ÖGB zum Hitzeaktionstag: Klimakrise verändert die Arbeitswelt – Hitzeschutz darf kein Luxus sein

Wien (OTS) – „Der Klimawandel ist längst keine abstrakte
Zukunftsfrage mehr. Die
Klimakrise ist bei den Menschen angekommen – im Büro, auf der
Baustelle und im Pflegeheim. Hitze belastet die Gesundheit und
verändert die Arbeitswelt spürbar. Besonders in sozialen
Einrichtungen stehen Beschäftigte unter zusätzlichem Druck, weil
nicht nur sie selbst, sondern auch die zu Betreuenden unter der Hitze
leiden“, sagt Martin Reiter, Leiter des ÖGB Klimabüros, anlässlich
des Hitzeaktionstags.

Österreichische Studien zeigen: Die Zahl der Hitzetage mit
Temperaturen über 30 Grad hat sich in den vergangenen Jahrzehnten
verdreifacht. Gleichzeitig nehmen Extremwetterereignisse wie
Starkregen, Dürre oder Überschwemmungen zu. Die Folgen der Klimakrise
sind längst Realität.

Klimakrise trifft Menschen mit niedrigen Einkommen härter

Besonders problematisch ist die soziale Dimension der Klimakrise.
Denn die Belastungen sind ungleich verteilt.

„Menschen mit niedrigem Einkommen sind die geringsten Verursacher
der Klimakrise, leiden aber am stärksten unter ihren Folgen. Sie
arbeiten überdurchschnittlich oft in körperlich belastenden oder
wetterabhängigen Berufen und können sich die Kühlung oder Sanierung
ihrer Wohnung nicht leisten“, so Reiter.

Für den Leiter des ÖGB Klimabüros ist deshalb klar: „Hitzeschutz
darf keine Frage des Einkommens sein. Wer arbeitet, hat Anspruch auf
Schutz – unabhängig davon, wie viel Geld er oder sie verdient.“

Hitzeschutzverordnung bringt Fortschritte

Wie dringend Maßnahmen notwendig sind, zeigt eine FORBA-Studie
aus dem Jahr 2024. Sechs von zehn Betriebsratsvorsitzenden berichten,
dass Beschäftigte in ihren Betrieben zunehmend unter Hitze leiden.

Mit Jahresbeginn ist die neue Hitzeschutzverordnung in Kraft
getreten. Sie bringt vor allem für Beschäftigte im Freien wichtige
Verbesserungen.

„Die Hitzeschutzverordnung ist ein Meilenstein für
Arbeitnehmer:innen. Verbindliche Hitzeschutzpläne mit beispielsweise
angepassten Arbeitsabläufen sowie technische und persönliche
Schutzmaßnahmen sorgen dafür, dass Beschäftigte besser geschützt
werden“, sagt Dinah Djalinous-Glatz, Expertin für
Arbeitnehmer:innenschutz im ÖGB.

Die Maßnahmen schützen nicht nur unmittelbar, sondern auch
langfristig vor gesundheitlichen Belastungen. „Wer wirksamen
Hitzeschutz umsetzt, kann langfristig zum Beispiel auch das Risiko
von hellem Hautkrebs senken“, so Djalinous-Glatz.

Wirksamer Schutz vor Hitze in Innenräumen gefordert

Während es für Arbeiten im Freien nun bessere Schutzregeln gibt,
bleibt die Situation in vielen Innenräumen ungelöst. Die FORBA-Studie
zeigt, dass die Hitzebelastung auch in Büros und Werkshallen sowie
bei Sozial- und Gesundheitsberufen stark zunimmt.

Besonders betroffen sind Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen,
Kindergärten und Schulen. Dort müssen Beschäftigte nicht nur selbst
mit der Hitze zurechtkommen, sondern zusätzlich Menschen betreuen,
die unter den hohen Temperaturen leiden.

„Was für Arbeiten im Freien gilt, muss auch für Innenräume
gelten. Hitze macht nicht am Werktor Halt. Wir brauchen daher
dringend auch einen effizienteren Schutz vor Hitze in Innenräumen“,
fordert Djalinous-Glatz.

ÖGB startet Umfrage zu Hitze im Job

Um eine aktuelle Einschätzung zur Belastung durch Hitze am
Arbeitsplatz zu bekommen, macht der ÖGB eine Onlineumfrage zu diesem
Thema. Abgefragt werden Hitzebelastung und Schutzmaßnahmen quer über
alle Branchen. Sie kann unter folgender URL abgerufen werden:
oegb.at/hitze-umfrage

Der ÖGB fordert:

– Recht auf wirksamen Hitzeschutz für alle Beschäftigten.
Verbindliche Hitzeschutzregeln auch für Innenräume

– Sozial gerechte Klimapolitik statt zusätzlicher Belastungen für
Arbeitnehmer:innen

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein. www.oegb.at