Wien. (OTS) – „Die für das Gesundheitswesen geplante Reform
orientiert sich an der
Versorgung der Patientinnen und Patienten und nicht an
institutionellen Machtfragen”, kommentiert ÖGB-Präsident Wolfgang
Katzian das heute präsentierte Resultat monatelanger intensiver
Verhandlungen: „Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen der
Sozialversicherung. Mit hoher fachlicher Kompetenz, großer Ausdauer
und in gegenseitigem Respekt ist es gelungen, ein gemeinsames
Reformpapier zu entwickeln und daraus einen tragfähigen Kompromiss zu
formen.”
Unnötige Doppeluntersuchungen und intransparente Versorgungswege
haben mittlerweile leider dazu geführt, dass immer mehr Patientinnen
und Patienten private Leistungen in Anspruch nehmen. „Unser Anspruch
ist klar: Die Herausforderungen können mit gemeinsamer Planung besser
bewältigt werden“, sagt Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des
Referats für Sozialversicherungspolitik im ÖGB und Co-Vorsitzende im
Dachverband der Sozialversicherungsträger: „Hier scheinen erste
Ansätze gelungen zu sein, die fokussiert weiterentwickelt werden
müssen. Eine stärkere öffentliche Versorgung leistet einen
wesentlichen Beitrag zu sozialer Chancengleichheit und kann dazu
beitragen, die Privatmedizin zurückzudrängen.“
„Mit dem Gesundheitsreformfonds schaffen wir die finanzielle
Grundlage, um die regionalen Strukturpläne konsequent umzusetzen und
insbesondere die Primärversorgung in ganz Österreich deutlich
auszubauen“, betont ÖGK-Obmann Andreas Huss.
„Primärversorgungszentren werden künftig den Großteil der
Patientinnen und Patienten behandeln und damit spürbar zur Verkürzung
von Wartezeiten beitragen. Klar ist auch: Die Primärversorgung bildet
das Fundament eines funktionierenden Gesundheitssystems – ergänzt
durch neue Angebote wie Pflege- und Therapiepraxen sowie durch eine
gezielte Weiterentwicklung der fachärztlichen Versorgung.
Entscheidend ist dabei eine abgestimmte Planung und Finanzierung
sowie der konsequente Ausbau digitaler Angebote, damit Patientinnen
und Patienten rasch und treffsicher zur richtigen Versorgung
gelangen.“
„Der Erfolg der Reform muss laufend an kürzeren Wartezeiten,
besserer Patientenlenkung – vorrangig über ein österreichweit
einheitlich ausgerollte Gesundheitshotline 1450, angeschlossener
Telemedizin und Terminservice sowie einer stärkeren öffentlichen
Gesundheitsversorgung gemessen werden”, sagt Katzian abschließend:
„Er wird letztlich nicht daran gemessen werden, welche Institution
mehr Kompetenzen erhalten hat. Die Reform ist dann ein Erfolg, wenn
die Menschen schneller Hilfe bekommen, besser begleitet werden und
sich weiterhin auf ein solidarisches öffentliches Gesundheitssystem
verlassen können, das auch in der Lage ist, medizinische Fortschritte
zu realisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sich der ÖGB weiter
einbringen.”