Wien (OTS) – Angesichts der hohen Spritpreise wird derzeit wieder
über eine
Senkung des Tempolimits auf Autobahnen und Schnellstraßen von 130 auf
100 km/h diskutiert. Im Raum steht, dass dadurch der allgemeine
Spritverbrauch in Österreich um bis zu 25 Prozent gesenkt werden
könne. Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung:
„Das Suggerieren solcher gesamtwirtschaftlichen Einsparmöglichkeiten
ist unseriös. Es ist zwar unstrittig, dass bei einer einzelnen,
konstanten Autobahnfahrt mit Tempo 100 statt 130 unter
Idealbedingungen bis zu 25 Prozent Kraftstoff eingespart werden
können. Daher empfehlen wir auch stets vorausschauend zu fahren und
das Tempo anzupassen. Die Wirkung eines niedrigeren Tempolimits auf
den Gesamtspritverbrauch in Österreich lässt sich daraus jedoch nicht
ableiten. Dieser sinkt bei allgemein Tempo 100 um etwa drei Prozent.“
Selbst der Sachstandsbericht Mobilität 2024 des Umweltbundesamtes (
UBA) legt nahe, dass Tempo 100 nur rund vier Prozent der in
Österreich verbrauchten Gesamtspritmenge einsparen würde.
Ein wesentlicher Grund für den großen Unterschied: Die für eine
Gesamtbetrachtung relevanten Durchschnittsgeschwindigkeiten, die auf
Autobahnen gefahren werden, liegen zum Teil deutlich unter der
erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h, was das Sparpotential
deutlich einschränkt. Zudem findet auf Autobahnen nur rund ein
Drittel des österreichischen Pkw-Verkehrs statt. Mehr als die Hälfte
davon bereits in Bereichen mit bestehenden
Geschwindigkeitsbeschränkungen. Auch die steigende Zahl von E-Autos
und viele ausländische Fahrzeuge, die nicht hier tanken, spielen eine
Rolle. Die Folge: der gesamtwirtschaftliche Einsparungseffekt für
Österreich ist viel moderater als bei einer Einzelfahrt unter
Idealbedingungen.
Zwtl.: Club schlägt „Grüne Welle“ und Verbot von „Elefanten-Rennen“
vor
Als Alternative zu einer bei den Österreicher:innen sehr
unpopulären Absenkung von Tempolimits schlägt der ÖAMTC vor, über
eine Anpassung der Ampelschaltungen in der Stadt in Richtung „Grüne
Welle“ sowie ein Überholverbot für Lkw auf zweispurigen Autobahnen
nachzudenken. Wiesinger: „Beides zusammen würde mehr Sprit sparen als
ein Tempolimit für Pkw auf Autobahnen und Schnellstraßen.“
Zwtl.: Spritsparendes Fahren zahlt sich aus
Der ÖAMTC empfiehlt seit Jahren, vorausschauend und spritsparend
zu fahren: Wer das Tempo bewusst reduziert, senkt den eigenen
Verbrauch sofort und ohne gesetzliche Vorgaben. Das erfordert keine
neuen Gesetze und keine behördlichen Anordnungen. Alle, die mit dem
Auto unterwegs sind, können diesen Schritt eigenverantwortlich setzen
– und damit unmittelbar und spürbar ihre Kosten senken. Infos und
Tipps unter: Tipps zum spritsparenden Fahren | ÖAMTC