ÖGB-Schober: Frauen arbeiten nicht weniger – sie werden nur schlechter bezahlt

Wien (OTS) – „Die Debatte über Teilzeit wird seit Jahren auf dem
Rücken der Frauen
geführt. Dabei wird so getan, als würden Frauen einfach weniger
arbeiten wollen. Die Realität sieht anders aus: Sie stemmen den
Großteil der unbezahlten Betreuungs- und Pflegearbeit und halten
gleichzeitig unser Land am Laufen. Wer ehrlich über Teilzeit sprechen
will, muss endlich über die Ursachen reden – und nicht die
Betroffenen an den Pranger stellen“, sagt Elfriede Schober, stv. ÖGB-
Bundesfrauenvorsitzende anlässlich der Übergabe der Unterschriften
der AK-Petition für faire Regeln bei Teilzeit.

Mehr als drei Viertel aller Teilzeitbeschäftigten in Österreich
sind Frauen. Viele von ihnen leisten regelmäßig Mehrarbeit, erhalten
dafür aber geringere Zuschläge als Vollzeitbeschäftigte oder gar
keine. Das ist weder gerecht noch ein Anreiz, mehr Stunden zu
arbeiten.

„Wer zusätzliche Stunden übernimmt, darf dafür nicht schlechter
gestellt werden. Es ist unverständlich, dass Teilzeitbeschäftigte für
dieselbe Mehrleistung weniger Zuschlag erhalten als Vollzeitkräfte.
Das ist eine Benachteiligung, die endlich beendet werden muss“, so
Schober.

Der ÖGB fordert:

– Zuschläge ab der ersten Stunde Mehrarbeit

– Gleiche Zuschläge wie für Vollzeitbeschäftigte. Für Mehrarbeit
müssen auch Teilzeitbeschäftigte den vollen Zuschlag von 50 Prozent
erhalten.

– Recht auf Erhöhung der vertraglichen Arbeitszeit. Wer dauerhaft
mehr arbeitet als vereinbart, muss einen Anspruch auf eine
entsprechende Aufstockung der Wochenstunden haben.

Faire Zuschläge allein lösen das Problem aber nicht. Es brauche
endlich Rahmenbedingungen, die echte Wahlfreiheit ermöglichen:

„Wer will, soll Vollzeit arbeiten können. Dafür brauchen wir
ausreichend Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen mit
Öffnungszeiten, die zum Arbeitsalltag passen, eine gerechtere
Verteilung der Betreuungs- und Pflegearbeit und Arbeitsbedingungen,
die Familie und Beruf tatsächlich vereinbar machen. Solange diese
Voraussetzungen fehlen, ist die Kritik an Teilzeit nichts anderes als
ein Ablenkungsmanöver“, betont Schober.

Die Übergabe der tausenden Unterschriften zeigt deutlich, dass
immer mehr faire Regeln für Teilzeitbeschäftigte wollen. „Wer mehr
arbeitet, muss auch fair bezahlt werden. Respekt für Arbeit zeigt
sich nicht in Sonntagsreden, sondern in gerechten Gesetzen. Jetzt ist
die Politik am Zug“, so Schober abschließend.

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Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
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