Radverkehr, Tourismus und nachhaltige Mobilität gemeinsam
weiterzuentwickeln. Mountainbiken ist längst ein wichtiger Teil
unserer Freizeitkultur und trägt zugleich zu Gesundheit, Klimaschutz
und regionaler Wertschöpfung bei. Unser Ziel ist klar: Österreich
soll beim Mountainbiken europaweit Maßstäbe setzen – sportlich,
wirtschaftlich und ökologisch.“
Strategie soll bis 2026 erarbeitet werden
Die erste Aufgabe besteht nun in der Einrichtung der
Koordinationsstelle als Wissens- und Informationsdrehscheibe, um die
Voraussetzungen für die Entwicklung einer österreichweiten
Mountainbike-Strategie zu schaffen. Diese wird im Rahmen eines breit
angelegten Stakeholder-Prozesses erarbeitet und soll bis Ende 2026
vorliegen. In der Folge sollen auch Maßnahmen zur Umsetzung der
Strategie entwickelt und durchgeführt werden. Die Koordinationsstelle
wird dabei von einer Steuerungsgruppe begleitet, die durch die
beteiligten Ministerien sowie die Bundesländer beschickt wird.
Der Zuschlag zur Rahmenvereinbarung wurde an die KONNEKT GmbH mit
Karl Morgenbesser und Thorsten Schmitz erteilt. Beide bringen
langjährige Erfahrung und strategisches Know-how in das Projekt ein.
Karl Morgenbesser ist Gründer und Geschäftsführer der Wexl Trails und
der Erlebnisarena St. Corona. Mit seinen Projekten hat er gezeigt,
wie Bike-Angebote unter Einbindung von Grundeigentümern, Jägern und
Naturnutzern erfolgreich in regionale Entwicklung, Ganzjahresnutzung
und nachhaltige Konzepte integriert werden können. Mountainbiken
begleitet ihn seit Jahrzehnten als persönliches Thema wie auch als
Entwicklungsmodell für Gesellschaft und Regionen. „Mountainbiken ist
für mich weit mehr als ein Sport – es ist eine Bewegung, die
Gesellschaft, Regionen und Natur verbindet. Mit der nationalen
Strategie wollen wir diese Kraft für Österreich nutzbar machen –
gesundheitsfördernd, umweltbewusst und wirtschaftlich tragfähig“,
betont Karl Morgenbesser.
Thorsten Schmitz war sechs Jahre CEO von INTERSPORT Austria und
hat zuvor über 20 Jahre internationale Erfahrung in Handel, Sport und
Markenentwicklung gesammelt. Als geprüfter MTB-Fahrtechniktrainer und
aktiver Biker verbindet er seine persönliche Leidenschaft für den
Sport mit seiner Expertise in Strategie, Stakeholder-Management und
der Gestaltung gesellschaftlicher Transformationsprozesse. „Unser
Anspruch ist es, Mountainbiken als gesamtgesellschaftliches Thema zu
denken. Österreich hat die Chance, Vorreiter in Europa zu werden –
wenn es uns gelingt, Sport, Natur, Eigentum, Mobilität und Wirtschaft
sowie Tourismus in einer gemeinsamen Vision zu verbinden“, erläutert
Thorsten Schmitz.